Ulrike Putz

Putz’ Fimmel

Ihren jüngsten Bericht über ihren Ausflug in die Welt islamistischer Propaganda garniert Ulrike Putz mit dem Hinweis, die Herkunft des von ihr besprochenen Videos sei unklar, eine Übersetzung stamme vom “proisraelische[n] Übersetzungsdienst Memri”.

Was will sie damit andeuten? Wer die Website des Middle East Media Research Institute aufruft, sucht dort vergeblich proisraelische Darstellungen. Es geht in den dargebotenen Clips und Übersetzungen häufig um Israel und Juden, aber doch keinesfalls positiv.

Oder ist es etwa “proisraelisch”, bittet Yusuf al-Qaradawi zum Heiligen Krieg: “With our Jihad, we strive to liberate the land of Palestine”? Was ist “proisraelisch” daran, gratuliert das “staatliche palästinensische” Fernsehen einem Terroristen zum Geburtstag?

Immer wieder darf auch Abu Mazen, “Palästinenserpräsident”, auftreten und etwa erklären, “I will never recognize the Jewishness of the state, or a ‘Jewish state'”, oder die gewaltsame Verschleppung Gilad Shalits durch die Hamas nach Gaza lobpreisen:

“Hamas kidnapped – or rather, captured – a soldier, and managed to keep him for five years, and that is a good thing.”

Was ist “proisraelisch” daran, stellt Salim Idris, “Chief of Staff” syrischer “Rebellen” klar, “Israel is an enemy country”? Sind jene Hamas-“Polizisten”, denen ihr “Minister” Fathi Hammad zuruft, sie sollten Haifa “befreien”, Kollaborateure der Regierung in Jerusalem?

Für Ulrike Putz ist MEMRI offenbar “proisraelisch”, weil es islamistische Prediger, “palästinensische” Terroristen und “Präsidenten” übersetzt und zitiert; weil es sie zeigt, wie sie sind: nämlich als vom Haß auf Juden und Israel getriebene Barbaren.

Und das, scheint’s, möchte die SPIEGEL-Journaillistin lieber verschweigen, für die es ja schon schwer erträglich ist, von der Hamas als “Gang” zu lesen. Also versucht sie MEMRI, dem sie keine einzige falsche Übersetzung vorwerfen kann, als Partei zu diffamieren.

Ist es “proisraelisch”, die Feinde Israels unkommentiert und ungefiltert zu Wort kommen zu lassen, ihre Äußerungen zu dokumentieren, was mag dann das sein, was Ulrike Putz macht? Kritischer Journalismus?

Schul-SPIEGEL

Ulrike Putz, das Sturmgeschütz der deutschen Nahostdeuterei, ist entsetzt. “Es ist ein schockierendes Beispiel für die Indoktrination von Kindern: Ein im Internet hochgeladener Videoclip zeigt, wie kleine Jungen zu Terroristen erzogen werden”:

“Die Jungen absolvieren unter anderem Schießübungen mit Kalaschnikow-Sturmgewehren [..]. Ein Gutteil ihrer Ausbildung muss der politisch-religiösen Gehirnwäsche vorbehalten sein: Immer wieder sind die Knirpse zu sehen, wie sie auswendig gelernte Hasstiraden gegen Andersgläubige und den Westen intonieren.”

Und in der Tat ist das alles bestimmt ganz, ganz schlimm. Schließlich finden die Schießübungen vermutlich nicht in Gaza unter Aufsicht der Hamas statt. Auch dort werden, wie SPIEGEL online vor ein paar Wochen schrieb, “Schulkinder an der Kalaschnikow aus[gebildet]“:

“Der 17-jährige Issedine Mohammed ist begeistert von seinem neuen Schulfach. [..] ‘Ich fühle mich jetzt stärker und selbstbewusster.’ Der Teenager ist einer von rund 37.000 Jungen zwischen 15 und 17 im Gaza-Streifen, die seit September wöchentlich eine Art Wehrdienst nach Hamas-Lehrplan unterrichtet bekommen.”

Oder liegt es etwa nicht an der Hamas, daß zwar Al Kaida “schockiert”, “indoktriniert”, “gehirnwäscht”, zu “Terroristen erzieht”, aber in Gaza nur “begeistert”, das “Selbstbewußtsein” gestärkt und allenfalls eine “Art Wehrdienst unterrichtet” wird?

Expertologie

Clemens Verenkotte, tagesschau.de:

“Nach der Aufwertung der Palästinenser durch die UN-Vollversammlung hat Israel wie bereits angedroht reagiert: Die Regierung genehmigte den Bau von 3000 neuen Wohnungen in Siedlungen des Westjordanlandes und in Ost-Jerusalem.”

Ulrike Putz, SPIEGEL online:

“Die Bauvorhaben sind von langer Hand geplant. Dass nun so getan wird, als sei der Bau eine Reaktion auf New York ist ein billiger Show-Effekt, um erregte Gemüter in Israel zu besänftigen …”

… oder sanfte ARD-Gemüter in Tel Aviv zu erregen.

SachPutzverstand

“Die gelungene Rede von Abbas wird die Sache der Palästinenser nicht unmittelbar voranbringen. Es scheint beschlossen, dass der Sicherheitsrat, der über den Mitgliedsantrag zu entscheiden hat, die Abstimmung dazu auf Monate, wenn nicht Jahre, vertagen wird.”

“Der UN-Sicherheitsrat wird sich schon am Montag mit dem Antrag der Palästinenser auf Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen befassen. [..] Dass der Sicherheitsrat den Antrag bereits am nächsten Werktag aufgreift, ist ungewöhnlich schnell für das Tempo bei den Vereinten Nationen.”

Putzige Zeiten

Ulrike Putz, unsere alte Bekannte, hat in ihrer Funktion als journalistische Alleinunterhalterin mal wieder den Vogel abgeschossen; und wie immer, wenn ihr das gelingt, scheint es dabei ganz allein um Israel sie selbst gegangen zu sein.

Sieht Frau Putz doch in der aktuellen israelischen Camping-Bewegung nichts Geringeres als Vorboten eines „Arabischen Frühlings“ – der Israel „endlich“ hinwegfegt, Frau Putz?

Die putzige Metapher mag im selben Maße sinnvoll sein, in dem Frau Putz ihre Fan-Post als symbolische Hexenverbrennung empfindet. Der Bezug zur empirischen Wirklichkeit jenseits von putzigen „Bauch-“ und anderen „Frühlingsgefühlen“ indes wirkt idiosynkratisch, um nicht zu sagen: forciert.

Wer die gefühlte Wirklichkeit in den Farben journalistischer Haltlosigkeiten, maßloser Superlative und hinkender Vergleiche zu schminken pflegt, macht so manche Frage überflüssig; auch die nach dem „Bewusstseins-“ oder vielmehr „Gemütszustand“, den er/sie damit dem Publikum unterstellt.

Bekanntlich „protestiert“ die israelische Camping-Bewegung seit zwei, drei Wochen, weil auch Student_innen irgendwo wohnen müssen.

Nun ist eine befriedigende Wohnung eine Frage des Anspruchs (Stichwort: „Szene-Viertel“); seitdem beispielsweise „alle“ im „Prenzlberg“ wohnen, ist die KastanienalleeCasting-Allee“ angeblich auch nicht mehr so „geil“angesagt“ wie früher, sondern eher schon etwas „peinlich“.

Doch zurück zu Frau Putz. Ihr kann man offensichtlich nicht oft genug sagen, dass es sich bei Israel um keine asiatische Despotie handelt, die von „faschistoiden Bibermännern“ regiert wird, denn sie würde vermutlich jederzeit ohne weiteres behaupten, die Empirie wäre nichts gegen ihr gesundes Volksempfinden gesundesBauchgefühl“, und dem zufolge sind Demonstrationen nun mal „der Anfang vom Ende“, um nicht zu sagen: Vorboten des „Unterganges“.

Wenn man doch bloß einmal den Eindruck haben könnte, dass der „Abgrund“, in den diese Journalistin im Auftrag von Spiegel-online ach so gerne blickt, nicht vor allem aus ihr selber guckt!

Wenn Frau Putz das nächste Mal beim Anblick von ein paar Zelten „politischeFrühlingsgefühle bekommen möchte, warum fährt sie dann nicht mal an die türkisch-syrische Grenze und sieht sich die vielen zehntausend vor dem Terror al-Assads geflohenen Flüchtlinge an?

Und wenn sie dann, während sie sich in Syrien befindet, irgendetwas vom „israelischen Frühling“ faseln würde, müsste sie eines Tages vielleicht wirklich begreifen, was der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie bedeutet.

Ulrike Putz im Gefängnis

Anfang Juli wurde in Gaza durch die Hamas ein gemeinsam mit dem Roten Kreuz errichtetes Gefängnis eingeweiht. Der Bau dieser Haftanstalt gelang der islamischen Terroristenbande, die in Gaza “regiert”, übrigens trotz einer israelischen “Blockade”, die, so klag(t)en jedenfalls “Menschenrechtsaktivisten”, dafür sorgt(e), daß kein Baumaterial nach Gaza gelangt.

Nun hat Ulrike Putz für SPIEGEL online den Prachtbau, der Platz bieten soll für 500 Insassen, besucht. Das Rote Kreuz hat offenbar nichts gegen den Gefängnisbetrieb, von dem freilich auch Ulrike Putz ganz angetan scheint. Einzig der “Galgen im Keller” stört den positiven Eindruck ein wenig. Sonst aber hat die Besucherin aus Deutschland wenig auszusetzen.

“Gerade ist einer der Wärter von einem Einkaufstrip zum nächsten Kiosk zurückgekehrt. Er schüttet den Inhalt einer Plastiktüte vor einer der Zellentüren aus. Hinter dem – ebenfalls himmelblauen – Gitter drängen sich die Häftlinge und rufen ihm zu, was für sie bestimmt ist. Schokolade, Zigaretten, Limonade, Stifte: Es dauert zehn Minuten, dann hat jeder, was er bestellt hat – und der Wärter sein Geld zurück, das er für die Gefangenen ausgelegt hatte.”

Gewiß, die Insassen erleiden auch hier ein “hartes Schicksal”, räumt Ulrike Putz ein, aber bei ihnen handelt es sich ja auch um “Mörder und Vergewaltiger, Kidnapper und Kollaborateure mit Israel”, nicht um Unschuldige. Im Vorzeigeknast wird offenbar nicht gefoltert, weshalb Ulrike Putz dessen Direktor Nasser Suleiman wohlwollend zu Wort kommen läßt:

“‘Bei uns wird nicht gefoltert, das erledigen die Ermittler drüben. Erst dann kommen die Männer zu uns’, sagt Suleiman ganz offen.”

Ganz herzerfrischend ist sie, diese Offenheit. Böse jedenfalls kann Ulrike Putz dem Hamas-Vertreter nicht sein, ein Wort der Kritik an der Hamas ist denn auch nicht im Beitrag zu finden. Anders dagegen sieht das mit Blick auf Israel aus. Nicht die Hamas, die netterweise anderswo foltert und nur den Galgen im Keller nutzt, verdient Tadel, sondern – Israel.

“Menschenrechtsgruppen berichten seit langem, dass Israel sich mittels der Kombination aus Geldgeschenk und Erpressung Informanten erschließt.”

Und das, nun, das sind ja wirklich üble Methoden, die arme “Palästinenser” schließlich mit ihrem Leben oder wenigstens Lebenszeit bezahlen müssen. Da kann ja die Hamas nichts dafür, die handeln muß, wie sie handelt – die einen Opfer Israels werden durch Israel gezwungen, die anderen Opfer Israels zu foltern und hinzurichten.

Wie schön, daß es “Menschenrechtsgruppen” und Ulrike Putz gibt, die so den wahren Kern des Problems enthüllen.

Ulrike Putz sucht eine “Wahrheit”

Am Tag danach, da doch tatsächlich kaum eine Frage mehr offen ist, kommt Ulrike Putz daher und muß sich ihre Voreingenommenheit, die sie als Ahnungslosigkeit tarnt, von der geplagten Seele schreiben:

“Wollten israelische Soldaten wirklich nur einen Baum fällen? Wer schoss zuerst, und welche Rolle spielte ein schiitischer Kommandeur? Einen Tag nach dem Feuergefecht an der israelisch-libanesischen Grenze sind viele Fragen ungeklärt.”

Schon die erste “offene” Frage der SPIEGEL online-Autorin offenbart, daß für sie einfach nicht sein darf, was nicht sein soll. Israel hatte bei der UNIFIL angekündigt, einen Baum in Israel fällen zu wollen. Die UN-Blauhelme informierten darüber die libanesische Armee, die auf ihre Weise sich darauf vorbereitete.

Auf beiden Seiten waren denn auch UNIFIL-Angehörige anwesend, wobei die Rolle jener Blauhelme, die auf libanesischer Seite nichts unternahmen, den Angriff auf israelisches Territorium zu verhindern, in der Tat hinterfragt werden muß. Doch diese Frage gehört nicht ins Repertoire der Ulrike Putz.

Sie unterstellt, Belege kann sie dafür nicht liefern, Israel mit ihrer Frage, es hätte gestern noch weitere Ziele verfolgt. Welche das sein könnten, zeigt ihre anrührende Schilderung aus dem Libanon:

“Im Libanon ist die Angst vor einem neuen Blutvergießen groß. Das zeigt schon das Straßenbild. Am Dienstagabend um 20.30 Uhr Ortszeit saßen viele Libanesen vor dem Fernseher. Im Fischerstädtchen Tyros im Süden des Landes fassten die Hafenkneipen nicht alle Zuschauer, die wissen wollten, ob der nächste Krieg begonnen habe.”

Und wie verhielt sich die israelische Bevölkerung? Hatte sie keine Angst vor einer kriegerischen Auseinandersetzung? Wollte sie gar eine? Es war Ulrike Putz anscheinend unmöglich zu erfahren, wie Bewohner im Norden Israels den Nachmittag und den Abend verbrachten. Wichtig ist der “Journalistin” die Wiedergabe von Spekulationen:

“Die israelische Führung spielte dem Bericht zufolge am Dienstag zwischenzeitlich mit dem Gedanken, einen vorab gefassten Angriffsplan umzusetzen und Stellungen der libanesischen Armee im Südlibanon zu bombardieren.”

Hatte die libanesische Armee Pläne? Welche? Fragen, die Ulrike Putz gar nicht erst stellt. So bleibt, zusammen mit ihrer Frage, ob israelische Soldaten “wirklich” nur einen Baum fällen wollten, der Eindruck, Israel sei gerade noch rechtzeitig wovon auch immer abgebracht worden:

“Nur internationaler Druck und ein Aufschrei der libanesischen Regierung habe Jerusalem davon abgehalten, mit aller Macht auf den Grenzzwischenfall zu reagieren.”

Daß dieser “internationale Druck”, sofern er Israel trifft, eine Zumutung ist, stellt er doch Aggressor und Angegriffenen auf eine Stufe, macht die Antwort auf Ulrike Putz’ zweite “offene” Frage deutlich. Die UNIFIL hat sie in seltener Klarheit längst beantwortet: Das Feuer eröffneten unprovoziert libanesische Soldaten, die IDF reagierten auf diesen Angriff:

“The IDF soldiers involved in Tuesday’s deadly clashes with Lebanese forces were standing in Israeli territory when they were fired upon, a UNIFIL representative reportedly said Tuesday night.”

Spätestens mit dieser Klarstellung der Vereinten Nationen wird auch deutlich, auf welcher Seite der Grenze die Kriegshetzer residieren. Der libanesische Präsident Michel Suleiman rief zu den Waffen, das Land gegen den gar nicht stattgefundenen Angriffe des zionistischen Feinds zu verteidigen.

“Suleiman vowed to ‘stand up to Israel’s violation of Resolution 1701, whatever the sacrifices are.'”

Und in das Kriegsgeschrei des syrischen Lakaien mischte sich jenes seines Herren, seines formellen syrischen Amtskollegen Bashar Assad.

“Syrian President Bashar Assad told his Lebanese counterpart Michel Suleiman that Syria stands by Lebanon and is willing to provide it with any necessary aid, al-Jazeera reported.”

Im Libanon hatte derweil Hassan Nasrallah, Anführer der Hisbollah, einen Auftritt, den Ulrike Putz so schildert:

“Knapp zwei Stunden lang redete Nasrallah. Er verdammte die ‘israelische Aggression’. Drohte, beim nächsten Zwischenfall an der Grenze werde seine Miliz der libanesischen Armee in ihrem Kampf gegen den Feind beistehen. Die Wortwahl war martialisch: ‘Die israelische Hand, die nach der libanesischen Armee greift, wird abgehackt.'”

Aber während solcherlei Kriegsgetrommel in Israel nicht zu hören war, solche bewußte Verdrehung der Realität, kommt Ulrike Putz nur diese Frage in den Sinn: “Wollten israelische Soldaten wirklich nur einen Baum fällen?” Und das ist, gerade angesichts der tatsächlichen Umstände, eben eher Vorwurf denn wirkliche Frage.

Wo also keine Fragen mehr offen sind, fordert Ulrike Putz Aufklärung, wo Fragen hingegen sich aufdrängen, will sie sie gar nicht erst stellen. Das kann Journalismus nur nennen, wem das Ressentiment den klaren Blick auf die Realität nimmt.

Expertologie

“Experte” Rupert Neudeck:

“[D]er Staat hat deshalb auch keine Grundlage, weil er auf Pump lebt. Er lebt eigentlich von allen guten Gaben, die die Europäische Union, die die Weltbank, die der Internationale Währungsfonds, die UNO hier hineinsteckt, auch private Organisationen, die Kirchen. Alles das bedingt, dass der Staat, der sogenannte Staat hier weiter leben kann, aber er hat noch nicht das, was man eine gut ausgebildete Subsistenz nennt, durch eigene Produktion.”

“Expertin” Ulrike Putz:

“Vergangene Woche konnte Fajad, der auch als Finanzminister fungiert, einen seiner größten bisherigen Erfolge verkünden: Nach den neuesten Berechnungen für den Haushalt 2010 wird die Autonomiebehörde wohl bald alle laufenden Kosten aus eigenen Einnahmen zahlen können. Das Wirtschaftswachstum der palästinensischen Gebiete wird demnach für 2010 auf sieben Prozent geschätzt.”

Ulrikes Welt

Ulrike Putz, sie ist für den SPIEGEL in Beirut stationiert, da ihr in Israel eine Gefängnisstrafe droht, hat viel mitzuteilen in diesen Tagen. Und es gibt ja auch viel zu berichten, weil viel geschieht. Seit einigen Tagen etwa macht die Hisbollah im Libanon Schlagzeilen.

Sie soll, so verlangt es beispielsweise die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats, unter Aufsicht der UNIFIL durch die libanesischen Streitkräfte entwaffnet werden, während die UN-Beobachter selbst dafür sorgen, daß der Waffennachschub für die islamische Terroristenbande aus dem Ausland eingedämmt wird. Beides funktioniert nicht.

“Die von Israel und den USA als Terrororganisation eingestufte Hisbollah besitze inzwischen weit mehr Raketen ‘als die meisten Regierungen auf der Welt’, meinte [US-Verteidigungsminister] Gates. Israels Präsident Shimon Peres hatte Syrien beschuldigt, die in der libanesischen Allparteienregierung vertretene Bewegung mit Scud-Raketen zu versorgen.”

Und selbst wenn man nicht an die Raketen glaubt, so herrscht zwischen Israel und Libanon alles andere als Entspannung. So erklärt der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri, “die Scud-Gerüchte sind nur ein Vorwand, um mein Land anzugreifen”, während die Europäische Union sich vertrauensvoll an “alle Parteien” wendet:

“Die Europäische Union hat inzwischen alle Parteien aufgerufen, ‘jegliche Provokationen zu vermeiden’. Die EU sei durch die jüngsten öffentlich ausgetauschten Erklärungen beunruhigt, hieß es in einer Stellungnahme von EU-Außenministerin Catherine Ashton. Diese Äußerungen würden den Bemühungen der Europäischen Union und ihrer Partner um Förderung des Friedensprozesses im Nahen Osten zuwiderlaufen.”

Entweder will also Israel endlich erledigen, was seit 2006 durch den Libanon und die “internationale Gemeinschaft” unterlassen wurde, oder aber die Hisbollah mit neuen Raketen da weitermachen, wo sie vor vier Jahren gebremst wurde. Doch statt nun der Ursache für die in der Tat gespannte Lage nachzuspüren, schwärmt Ulrike Putz von einer heilen Welt:

“Shakira dröhnt aus den Lautsprechern, am Pool lassen schmerbäuchige Saudis und Kuweitis die gut gepolsterten, nackten Hüften kreisen. Gym-gestählte Libanesen flirten mit den extra angereisten Ausländern. Ab und zu verschwindet ein Paar in Richtung Strand. ‘Ich muss sagen, die Araber heißen uns mit großer Herzlichkeit willkommen’, sagt ein aus den USA eingeflogener Partygast grinsend.

Die ausgelassene schwule Party ist ein kleines Wunder: Ob in Kairo oder Bagdad, Dubai oder Teheran – nirgendwo sonst in der islamischen Welt wäre eine so öffentliche Veranstaltung für Homosexuelle möglich. Nur im traditionell toleranten Libanon gibt es eine Nische, in der Schwule und Lesben wenigstens in Ansätzen offen lieben und leben können.”

In Judäa und Samaria, wo die PA des korrupten “Palästinenserpräsidenten” Abu Mazen herrscht, werden derweil Terroristen als Vorbilder geehrt, denen es nachzueifern gelte, und dazu ergänzend unter Bruch früherer Vereinbarungen mit Israel eine schlicht antisemitische Wirtschaftspolitik exekutiert, die sich nicht zuletzt gegen “Palästinenser” richtet:

“What was initiated in Ramallah, though, is particularly outrageous. It’s also designed to keep local Arabs from working in the settlements on the pain of five-years imprisonment and hefty fines. The first to suffer would be Fayyad’s own population.

Fayyad should be reminded by our government that his new pet project directly violates the economic annex of the original Oslo Accord. Known as the ‘Paris Agreement,’ the April 29, 1994, Annex IV of the Gaza-Jericho Agreement (or ‘Protocol on Economic Relations’) specifically forbids what Fayyad has launched.”

Auch hier herrscht also alles andere als Entspannung, vielmehr ist es der (bisherigen) Zurückhaltung der israelischen Regierung zu verdanken, daß eine Konfrontation ausblieb. Für die Zukunft kann eine solche indes nicht ausgeschlossen werden, ganz zurecht fragt die Jerusalem Post, ob das “Povokationsverbot” der PA nur für Israel gelten soll.

Was macht Ulrike Putz? Sieht sie nach Terroristen benannte Plätze und Schulen in Ramallah? Denkt sie darüber nach, welche Botschaft die öffentliche Verehrung solcher Vorbilder transportiert? Sie feiert den Antisemiten und Terroristenverehrer Saalam Fayad, der – gewiß nicht seiner Friedfertigkeit wegen – als ein Nachfolger Abu Mazens gehandelt wird.

“Solche Aktionen, die von Mahatma Gandhi erdacht sein könnten, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Da der bewaffnete Widerstand gegen die Besatzung ebenso gescheitert ist wie die Friedensverhandlungen, erscheinen friedliche, aber nachdrückliche Proteste vielen Palästinensern als einziger Weg, ihrer Stimme Gehör zu verleihen. Die bislang ‘Weiße Intifada’ genannte Bewegung wird nun zunehmend ‘Fajad-Intifada’ genannt – den Namenspatron dürfte das freuen, seine Konkurrenz beunruhigen.”

Alles ist gut und friedlich in Ulrikes Welt. Nur – ist Ulrikes Welt tatsächlich die wirkliche?

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