Tag: 13. April 2017

Werben um die Hamas

In Manama, der Hauptstadt von Bahrain, hat Abu Mazen, der »Präsident« des Regimes der PLO in Ramallah, bei einem Treffen mit Repräsentanten arabischer und islamischer Staaten der seit einem Jahrzehnt in Gaza herrschenden Hamas vorgeworfen, mit ihrem Putsch 2007 »ein Verbrechen gegen unser Land« begangen zu haben. Der einzig legitime Vertreter der »Palästinenser« sei nämlich – er.

Daß die islamistische Terrororganisation zahlloser Verbrechen schuldig ist, wird in zivilisierteren Gegenden niemand bestreiten. Vertreter der PA allerdings haben sich immer wieder geweigert, sich negativ über den »palästinensischen« Ableger der Ikhwan zu äußern. Selbst Abu Mazen betonte in der Vergangenheit gern, die Hamas sei »Teil unseres Volkes«, statt sich von ihr zu distanzieren.

Besonders deutlich war vor drei Jahren die Weigerung Abdallah Frangis, der im deutschen TV als von Abu Mazen ernannter »Gouverneur von Gaza« auf eine Frage nach Raketenangriffen auf Israel erklärte, »es geht jetzt nicht darum, daß man Befehle für Hamas gibt oder nicht«. Und als der Terror der Islamisten endlich von den IDF bekämpft wurde, lernte Deutschland Khouloud Daibes kennen.

Die »Botschafterin« der Regimes von Ramallah in Deutschland trat in zahlreichen Rundfunk- und TV-Sendungen auf, darunter bei Anne Will: »Als sie Khouloud Daibes fragte, wie skrupellos es sei, dass die Hamas auf menschliche Schilder im Gazastreifen setzt, eierte die Diplomatin herum, drückte sich um eine direkte Antwort«. Kein Verbrechen offenbar, Gaza in einen Krieg zu stürzen.

Zu den klügeren Aussagen des deutschen Außenministerdarstellers Frank-Walter Steinmeier gehört die wohl deshalb schnell wieder vergessene Forderung, »Gaza darf nicht mehr von der Hamas [..] als Waffenlager missbraucht werden«. Doch in diesem Sinn will Abu Mazen nicht mißverstanden werden: Nennt er die Hamas verbrecherisch, so nur, um eine »Versöhnung« mit ihr zu verprechen.

tw_24:blog © 2006-2017