Tag: 16. April 2017

Kontraproduktiv

Begleitet von wüsten antisemitischen und antiamerikanischen Beschimpfungen einer hochrangigen Repräsentantin des PLO-Regimes in Ramallah bereitet sich das Weiße Haus auf einen Besuch Abu Mazens am 3. Mai vor, des Vorgesetzten der wütenden Hanan Ashrawi. Schon am nächsten Sonntag werden angeblich »Funktionäre« der PA-»Regierung« in Washington zu Vorgesprächen erwartet.

Während Donald J. Trump, bald 100 Tage im Amt als Präsident der Vereinigten Staaten, von seinem Versprechen, die amerikanische Botschaft in Israel in dessen Hauptstadt Jerusalem anzusiedeln, nur noch wenig zu wissen scheint, will er mit seinem »palästinensischen« Gast über Lösungsansätze für den Konflikt zwischen dessen PLO und Israel sprechen. Er halte einen Deal, heißt es, für möglich.

So begrüßenswert das Interesse des Weißen Hauses an dem Konflikt freilich ist, so wenig vermag es mit einem Empfang Abu Mazens zu überzeugen. Denn der »Palästinenserpräsident« ist ja in der Tat nicht nur gar nicht in der Lage, sich etwa gegen die Hamas durchzusetzen, die jede Einigung mit Israel ablehnt, er selbst hat daran kein Interesse, führt einen »diplomatischen« Krieg gegen Israel.

Wo immer Abu Mazen die Gelegenheit geboten wird, sich als Hoffnungsträger zu präsentieren, wird er sie nutzen – das internationale Parkett ist schließlich bestens geeignet, seine Verleumdungen des jüdischen Staates vorzutragen, und sich zugleich Gesprächen mit der Regierung in Jerusalem zu entziehen. Die Internationalisierung löst den Konflikt nicht, sondern verschärft und perpetuiert ihn.

Alle Politik, die an einem Frieden interessiert ist, an einer Zwei-Staaten-Lösung, müßte sich darauf konzentrieren, die »Palästinenser« dazu zu bringen, auf israelische Gesprächsangebote einzugehen, statt sich ihnen zu verweigern. Und das heißt eben gegebenenfalls, einem »Präsidenten« den großen Empfang zu verweigern, geht der mit ihm Verhandlungen mit Jerusalem doch nur aus dem Weg.

tw_24:blog © 2006-2017