SPIEGEL online

“SPIEGEL online” stellt klar: Jakob Augstein ist ein Antisemit

Das Simon Wiesenthal Center (SWC) “stellt”, wie SPIEGEL online unter Berufung auf dpa meint, “klar”, was es gar nicht klarstellen kann:

“‘Wir sprechen nicht von der Person, sondern von den Zitaten’, stellte der für die Liste mitverantwortliche Rabbi Abraham Cooper im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag klar.”

Gleichwohl hilft auch das nichts, denn trotzdem fabuliert das Portal zum deutschen Nachrichtenmagazin munter weiter drauflos:

“Mit seiner Platzierung des SPIEGEL-ONLINE-Kolumnisten Jakob Augstein auf der Liste der zehn übelsten Antisemiten hatte das Simon-Wiesenthal-Zentrum eine Kontroverse ausgelöst.”

Jakob Augstein wird also auf diese Liste, die nämlich der Phantasie deutscher Journaille entstammt, zwangsläufig durch eben diese gesetzt.

Auch Trottel liegen manchmal richtig.

Du bist Deutschland

Jan Fleischhauer, der sich als Antisemitismus-“Experte” outete, als er über Erich Rommel schrieb, dieser habe an einem “in Berlin weitgehend unbedeutend[en] [..] Nebenkriegsschauplatz” gekämpft und sei “kein Antisemit” gewesen, lästert über Abraham Cooper:

“Muss man noch erwähnen, dass der Mitbegründer des Wiesenthal-Centers den Namen des Mannes, den sie dort gerade zum deutschen Ahmadinedschad erklärt haben, kontinuierlich falsch schrieb?”

Mit solchen Scherzen sollte vorsichtig sein, wer für ein Portal schreibt, das es innerhalb eines Artikels schafft, den ehemaligen israelischen Außenminister konsequent mehrmals Avigdor Liebermann und nicht weniger konsequent mehrfach Avigdor Lieberman zu nennen.

Im übrigen steht über der Liste in doch recht leserlichen Buchstaben “Top Ten Anti-Israel/Anti-Semitic Slurs”. Man muß wohl Jan Fleischhauer heißen, um aus slurs – Verleumdungen – Verleumder machen zu können, gleichwertige noch dazu, obgleich man zuvor doch selbst noch “den Rang abgelaufen” getippt hat.

Aber gut, wer das Urteil eines Salomon Korn lobt, der “nicht sehr viel” gelesen haben will von dem, was Jakob Augstein geschrieben hat, also ganz unheimlich qualifiziert ist, dem können solche Feinheiten vielleicht gar nicht auffallen.

Du bist Deutschland

Im März 2010 genehmigte die Regierung in Israel den Beginn von Planungen für den Bau von 1.600 bis 1.700 Wohnungen in dessen Hauptstadt Jerusalem. Prompt erklärten Bausachverständige in aller Welt so ungefragt wie panisch, Juden hätten in Jerusalem nichts zu suchen und schon gar nicht zu bauen oder, noch schlimmer, zu wohnen.

Mehr als zwei Jahre später ist noch immer kein Bagger angerückt, kein Grundstein gelegt. Vielmehr wurde das Bauvorhaben einer Prüfung unterzogen, “Palästinenser” befragt und entschieden daß nun 200 Wohnungen weniger gebaut werden und die aktualisierten Planungen erneut überprüft werden sollen.

“Interior Ministry spokeswoman Efrat Orbach said the project still must go through several additional planning stages, and it could be years before final approval and construction.”

Über ein Bauprojekt, das solche Fortschritte macht, würde man lachen, sollte es etwa ein Flughafen vor den Toren Berlins werden. Dem Lachen würden Untersuchungsausschüsse folgen und Rufe, die für die Verzögerungen Verantwortlichen als solche zu behandeln. Nicht so, wenn es um die Kapitale Israels geht.

Da geraten deutsche Schreibstubenhelden bei der Ankündigung, es könnten in ein paar Jahren erste Spatenstiche erfolgen, in helle Aufregung, sehen sie “jüdische Siedler” in Jerusalem einfallen. Und so kramen sie irreführende Bilder aus ihren Archiven hervor und denken sich noch irreführendere Überschriften aus:

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Deutsche Qualitätsjournaille eben.

Analystik

Faszinierend, was deutsche Analysten analysieren können. Für SPIEGEL online schließt Susanne Koelbl aus der durchaus bedauerlichen Tatsache, daß Khaled Meshaal seine “historische” Visite in Gaza überlebte, dieser “womöglich einer der letzten Hardliner ist, mit denen sich Frieden machen lässt”.

In der Tat, “der israelische Geheimdienst Mossad hätte ihn ebenso wie [..] Ahmed al-Dschabari [..] am 14. November mit einer Drohne ins Jenseits befördern können”. Doch lebt Khaled Meshaal vielleicht auch nur deshalb noch, weil sich einfach keine Gelegenheit bot, ihn ohne übermäßige Kollateralschäden zu neutralisieren.

“After passing through the Egyptian border crossing, Mashaal knelt on the ground to offer a prayer of thanks and was then greeted by dozens of officials from an array of competing factions lined up to meet him in warm December sun.”

Und auch später war Khaled Meshaal nie so einsam, daß man ihn per Drohne hätte gezielt töten können. Umgeben von eigenen “Sicherheitskräften”, verloren Hamas-“Polizisten” die Fassung, tauchte der Prophet Terrorist in ihrer Nähe auf, zudem wurden nicht gerade wenige Schutzschilde Menschen erwartet, ihn und die Hamas zu feiern:

“More than 200,000 supporters and guests are expected to attend the outdoor rally marking the founding of the Islamist movement as well as celebrating victory against the Israeli forces which bombed the Gaza Strip from the air for eight days in November.”

Und denen erzählte der Mann, von dem die Analystin behauptet, er habe ihr erklärt, seine Hamas würde “den Kampf sofort [einstellen], wenn der Staat Palästina anerkannt sei, selbstverständlich in den Grenzen von 1967″, nach Gaza werde er Ramallah “befreien”, “and after that Jerusalem then Haifa and Jaffa”.

“Am Ende hängt der Frieden an Persönlichkeiten”, schreibt die Analystin am Schluß ihres Texts, mit dem sie den Hamas-Terroristen auf eine Stufe stellt mit dem gewählten – und abwählbaren – Demokraten Benjamin Netanjahu, “die etwas wagen, das größer ist als ihre eigene politische Zukunft”.

200.000 und mehr “Palästinenser”, denen er eben die judenreinen Strände Tel Avivs versprach, würden gewiß auf Khaled Meshaals Zuruf ihre Urlaubspläne ändern. Es soll ja auch einen Osterhasen geben.

Unter Radikalen

Für SPIEGEL online wagte Nadia Bitar es, “Friedenshindernisse” zu besuchen: “Die radikalen Bio-Bauern von Itamar”. Ein Ereignis, das in Itamar geschah, wird so geschildert:

“Mal kam es zu Gewalt von Siedlern an Palästinensern, mal umgekehrt. 2011 erschütterte der brutale Mord an einer orthodoxen Familie Itamar. Zwei Palästinenser aus dem Nachbardorf Awarta wurden dafür verantwortlich gemacht.”

Man kann Nadia Bitar nichts vormachen. Schon gar nicht “Palästinenser” als bestialische Mörder schlafender Kinder. Deshalb “wurden” Amjad Awad und Hakim Awad auch bloß “verantwortlich gemacht”. Sie waren es nicht.

Daß die Al Aksa-Brigaden, sie werden befehligt vom “Palästinenserpräsidenten” Abu Mazen, das Massaker in Itamar als einen “heldenhaften Einsatz” feierten, darüber kein Wort.

Daß in Rafah in Gaza über das Blutbad begeisterte “Palästinenser” Süßigkeiten an alle verteilten, die ein solches Geschenk nicht ablehnten, auch daran verschwendet Nadia Bitar keinen Buchstaben.

Amjad Awad und Hakim Awad “wurden [..] verantwortlich gemacht” und haben nie gestanden und gegenüber Reportern betont, “I don’t regret what I did, and would do it again [..]. I’m proud of what I did [..]. I did it all for Palestine”.

Einfalt

Die “Nachrichtenagentur” dapd und – na klar – syd machen sich freiwillig zu Lautsprechern der CIA, wenn es dem Image der amtierenden US-Regierung dienen könnte. Die hatte standhaft Warnungen vor möglichen Al Kaida-Angriffen auf die US-Vertretung in Benghasi ignoriert und so Botschafter Christopher Stevens und weitere Mitarbeiter geopfert.

Und nach dem 11. September 2012 waren Repräsentanten der US-Regierung wie Susan Rice, UN-Botschafterin ihrer Präsidenten Barack Hussein Obama, durch alle möglichen und unmöglichen Sender gezogen, um zu verkünden, daß es in Benghasi keinen terroristischen Angriff gegeben habe, sondern nur eine spontane Demonstration etwas eskaliert sei:

“What happened in Benghazi was in fact initially a spontaneous reaction to what had just transpired hours before in Cairo, almost a copycat of the demonstrations against our facility in Cairo, which were prompted, of course, by the video.”

Diese (selbst von der US-Regierung) längst widerlegte Lüge – es gab weder eine “spontane” noch eine “friedliche Demonstration” -, wiederholen nun dapd und syd erneut:

“Zunächst hatten Menschen vor dem Konsulat friedlich gegen das Mohammed-Schmähvideo protestiert, später attackierten mehrere Dutzend Angreifer das Gelände mit schweren Waffen und stürmten schließlich das Gelände.”

Doch darauf, und das ist neu, hätten amerikanische Sicherheitskräfte in Libyen schneller geantwortet “als bisher bekannt”:

“Bereits 25 Minuten nach Beginn des Angriffs am 11. September habe die CIA Sicherheitskräfte zu dem Gelände in der libyschen Hafenstadt entsandt, erklärte der Geheimdienst.”

Der wolle damit, wie der Pleitier unter den “Nachrichtenagenturen” und syd glauben machen, ein böse republikanische Verleumdung aus der Welt schaffen, hatten doch “Republikaner um Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney [..] die Sicherheitsvorkehrungen am Konsulat in Bengasi in Zweifel gezogen”.

Doch es ändert auch nicht eine schnelle Reaktion der CIA etwas daran, daß in dieser Geschichte gerade nicht Republikaner als Lügner auftraten. In dieser Rolle gefielen sich vielmehr Barack Hussein Obama, Hillary Clinton, Susan Rice, diverse Regierungssprecher – und, siehe oben, gefallen sich noch heute dapd und syd.

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Du bist Deutschland

Vor mehr als zwanzig Jahren gelang es einem israelischen Kommando, Abu Jihad zu neutralisieren. Der Stellvertreter Yassir Arafats war zuvor in den Mord an mehr als drei Dutzend israelischen Zivilisten verwickelt und einer der Organisatoren der ersten Intifada.

Um den Heiligen Krieger trauert nicht nur die PA, um ihn und über ein gar grausames Schicksal, das offenbar so wenig zählen kann wie er, weint auch KurtFolkert, bestimmt ein SPIEGEL-Leser:

“Schockierend dass Israel einfach alle Menschen umbringen darf und umgekehrt kaum Israelis sterben. Wenn sich beide Völker schon sinnlos umbringen müssen, sollte das Schicksal doch fair bleiben und die Opfer auf beiden Seiten in gleicher Höhe zulassen.”

“Skandal”: Mitt Romney plaudert die Wahrheit aus

Die Geschichte “palästinensischer” Bemühungen, einen Frieden mit Israel zu erzielen, ist – kurz. Wenn es sie denn überhaupt gibt. Auf seiner offiziellen Website ehrt “Palästinenserpräsident” Abu Mazen Terroristen, seine “Behörden” kennen keine “Grenzen von 1967″.

Und wenn Israel von seinen “Freunden” in Europa und in den Vereinigten Staaten immer wieder aufgefordert wird, es solle mit Zugeständnissen die “Palästinenser” zurück an den Verhandlungstisch locken, so steckt dahinter doch das Eingeständnis, daß es nicht Israel ist, an dem ein Frieden bisher scheiterte.

In Ramallah protestierten in den vergangenen Wochen zahlreiche “Palästinenser” teilweise gewaltsam nicht nur für eine Absetzung ihres “Ministerpräsidenten” Salam Fayyad, sondern auch gegen “ihren” “Präsidenten” und gegen die Verträge von Oslo, die zumindest auf dem Papier einen “Friedensprozeß” versprechen.

Die Hamas erklärt derweil jeden Gedanken an eine Akzeptanz Israels als Staat – nicht als jüdische Demokratie – zu Hochverrat, für die islamistische “Regierung” Gazas ist das Ziel ihrer Raketen “a satanic seed and a usurping and occupying entity that is destined to disappear”.

Doch erdreistet der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney sich, genau das vor Anhängern näher zu erläutern, ist SPIEGEL online, eine Heimat deutschen Salon- und anderen Antisemitismus’, natürlich entsetzt:

“In seiner heimlich gefilmten Rede spricht US-Präsidentschaftskandidat Romney auch über den Nahost-Konflikt. Die Palästinenser hätten keinerlei Interesse an Frieden und wollten Israel zerstören, sagt der Republikaner. Damit hat er innerhalb von 24 Stunden den zweiten Skandal am Hals.”

Skandalös ist daran nur, daß es Initiativen und Medien gibt, die aus einer Schilderung von Fakten einen “Skandal” zimmern.

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