Tag: 3. Mai 2017

Hochstapler

Aus Gründen, die sich wohl jeder menschlichen Vernunft entziehen, gilt der bereits seit Jahren ohne demokratisches Mandat herrschende »Palästinenserpräsident« Abu Mazen international als ein glaubwürdiger Partner bei der Suche nach einer Lösung des Konflikts zwischen »Palästinensern« und Israel. Nun will auch der amerikanische Präsident Donald J. Trump mit dem PLO-Chef reden.

Leider räumt das Weiße Haus dem »Palästinenserpräsidenten« damit eine unverdiente Chance ein, sich als Staatsmann zu inszenieren, während es nötig wäre, Abu Mazen als das Friedenshindernis, das er ist, bloßzustellen. Was braucht es dazu eigentlich mehr als etwa den jüngsten Beschluß der UNESCO, der auf »palästinensischen« Wunsch erneut Israels Existenz zum Verbrechen erklärt?

Gegenwärtig veranstalten in Israel inhaftierte »Palästinenser« einen Hungerstreik, der vom Regime in Ramallah nach Kräften unterstützt wird. Al-Hayat Al-Jadida, die amtliche Tageszeitung des PA-Regimes, zitiert am Tag des ersten Treffens zwischen Abu Mazen und Donald J. Trump den »Palästinenserpräsidenten« auf seinem Titel: Danach sind die Inhaftierten »unsere Helden«.

Zugleich bekräftigt mit Muhammad Sbeihat ein hochrangiger Repräsentant des Regimes dessen Asicht, noch am Donnerstag »Ehrenrenten« an Hinterbliebene »unserer Märtyrer« auszuzahlen, Zahlungen, die Donald J. Trump womöglich hinterfragen, aber nicht mehr aufhalten können wird. Der amerikanische Präsident wird so schon von seinem Gast vorgeführt, bevor ihr Treffen beginnt.

Sollte im Grunde jedes dieser Ereignisse für sich ausreichen, von einem Affront zu sprechen und sich der absehbaren Farce zu entziehen, scheint Donald J. Trump entschlossen, das Spiel Abu Mazens mitzuspielen. Das ist bedauerlich, wird auf diese Weise dem Friedensprozeß doch gewiß kein neues Leben eingehaucht, sondern nur ein Protagonist legitimiert, der genau das nicht verdient.

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