Tag: 5. April 2017

Warnung

»Die syrischen Chemiewaffen sind erfolgreich vernichtet worden.« Für Frank-Walter Steinmeier, im August 2014 deutscher Außenministerdarsteller, hatte die Diplomatie einmal mehr einen großen Sieg errungen. »Dass es nun gelungen ist, die gefährlichsten Chemiewaffen des syrischen Regimes unschädlich zu machen, ist ein wichtiger Schritt und eine bemerkenswerte Leistung«, verkündete er.

Die »internationale Gemeinschaft« habe, so der Politiker weiter, demonstriert, daß sie »unter keinen Umständen« bereit sei, »den Einsatz von Chemiewaffen zu tolerieren. Massenvernichtungswaffen sind heutzutage zum Glück mit einem absoluten Tabu belegt!« Was hält man drei Jahre später wohl in Khan Sheikhoun vom derweil zum Bundespräsidenten aufgestiegenen Frank-Walter Steinmeier?

Tatsächlich beweist Khan Sheikhoun, wie wenig wert das Wort solcher Diplomaten ist und wie weit weg die »internationale Weltgemeinschaft«, wenn sie gebraucht. Die Frank-Walter Steinmeiers des Planeten sind es, auf die sich Despoten und Tyrannen stützen können, wenn sie entweder ihre »eigenen« Untertanen massenhaft metzeln oder anderen Staaten mit der Vernichtung drohen.

Khan Sheikhoun steht nicht bloß für ein weiteres Kriegsverbrechen in Syrien, es steht vielmehr für das Scheitern einer Diplomatie, die in Wirklichkeit doch jede Übernahme von Verantwortung zu vermeiden sucht. Und so sollte auch Jerusalem Khan Sheikhoun als Warnung verstehen: Kein Deal, der die Unterschrift eines Frank-Walter Steinmeier trägt, wird es vor der islamischen Bombe retten.

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