Tag: 7. Mai 2017

Mit freundlichsten Grüßen

Jibril Rajoub, »Generalmajor Jibril Rajoub«, wie fußballbegeisterte deutsche Diplomaten schreiben würden, hat in einem Schreiben Ismael Haniya zum Aufstieg an die Spitze des »Politbüros« der Hamas gratuliert. Bisher Kopf der Islamisten in Gaza, beerbt Ismael Haniya Khaled Meshal, bisher in diesem Amt. Damit sei jetzt, so die Hamas, der personelle Umbau an ihrer Spitze vollendet.

Gratuliert mit Jibril Rajoub der »Vorsitzende« des Olympischen Komitees der »Palästinenser« einer international als terroristisch geltenden Organisation zu personellen Entscheidungen, sollte ein solcher Schritt nicht nur das Internationale Olympische Komitee beschäftigen, sondern auch jene Deutschen, die sich bisher in der Nähe des »Funktionärs« des Regimes von Ramallah wohlfühlten.

Mit seinen Glückwünschen offenbart er, daß das Verhältnis zwischen seiner Fatah und der Hamas, das nach außen derzeit doch recht unfreundlich scheint, in Wirklichkeit in einem besseren Zustand ist als gedacht. Zwar dreht die Fatah der Bevölkerung Gazas im Machtkampf mit der Hamas derzeit den Strom ab, für freundschaftliche Grüße allerdings sind die Beziehungen doch noch eng genug.

Mögen Hamas und Fatah sich da oder hier also streiten, hält doch noch mehr sie zusammen. Und das ist das Problem. Statt sich in aller Form gegen die Islamisten zu stellen, sucht das Regime in Ramallah noch immer den Konsens mit ihnen. So bleibt es Teil des Problems und wird nicht zu dessen Lösung beitragen. Und das gilt auch für jene, denen zu Jibril Rajoub nur »Fußball« einfällt.

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