Tag: 7. April 2017

Signal

Mit einem Raketenangriff haben die Vereinigten Staaten in der Nacht zum Freitag in die seit sechs Jahren andauernden gewalttätigen Auseinandersetzungen in Syrien eingegriffen. Nach Angaben des amerikanischen Präsidenten Donald J. Trump wurde dabei der Stützpunkt der syrischen Armee ins Ziel genommen, von dem aus zuvor Giftgasangriffe auf Khan Sheikhoun geflogen worden waren.

Mit diesem »barbarischen Akt« habe das Regime Bashar al-Assads einen »langsamen und brutalen Tod« über viele Menschen gebracht, so der US-Präsident, es sei nun an der Zeit, das Blutvergießen in Syrien zu beenden. »Ich rufe heute alle zivilisierten Nationen auf, sich uns anzuschließen«, warb Donald J. Trump schließlich um Unterstützung. Bei dem Appell wird es vorerst wohl bleiben.

Mag das zielgerichtete Eingreifen der Vereinigten Staaten begrüßenswert sein, so erfolgte es doch recht unerwartet: Noch vor wenigen Tagen hatte das Weiße Haus sich regelrecht desinteressiert an einem Vorgehen gegen das Baath-Regime in Damaskus gezeigt. Und gleichzeitig scheint es keine konkreten Pläne zu geben, wie es nach dem Einsatz der 59 Tomahawk-Raketen weitergehen könnte.

Sind die Verbündeten des Blutsäufers in Damaskus, die Mullahs in Teheran, ihre »libanesische« Hisbollah und Wladimir Putins Rußland, sauer, überwiegt unter den Alliierten der USA abwartende Zurückhaltung: Der deutsche Außenministerdarsteller Sigmar Gabriel beispielsweise nannte die Entscheidungen der US-Regierung »nachvollziehbar«, was eben nicht gerade überzeugt klingt.

Immerhin aber hat Donald J. Trump ein Zeichen gesetzt. Wo sich sein Vorgänger blamierte und wie die oftmals beschworene »Weltgemeinschaft« in schulterzuckende Tatenlosigkeit flüchtete, zeigte er, daß es durchaus anders geht. Um aber eine positive Veränderung in Syrien zu erreichen, bedarf es dann doch noch mehr als 59 Raketen. Wünschenswert ist, daß Washington auch dazu bereit ist.

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