Noch ‘ne Frage

“Politiker, Verbände und Kirchenvertreter”, wird gemeldet, “warnten” angesichts angekündigter antisemitischer Aufmärsche “vor antisemitischen Parolen, wie sie zuletzt auf Kundgebungen gegen die israelische Militäroffensive zu hören waren.” Warum warnen sie nicht vor eben diesen “Demonstrationen”?

Kritischer Journaillismus (Folge 731)

Mit Antisemitismus will man bei der Süddeutschen Zeitung nichts zu tun haben. Es sei, schrieb deren Heribert Prantl, nämlich “unerträglich, wenn der Topf mit alten Ressentiments auf neuen Flammen gekocht wird”. Aber, schreibt der Unerträgliche weiter, “man kann, darf und muss beklagen, dass Israel zur Verewigung des mörderischen Nahost-Konflikts beiträgt”.

Und wie das ganz praktisch aussieht, das demonstriert die Süddeutsche Zeitung auf dem Titel ihrer aktuellen Ausgabe. Unter der noch neutralen Überschrift “Tödlicher Angriff auf Schule in Gaza” erfährt der Leser, “nach Angaben der Vereinten Nationen attackiert Israel eine Bildungsstätte, in der Flüchtlinge Schutz suchten”. Und das ist – eine wahrlich unwahre Behauptung.

Die Vereinten Nationen nämlich haben zwar berichtet, daß in einer ihrer Schulen mehrere Menschen gewaltsam ihr Leben verloren haben, weitere Menschen verletzt wurden, doch sie haben niemanden dafür verantwortlich gemacht, weder Israel noch “palästinensische” Terroristen. Das könnte, das sollte wissen, wer lesen und Zeitungsseiten vollschreiben können will.

“Circumstances are still unclear”, heißt es vielmehr zum Redaktionsschluß bei UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, und an keiner Stelle seines gleichwohl antiisraelischen Statements behauptet Pierre Krähenbühl, “UNRWA Commissioner-General”, die Schule in Beit Hanoun sei durch israelische Streitkräfte beschossen worden. Er fordert tatsächlich eine Untersuchung.

“I condemn this callous shelling and the extensive loss of life in the strongest possible terms and call for an immediate investigation to ensure that circumstances and responsibilities are comprehensively and irrefutably established.”

Für die UNRWA spricht auch Chris Gunness. Und spricht er gerade nicht, so zwitschert er. Am Tag danach zum Beispiel dies: “UNRWA calls 4 immediate #BeitHanoun investigation 2 ensure circumstances & responsibilities r comprehensively & irrefutably established”. Und am Tag des Geschehens: “Also being reported there were Hamas rockets falling in Beit Hanoun today”.

Es gibt keine “Angaben der Vereinten Nationen”, die behaupten, israelische Streitkräfte hätten am Donnerstag die Schule in Beit Hanoun angegriffen. Die Süddeutsche Zeitung erfindet sie, um ihre Klage, “dass Israel zur Verewigung des mörderischen Nahost-Konflikts beiträgt”, irgendwie zu stützen. Ohne sie und in der Tat kocht die Zeitung selbst den “Topf mit alten Ressentiments auf neuen Flammen”.

Krokodilstränen: Sowas kommt – leider – von sowas

“The Secretary-General is alarmed to hear that rockets were placed in an UNRWA school in Gaza and that subsequently these have gone missing. He expresses his outrage, and regret, at the placing of weapons in a UN-administered school. By doing so, those responsible are turning schools into potential military targets, and endangering the lives of innocent children, UN employees working in such facilities, and anyone using the UN schools as shelter.”

“‘We can confirm that [Palestinian] terror rockets that were fired from that area landed in the neighborhood of the UN facility,’ said Cap. Eytan Buchman of the IDF Spokesperson’s Unit, asserting that the death and destruction may have been caused by errant rockets fired by Hamas or another militant organization. The veteran Arab affairs analyst on Israeli Channel 2 news went one step further. There were nine mortar shells fired from the area of the UNRWA school in Beit Hanoun, Ehud Ya’ari said, ‘and one hit the school.’”

” I am appalled by the news of an attack on an UNRWA school in Northern Gaza where hundreds of people had taken refuge. Many have been killed – including women and children, as well as UN staff. Circumstances are still unclear. [..] When I briefed the Security Council from Ramallah just two days ago, I condemned Hamas rocket fire and called on Israel to exercise particular care to avoid any attack on United Nations premises where civilians have taken refuge.”

Kampf gegen Antisemitismus? Europäer im UN-”Menschenrechtsrat”

Der “Menschenrechtsrat” (UNHRC) der Vereinten Nationen verdankt seine Existenz vor allem der obsessiven Beschäftigung seiner Vorgängerin, der “Menschenrechtskommission”, mit Israel, die, so der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan, den Ruf der Kommission nachhaltig beschädigte.

In der Nachfolgeorganisation sitzen gleichwohl seit ihrer Gründung erneut mehrheitlich Staaten, in denen Menschenrechte nicht einmal als Fremdwort bekannt sind, gemeinsam mit einigen Demokratien ständig zu Gericht über Israel, die nach wie vor einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten.

Derzeit gehören dem UNHRC so illustre Mitglieder an wie Saudi-Barbarien, Rußland oder Kuba, aber auch, seit 2009, die Vereinigten Staaten oder, seit 2012, Deutschland, das im nächsten Jahr die Führung des Gremiums zu übernehmen gedenkt, das gerade einmal mehr seine israelfeindliche Einseitigkeit bewies.

Auf Bemühen des Regimes in Ramallah beschloß der “Menschenrechtsrat” in dieser Woche in Genf mit nur einer einzigen Gegenstimme – der amerikanischen -, angebliche Kriegsverbrechen Israels in dessen aktueller Auseinandersetzung mit der islamistischen Hamas untersuchen zu lassen.

Kurz zuvor hatte bereits Navi Pillay, die UN-Hochkommissarin “für” Menschenrechte, entsprechende Vorwürfe gegen Israel geäußert. Weder sie noch der UNHRC, dessen europäische Mitglieder sich in der jüngsten Abstimmung der Stimme enthielten, wollen mögliche Kriegsverbrechen der Hamas untersuchen.

Dabei sind die so offensichtlich, daß man sich schon sehr bemühen muß, sie nicht wahrzunehmen. So mußte die für die Betreuung von “Palästina-Flüchtlingen” zuständige UNRWA in dieser Woche erneut einräumen, in ihren Schulen in Gaza zahlreiche “palästinensische” Raketen gefunden zu haben.

“As soon as the rockets were discovered, UNRWA staff were withdrawn from the premises, and so we are unable to confirm the precise number of rockets. The school is situated between two other UNRWA schools that currently each accommodate 1,500 internally displaced persons.”

Greift die Hamas mit ihren Raketen den internationalen Luftverkehr an, ebenfalls ohne Zweifel ein Kriegsverbrechen, sind es mit ihrem Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) erneut die Vereinten Nationen, die ein weiteres Kriegsverbrechen der Hamas dokumentieren:

“[T]he Israeli military delivered text messages to virtually all the residents of Ash Shuja’iyya and Az Zaitun neighborhoods in eastern Gaza city, approximately 100,000 people, warning them to leave their homes by 8 am today (16 July), ahead of attacks to be launched in the area. Subsequently, the Palestinian Ministry of Interior in Gaza reportedly instructed the residents to remain calm and not flee the area.”

Während die israelischen Streitkräfte so alles unternehmen, Nichtkombattanten und – zwangsläufig – sogar Terroristen zu schonen, sind die es, die über ihr “Innenministerium” Menschen, Männer, Frauen und Kinder, auffordern, sich in Gefahr zu begeben. Und landen sie dann in Krankenhäusern, ist die Hamas schon da.

“[T]he hospital [..] has become a de facto headquarters for Hamas leaders, who can be seen in the hallways and offices.”

Hamas- und anderer “palästinensische” Terroristen lagern Raketen in Schulen und Moscheen, mißbrauchen Menschen als “menschliche Schutzschilde” und entehren sie selbst noch im Tod für dreckige Propaganda, sie tragen ihren Vernichtungskrieg gegen Juden bis auf die Straßen Europas und Amerikas.

Doch dem UNHRC fällt nur ein, eingebildete “Kriegsverbrechen” Israels anzuprangern und untersuchen lassen zu wollen – und zwar in dieser Reihenfolge. Die deutsche Regierung, heißt es, habe etwas gegen Antisemitismus. Weshalb ist sie dann eigentlich noch Mitglied des UNHRC und will gar dessen Vorsitz übernehmen?

Kritischer Journaillismus (Folge 702)

Bettina Marx, sie ist für Hamas-Propaganda in deutscher Sprache zuständig, meldet, die israelische Armee habe Einsätze gegen das Schifa-Krankenhaus in Gaza angekündigt. Daß das Krankenhaus nicht bloß Krankenhaus ist, verschweigt die Journaillistin freilich.

Während der ägyptischen Besatzung errichtet, wurde das Hospital in den 1980ern unter israelischer Besatzung umfangreich saniert, wobei auch ein unterirdischer Verwaltungstrakt entstand, den spätestens 2008/9 die Hamas für sich und ihre Führung entdeckte.

Auch jetzt hoffen die Terroristen, in den Kellern des Schifa-Krankenhauses sicher zu sein vor der Verfolgung durch die israelische Armee. Die “Gesundheitseinrichtung” “has become a de facto headquarters for Hamas leaders”, schreibt die Washington Post.

In den Gängen und Büros des Hospitals falle es schwer, die Hamas-Anführer zu übersehen. Das Krankenhaus ist damit ein legitimes militärisches Ziel, dort werden Angriffe auf Israel geplant und koordiniert. Aber das wird niemand je von Bettina Marx erfahren, die nur “unschuldige” “Palästinenser” kennt.

Überraschung!

“Today, in the course of the regular inspection of its premises, UNRWA discovered rockets hidden in a vacant school in the Gaza Strip. As soon as the rockets were discovered, UNRWA staff were withdrawn from the premises, and so we are unable to confirm the precise number of rockets. The school is situated between two other UNRWA schools that currently each accommodate 1,500 internally displaced persons.”

Kritischer Journaillismus (Folge 623)

Er ist wieder da. Der Weißkittel, dem die Hamas vertraut. Mads Gilbert erzählt, wenn er nicht gerade der Konkurrenz ein Interview gewährt, jedem, der ihn darum bittet, was Khaled Mashaal hören will. Der gern als “norwegischer Arzt” Vorgestellte “volontiert”, wie Inge Günther, eine weitere Bekannte, formuliert, im Schifa-Hospital von Gaza.

“Mehr als hundert Schwerstverletzte seien in 24 Stunden eingeliefert worden. Ein großes, gut ausgestattetes Krankenhaus könne damit klar kommen, so Gilbert, ‘aber hier ist fast nichts’, nicht genug Elektrizität, Wasser, Verbandszeug, Medikamente, Operationstische, Instrumente und Monitore.”

Ein Offener Brief des “Freiwilligen” ist abgedruckt im britischen Independent, in ihm werden “all sorts of injured Palestinians” in das Krankenhaus eingeliefert, “all ages, all civilians, all innocent”. Nur Hamas-Terroristen sind, scheint’s, unkaputtbar, denn die kommen nicht ins Krankenhaus, wo der Norweger Hamas-PR macht, statt zu behandeln.

“The heroes in the ambulances and in all of Gaza’s hospitals are working 12 to 24-hour shifts, grey from fatigue and inhuman workloads. They care, triage, try to understand the incomprehensible chaos of bodies, sizes, limbs, walking, not walking, breathing, not breathing, bleeding, not bleeding humans.”

Mads Gilbert liebt das Chaos. Blut. Massaker. Nur “Palästinenser” dürfen nicht unter den Opfern sein. “Auf die Frage, ob er einen Terroranschlag gegen die USA unterstützen würde, antwortete Gilbert: ‘Terror ist eine schlechte Waffe, aber im erwähnten Kontext ist die Antwort ja.’” Der “erwähnte Kontext” war 9/11, der sehr gezielte Mord an 3.000 Zivilisten.

Daß die Journaille 2009 reihenweise auf den Propagandisten des Jihad hereinfiel – geschenkt. Wer Mads Gilbert freilich heute noch und wieder als edlen Menschenretter darstellt, an dessen Wort keine Zweifel zulässig sind, muß nicht mehr Klage führen, im Krieg ginge zuerst die Wahrheit unter. Wer sie selbst in Mads Gilberts Blutlachen ersäuft, weiß gar nicht, was Wahrheit bedeutet.

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