Tag: 19. April 2017

Dienstleister

Als vor wenigen Tagen in vor allem arabischen Medien Gerüchte die Runde machten, die UNRWA, die exklusiv für die Betreuung und Vermehrung sogenannter »Palästina-Flüchtlinge« zuständige Agentur der Vereinten Nationen, wolle an von ihr betriebenen Schulen Änderungen an Lehrplänen und -büchern vornehmen, waren Aufregung und Verärgerung groß in Ramallah, dem Sitz der PA.

Man fürchtete und behauptete, eine Einflußnahme aus Israel würde »das palästinensische Narrativ« bedrohen und so »Identität und nationalem Kampf« der »Palästinenser« schweren Schaden zufügen. Die aus Protest verhängte Kontaktsperre war von kurzer Dauer, denn prompt folgte ein klärendes Gespräch zwischen »Ministerpräsident« Rami Hamdallah und UNRWA-Chef Pierre Krähenbühl.

Und danach scheint die Welt für das Regime in Ramallah wieder in Ordnung. Wie die UNRWA in einer Mitteilung auf ihrer Website erklärt, beruhten die Berichte über Änderungen im Unterricht auf Irrtümern und Fehlinterpretationen. Die UNRWA verstehe sich weiterhin als Dienstleister, der ganz auf das in den Gastgeberländern übliche Lehrmaterial setze. Allenfalls hier und da werde ergänzt.

Und diese zusätzlichen Materialien dienten nur dazu, gegebenenfalls an Prinzipien und Werte der Vereinten Nationen zu erinnern. Bestimmend blieben jedoch die Pläne der jeweiligen Gastgeber. Es bleibt also alles, wie es ist. An von der UNRWA betriebenen Schulen in dem umstrittenen Gebieten wird das »Märtyrertum« nach Vorstellungen der PLO bestimmend bleiben, in Gaza das der Hamas.

Statt mit der seit den 1950ern angewandten Praxis zu brechen, die Generation um Generation mit Vorstellungen indoktrinierte, die wenig gemein haben mit den verkündeten Werten der UN, bleibt die UNRWA also Erfüllungsgehilfin terroristischer Organisationen, die sich im Krieg mit Israel und dem Judentum sehen. Und ihr Schweizer Chef Pierre Krähenbühl ist darob auch noch stolz.

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