Kategorie: Gastbeitrag

Kein Thema …

… ist für “Das Deutsche Nachrichtenmagazin” das Andenken an jene 1,8 Millionen Menschen, die im Auftrag von Großbritannien und dem Commonwealth ihr Leben für die Durchsetzung von Freiheit und Demokratie, wie wir sie heute kennen und schätzen, hergegeben haben.

Aber auch seitens der offiziellen deutschen “Politik” hat es zu Remembrance Day, der in diesem Jahr mit Armistice Day zusammenfällt (was erst 2018 wieder der Fall sein wird) wenig bis nichts in die “Nachrichtenmagazine” geschafft; deutsche oder andere.

Während die Welt an alljene denkt, die dafür gesorgt haben, dass sich heute selbst der dümmste Unsinn in den freien Verkehr der Meinungen einbringen lässt, macht “Der Spiegel” von dieser Freiheit einen etwas selbstgefälligen Gebrauch; und beliefert sein Publikum mit zu gleichen Teilen „Israel-” wie Saddat-”kritischer” AntiKriegshetze, etwas verwegener Klitschko-Reklame sowie der allseits beliebten Gruselecke mit dem besonderen historischen Wohlfühleffekt: Himmlers Leibarzt – “Masseur des Massenmörders”. Es ist beim Spiegel also wie immer an alles gedacht, sogar an die Physiotherapie.

Während die britische Monarchin, der Commonwealth und mit ihnen der zivilisierte Teil der Menschheit sich vor seinen Kriegstoten verbeugten, heißt es für die deutsche Ideologie an diesem elften Tag des elften Monats: business as usual.

Nebenkriegsschauplatz

Der “Spiegel”, auch bekannt als Fachblatt für den Café-Handel, ist seinem Ruf als “Das doitsche”, äh: “deutsche Nachrichtenmagazin” wieder einmal ganz und gar gerecht geworden; das ist weder neu noch überraschend, aber bemerkenswert ist es doch.

In einer Art von Pornografie mit den Mitteln der Geschichtswissenschaft (auf einem Niveau, das sich im Grenzgebiet zwischen Guido Knopps und Peter Moosleitners interessanten Magazinen verorten ließe) durften zwei “Spiegel”-Autoren ihren Sympathien für den sogenannten Wüstenfuchs, in einer von ihnen unterstellten Funktion als “guter Deutscher”, freien Lauf lassen.

Namen tun nichts zur Sache, denn diese Wichsvorlage für Wehrmachtsfreunde hätte jeder schreiben können, der beim “Spiegel” eine Tastatur bedienen darf. Vielleicht sogar jener Walser-Sohn, der nach einer prominenten Einzelmeinung “ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder” sein soll und der seinen hausinternen Spitznamen, “Einsatzgruppe Augstein”, wohl nicht ohne Grund tragen wird; seine Gastspiele in Papas interessantem Magazin wirken im Vergleich zu den Reden eines Sir Winston Churchill übrigens auch nach vielen Jahren im Journalismus noch immer so, wie ein paar Hundehaufen neben dem Himalaya.

Was den Kern der Angelegenheit betrifft, wäre zu konstatieren, dass jene Zeitgenossen Rommels, die den Kopf nicht derartig voller Scheiße Sauerkraut hatten, wie es nicht erst dieser Tage beim “Spiegel”, und dort vor allem beim Duo Fleischhauer/Friedmann, üblich zu sein scheint, sich keinerlei Illusionen darüber machten, was die Zielrichtung eines deutschen Eingreifens in Nordafrika war. In den Worten des damaligen britischen Premierministers etwa liest sich das so:

“Far larger operations no doubt impend in the Middle East theatre, and I shall certainly not attempt to discuss or prophesy about their probable course.”

Middle East bedeutete bereits damals genau das, was es auch heute bedeutet: Die Gegend an der Ostküste des Mittelmeers. Wenn sich das nun also liest, als habe der britische Premierminister sich schon am 20. August 1940 nur zu genau denken können, dass Rommel einen Eingriff in Nordafrika plant und wohin dieser dann durchbrechen sollte, so versteht man Sir Winston Churchills vielsagende Worte richtig. Zumal er im nächsten Satz der Vollständigkeit halber hinzufügt:

“We have large armies and many means of reinforcing them. We have the complete sea command of the Eastern Mediterranean. We intend to do our best to give a good account of ourselves, and to discharge faithfully and resolutely all our obligations and duties in that quarter of the world.”

Fleischhauer/Friedmann würden vermutlich einwenden, dass der Holocaust nichts mit Antisemitismus zu tun gehabt hätte, und beides nichts mit dem Zweiten Weltkrieg, aber auch nicht das Geringste; sie wären damit im warmen Schoß der völkischen deutschen Einheitsmeinung, insbesondere der “akademischen”, geborgen.

Zwar war “The Few”, während die Battle of Britain nicht entschieden war, rhetorisch in einem ziemlich dicken Strahl gepinkelt, aber Sir Winston Churchill ist nun mal einer derjenigen Schriftsteller gewesen, die ihren Literatur-Nobelpreis tatsächlich verdient hatten; sehr im Gegensatz etwa zu diesem kleinen Blechtrommler, Günter “Gedicht” Grass, der schon seit Jahren erfolglos in “Politik” zu machen versucht.

Anyway. Wer bezweifelt hätte, dass es keine gute Idee wäre, nach Kairo dann eventuell Jerusalem oder Tel Aviv anzugreifen, hätte sich spätestens jetzt denken müssen, dass eine solche Expedition in puncto Menschenleben und Material ziemlich teuer geworden wäre; nicht, dass das im Jahre 1941 und in Nazi-Deutschland jemand davon abgebracht hätte, es “jetzt erst recht” zu versuchen.

So soll es diesen “Herrn Hitler” denn auch sehr geärgert haben, dass die Kaukasus-Offensive zwei Jahre später dann eher daran interessiert gewesen war, das damalige deutsche Hoheitszeichen auf dem Elbrus anzubringen, statt sich für den Vorstoß in Richtung Palästina nützlich zu machen; vor der Gründung des jüdischen Staates einer der wenigen relativ sicheren Orte der östlichen Hemisphäre. Auch den Coup des Rashid Ali al-Gailani im Irak 1941 hatte Nazi-Deutschland erst relativ spät für seine Zwecke zu nutzen gewusst. Der zitierte Absatz schließt mit den vielsagenden Worten:

“More than that I do not think the House would wish me to say at the present time.”

Und mehr zu sagen war mit Datum dieses 20. August 1940 denn auch wirklich gar nicht nötig, denn den Rest konnten sich bereits im vorwege alle denken zu einer Zeit, als die Menschen ihren Kopf noch zum Denken gebrauchten; und diejenigen, die nicht denken konnten, wurden wenigstens nicht in den Journalismus gelassen, konnten sich also auch nicht an jenem Verbrechen am Gattungswesen beteiligen, das sich heute “Der Spiegel” nennt.

18 Jahre und kein bißchen schuldig

In Genf, dieser Trutzburg von “Frieden” und “Völkerverständigung”, traf sich am Montag zum ersten Mal eine Delegation der Republik Argentinien mit Repräsentanten der Islamischen Reublik Iran. Ziel dieses Treffens war es, das Attentat auf die AMIA zu untersuchen, bei dem vor 18 Jahren 85 Personen ermordet wurden, indem ein Attentäter sich zusammen mit seiner Bombe vor dem jüdischen Gemeindezentrum von Buenos Aires in die Luft sprengte.

Vor diesem Hintergund ließ die Pressestelle der Islamischen Republik Iran in einem effektiven Presse-Scoop in der auflagestärksten argentinischen Tageszeitung zum x-ten Mal in 18 Jahren behaupten, dass man nichts, aber auch rein gar nichts, mit diesem Massenmord zu tun hätte – dass es anders sein könnte, ist selbstverständlich völlig unvorstellbar; mindestens so unvorstellbar, wie dass die Erde keine Scheibe ist.

Aus der Cancillería, der argentinischen Außenbehörde mit Sitz im Palacio San Martín, war mit Blick auf die Verhandlungen in bezeichnender Indiskretion zu vernehmen, dass sich in Genf “ein paar Unfähige ohne Erfahrung” mit “Fantomen” treffen würden, um die bilateralen Beziehungen zu bereinigen; warum sollte es dem argentinischen Staat mit seinem AA-Personal auch besser gehen, als dem deutschen? Wirtschaftlich läuft es übrigens auch zwischen diesen beiden Staaten gut und es soll immer besser werden – wenn nur, wie gesagt, “das mit den Juden” nicht wäre.

Ramin Mehmanparast, Mundstück der Mullah-Diplomatie, hat im Vorwege bereits angekündigt, dass man solange “verhandeln” würde, bis man zu einem zufriedenstellenden Ergebnis käme:
“Las negociaciones en marcha (con la Argentina) van a continuar hasta que se alcance una clara conclusión” / “Die auf den Weg gebrachten Verhandlungen (mit Argentinien) werden solange fortgesetzt, bis sie zu einem klaren Ergebnis kommen.”

Wie diese “conclusión clara” aus iranischer Sicht auszusehen hätte, geht aus der einschlägigen Erklärung ja bereits schon jetzt ganz unzweideutig hervor. Fragt sich lediglich, inwieweit in dieser Angelegenheit die Wahrheit mit einer diplomatisch geschickten Wortwahl kompatibel ist, oder ob man sich diese “Verhandlungen” nicht besser sparen könnte.

In welchem Umfang die überfällige Anaylse und Sanktionierung “Aufarbeitung” der Vergangenheit auf Vermittlungsbemühungen des lateinamerikanischen Brückenkopfes der Mullah-Diktatur in Caracas, a.k.a. Hugo Chávez, zustande gekommen ist, geht aus den Agenturmeldungen nicht hervor.

Ebensowenig ist aus dem Pressematerial ersichtlich, ob die Regierung von Cristina Kirchner interessiert daran wäre, auch das Attentat auf die israelische Botschaft im Jahre 1992 aufzuklären, dessen Urheberschaft das Mullah-Regime ebenfalls zu allen Zeite denunzieren musste.

Im Ernst …

… will die gleichnamige Cornelia, eine “Linke” aus jener Feigenblatt-Schwatzbude, die sich doppelt widersinnig Europa-Parlament nennt, und der Berliner Brüsseler Beamtendiktatur einen Anschein demokratischer Dignität geben soll, auch nach ihrer Ausladung noch immer gerne in den Iran. Nicht nur, weil SED- MEP-Ernst eine ausgemachte Freundin des demokratischen Anscheins wäre. Sondern, man ahnt bereits jetzt völlig richtig, weil ausgerechnet “Atommächte” gegen das iranische Atomprogramm wären.

Wir dürfen bei unseren verehrten Leserinnen und Lesern voraussetzen, dass sie folgendes wissen: Nicht nur “Atommächte” sind gegen das iranische Atomprogramm. Sondern so gut wie alle, die ihren politischen Verstand nicht gegen “linke” oder andere Wahnvorstellungen eingetauscht haben. Aber MEP-Ernst treiben wohl nicht allein ihre freiwillig-unfreiwilligen “politischen” Ressentiments Sympathien vom “Europa-Parlament” in die Majils, und mithin von einer Schmierenbühne, die im Ernst (und auch sonst) nichts Entscheidendes zu sagen hat, in jenes Marionettentheater, in dem ein etwas handfesterer Staatsterrorismus die Regie führt.

Nein. Denn es dünkt die Genossin, dass der Dialog mit den Mullahs die einzige Alternative zu jenem “Krieg” sei, von dem MEP-Ernst stellvertretend für ihre Klientel “weiß”, dass er keine gute Sache sei (zumindest, solange Deutschland in seinen diversen geschichtlichen Erscheinungsformen ihn verliert?). Ebenso scheint es Frau Ernst nicht um “Atommächte” im Plural zu gehen, sondern vielmehr um die eine angebliche Atommacht im Singular, derenthalber der gesamte Nahe Osten nach Meinung dieser deutschen europäischen “Linken” in eine “atomwaffenfreie Zone” verwandelt werden müsste: Israel. Wäre ja auch noch schöner, wenn die jüdische Demokratie sich dank ihrer Ambiguität in der atomaren Abschreckung eines “Schicksals” entzöge, das sie aus Sicht dieser “linken” Parlamentarierin wohl nur zu gut verdient?

Denn, mal im Ernst, EU-Genoss_innen: Die sind doch selber daran schuld, die Israelis, dass im Nahen Osten jetzt alle die Bombe möchten, nicht wahr? Haben sie sich doch selbst so eingebrockt, oder? Warum aber sollte das Mullah-Regime auch durch Sanktionen, die MEP-Genossin Ernst stellvertretend für ihre “linke” Klientel vor dem Hintergrund ihres uneingestandenen Ziels “völlig untauglich” dünken, daran gehindert werden, aus zweimal Unrecht einmal Recht zu machen?

Es bekommt eben jede Diktatur das Personal, das sie verdient.

Noch ’ne Frage

to: hoererservice@dradio.de

Shalom,

in Ihren Nachrichten vom 28. September um 18 Uhr melden Sie:

„Als Reaktion auf das in den USA produzierte islamfeindliche Video waren in Bengasi der amerikanische Botschafter und drei seiner Mitarbeiter ermordet worden.“

Woher wissen Sie das?

Nach Angaben von Augenzeugen und selbst der US-Regierung hat es in Bengasi keine bis nicht nennenswerte Proteste gegen ein Video gegeben, sondern einen Angriff, mit dem Al Qaida verbundene Terroristen das Jubiläum von 9/11 begehen wollten und – leider – auch erfolgreich konnten.

Die New York Times beispielsweise meldete bereits am 26. September unter der Überschrift „Clinton Suggests Link to Qaeda Offshoot in Deadly Libya Attack“:

„Secretary of State Hillary Rodham Clinton on Wednesday suggested there was a link between the Qaeda franchise in North Africa and the attack at the American diplomatic mission in Benghazi, Libya, that killed the American ambassador and three others.“

Woher haben Sie nun also die in Ihren Nachrichten berichtete Gewissheit von einer „Reaktion auf das in den USA produzierte islamfeindliche Video“?

Bayerische Verhältnisse II

to: presse@hss.de

Guten Tag,

einer auf den 22. März 2012 datierten Pressemitteilung Ihrer Stiftung ist zu entnehmen, daß Sie an der Formulierung einer neuen Verfassung für Tunesien beteiligt sind.

„Hanns-Seidel-Stiftung berät bei Neufassung der tunesischen Verfassung [..] Im Rahmen ihrer Demokratieförderung unterstützt die Hanns-Seidel-Stiftung in Tunesien demokratisch-rechtsstaatlich orientierte Kräfte, eine für alle Seiten akzeptable Lösung bezüglich der zukünftigen Ausgestaltung des Staates und seiner Verfassung zu finden.“

In Artikel 27 eines Verfassungsentwurfshttp://bit.ly/NGkTXy – heißt es nun:

„Alle Formen der Normalisierung mit dem Zionismus und der zionistischen Entität sind ein Verbrechen und strafbar.“

Welchen Anteil hatte Ihre Stiftung an der Formulierung dieses Abschnitts? Halten Sie eine solche Regelung für vereinbar mit Ihrem Verständnis von Demokratie?

Mit freundlichen Grüßen

„Strategie der Aggressoren“

Ist es übertrieben, Parallelen zwischen der Strategie der Nazis und der Tel Avivs zu ziehen?

Diese Parallelen, nach denen unser Leser Reinhold Reich aus Salzwedel fragt, sind durchaus vorhanden. Sie werden sichtbar in der Strategie des „Blitzkrieges“, mit der die faschistische Armee im zweiten Weltkrieg operiert hat und die jetzt auch von der israelischen Regierung praktiziert wurde. Voraussetzung für den Blitzkrieg ist natürlich die skrupellose Entscheidung, auf diplomatische und politische Ausgleichsmöglichkeiten zu verzichten und statt dessen den Weg des brutalen militärischen Überfalls, des ersten Schlages, zu gehen. Diesen Weg haben die Nazis gewählt, und ihn beschritt auch Israels Kriegsminister Dayan. Dabei ist die Frage des Anlasses – Gleiwitz oder Akaba – nur von untergeordneter Bedeutung. Wenn ein Vorwand für den Überfall gesucht werden soll, findet ihn der Aggressor auch.

Allerdings sollte man daran denken, daß die „Blitzkrieger“ noch immer die geeignete Antwort erhalten haben. Auch das dürfte für beide Fälle zutreffen.

(Al Hayat, Beirut, 31.05.1967)

Im UNO-Sicherheitsrat machte der sowjetische Chefdelegierte Professor Fedorenko auf eine weitere Parallele aufmerksam. Mit der Weigerung Israels, das geraubte Territorium herauszugeben, hat die israelische Regierung auch „die Theorie vom Lebensraum übernommen, jenes zynische Argument der Nazibosse, mit dem sie den zweiten Weltkrieg führten“.


(Ephraim Kishon: Pardon, wir haben gewonnen, Frankfurt/Berlin 1978, S. 116/17)

Schließlich ist noch ein Zusammenhang unübersehbar: Die Begeisterung der militärischen, politischen und publizistischen Vorwärtsstrategen in Westdeutschland über Dayans Strategie. Sie bejubeln die gleiche Strategie, die sie in der Nazizeit bejubelt haben. Sie frönen dem gleichen Kult der Gewalt („Der Sieger hat immer Recht; was tut es schon, wer den ersten Schuß abgegeben hat“). Sie fühlen sich in jene Zeiten zurückversetzt, wo sie ihre eigenen „Blitzkriege“ führten, während sie gleichzeitig die Juden zu Millionen in die Gasöfen schickten.

Indessen vergessen sie, daß nach dem „Blitzkrieg“ auch das Jahr 1945 kam.

(Peter Lorf, Neues Deutschland, 13.06.1967, S. 7)

Der Parallel-Gauck

… der heute zu einer mehrtägigen “politischen” Visite in Israel eingetroffen ist, bewies sich bereits kurz nach seiner Landung als Idealist von echtem deutschen Schrot und Korn.

(Nein, nein, verehrte Leserinnen und Leser, angesichts von Staatspräsdient Shimon Peres hat der Bundes-Gauck es sich gerade noch verkneifen können, mal wieder aus waschechten Nazis ein paar aufrechte deutsche Antikommunisten zu machen).

Aber es gab der priesterliche Gauck seiner präsidialen Hoffnung Ausdruck, dass der “Atomstreit” mit dem Iran sich “auf dem Verhandlungsweg” lösen lassen werde. Was spätestens dann der Fall sein dürfte, wenn es der 5+1-Gruppe gelungen ist, den Mullahs soviel Zeit zu verschaffen, dass alle anderen Optionen sinnlos geworden sind, und die Welt sich mit einem nuklear bewaffneten Iran abfinden muss, ob sie will oder nicht.

Daneben hofft der amtierende Bundespräsident des wiedergutgewordenen Deutschlands öffentlich, dass das Abschlachten der syrischen Zivilbevölkerung nun bald aufhören werde. Auch damit mag er recht behalten – spätestens dann, wenn keine syrische Zivilbevölkerung mehr da ist, die sich abschlachten lässt, wird der Staatsterror el-Assads wohl aufhören müssen, mangels Masse.

Außerdem glaubt der Bundes-Gauck, dass in Ägypten jetzt alles gut wird; immerhin liegt dort nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen ein religiöser Kandidat in Führung, der in diesem Punkt schon mal eine nicht ganz unwesentliche Eigenschaft mit dem ebenfalls recht gläubig sozialisierten Personal im Bundespräsidial- bzw. Kanzleramt gemeinsam hat.

Ob der Parallel-Gauck nun hofft oder glaubt, es gäbe irgendwo ein Land, wo die Fasslimonade aus dem Wasserhahn fließt und wo einem der Briefträger jeden Morgen einen frischgebackenen Streuselkuchen serviert, oder ob der Bundes-Pastor einfach nur vergessen hat, seine Tabletten zu nehmen, konnte das Pfarr-, äh: Bundespräsidialamt bisher nicht bestätigen.

Immerhin ist es bemerkenswert, wie groß der Verzicht auf einen realistischen Bezug zur Wirklichkeit sein muss, um in Deuschland eine “politische” Karriere zu machen. Es genügt indes, dass dieser Trick in Deutschland funktioniert – in Gesellschaften, die auf einen sinnvollen Bezug zur Wirklichkeit angewiesen sind, wirkt das, was der Herr Gauck gerade abzuziehen versucht, eher etwas peinlich: Glaube, Liebe, Hoffnung – und ein kleines bißchen Wagner?

Es fehlt jetzt nur noch, dass der Gauck auf Staatsbesuch seine Liebe zu den “Opfern der Opfer” à la Fischer entdeckt und über Wohnungsbau auf der West Bank reden möchte.

Strengstes Leseverbot: Nicht für Sigmar Gabriel bestimmt

Offener Brief
an Herrn Ban Ki-Moon, UN-Generalsekretär,
Frau Staatssekretär Hillary Clinton,
Herrn Botschafter Daniel Shapiro,
Herrn Herman van Rompuy, Präsident des Europäischen Rats,
Herrn Yves Daccord, Generaldirektor des Internationalen Roten Kreuzes,
Herrn Shimon Peres, Präsident des Staates Israel,
Herrn Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident Israels,
und alle, die es angeht:

Shalom,

nach Angaben verschiedener Nachrichtenagenturen wurde Muhammad Abu Shahala, ein früherer Mitarbeiter des Geheimdiensts der Palästinensischen Autonomiebehörde, in einem überstürzten Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt. Sein Verbrechen: Er hat in Hebron Land an Juden verkauft.

Er wird berichtet, daß Herr Abu Shahala von denen, die ihn festnahmen, gefoltert wurde und danach ein Geständnis ablegte. Die Todesstrafe kann nur dann vollstreckt werden, wenn das Urteil von dem auch als Abu Mazen bekannten Mahmoud Abbas, Präsident der PA, bestätigt wird. Unterzeichnet er das Todesurteil, kann Abu Shahala hingerichtet werden.

Der Gedanke daran, daß der Verkauf von Land als „Kapitalverbrechen“ definiert wird, das mit dem Tode bestraft wird, ist erschreckend. Allein schon die Tatsache, daß innerhalb des Rechtssystems der PA ein solches „Gesetz“ existiert, kündet von einem barbarischen und perversen Verständnis von Gerechtigkeit, die an Praktiken erinnert, die in dunklen Zeiten üblich waren.

Es ist Aufgabe der gesamten internationalen Gemeinschaft, die Abu Mazen und die Palästinensische Autonomiebehörde als ernsthafte Friedenspartner im Nahen Osten ansieht, sich öffentlich gegen Mord per Gesetz auszusprechen, wenn das „Verbrechen“ einzig darin besteht, Land verkauft zu haben. Wie würde die Reaktion aussehen, gäbe es in den Vereinigten Staaten, Frankreich oder der Schweiz Gesetze, die den Landverkauf an Juden untersagen?

Tatsächlich wurden vor weniger als 100 Jahren entsprechende Regeln aufgestellt und durchgesetzt. Bekannt wurden sie als die berüchtigten „Nürnberger Gesetze“. Am 3. Oktober 1938 trat in Nazi-Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers eine „Verordnung über die Beschlagnahmung jüdischen Besitzes“ in Kraft, die „den Transfer von Eigentum von Juden an nicht-jüdische Deutsche“ regelte.

Am 11. Dezember 1938 wurde ein weiteres Gesetz beschlossen, das „die Entfernung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ zum Ziel hatte. Darin findet sich ein Satz, der das Anbieten von Waren für Juden untersagte.

Ist die Palästinensische Autonomiebehörde eine Reinkarnation des Dritten Reichs?

Wir appellieren an alle internationalen Staatsmänner und -frauen, sich für die Aufhebung des Todesurteils gegen Muhammad Abu Shahala und gegen dessen Vollstreckung einzusetzen. Der Verurteilte ist unverzüglich aus der Haft freizulassen, da er kein Verbrechen begangen hat.

David Wilder, Noam Arnon
The Jewish Community of Hebron

(www.hebron.com/english/article.php?id=777)

Krass, krasser, Grass

Israel den Judenfeinden zum Fraß vorwerfen
Sei nur was für Neo-Nazis oder die junge Welt?
Die Realität ist viel krasser.

Vernichtungsdrohungen des Iran zu derealisieren sei nur etwas
Für Islamforscherinnen und ein Zentrum für Antisemitismus(forschung)?

I wo. Die alte Hauptstadt der Bewegung ist längst wieder Hauptstadt der Bewegung
Jener die den Judenstaat so abgründig hassen, dass sie sich zu dessen Freund erklären
Und Freunden bricht man nun schon mal gerne das Genick oder erdrückt sie, um hernach
Auf der Beerdigung vorgebliche Tränen zu verdrücken

(Clemens Heni: Was würde Thomas Mann wohl sagen? Krasser als krass: Grass)

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