Tag: 21. August 2017

Haßbotschafter

In der deutschen Hauptstadt beginnt am kommenden Mittwoch das Pop-Kultur-Festival, in dessen Rahmen zahlreiche deutsche und internationale Künstler zu Auftritten erwartet werden. Fünf Bands allerdings sagten ihre Teilnahme ab, weil ihnen das Logo der israelischen Botschaft in Berlin in der Unterstützerliste der dreitägigen Veranstaltung nicht paßt, unter ihnen die Mazzaj Rap Band.

Die Mitglieder dieser Gruppe stammen aus Syrien, wo sie angeblich vom Regime Bashar al-Assads verfolgt wurden. Seit 2014 leben sie in Berlin und bestritten zahlreiche Auftritte als Band in ganz Deutschland. Dazu wurden sie auch noch eingeladen, nachdem sie bereits im April die Absage ihrer Teilnahme am Nachbarschaft-Festival in Berlin mit Ausfällen gegen Israel verbanden.

Spätestens seit ihrem damaligen Statement konnte man daher ahnen, daß die angeblichen Opfer des Baath-Regimes in Damaskus mit dem dort herrschenden Blutsäufer und dessen Unterstützern wenigstens etwas teilen: den Haß auf Juden und den jüdischen Staat. Wurden die Musiker noch Ende 2016 im TV als unterstützenswerte Oppositionelle gezeigt, haben sie sich nun selbst entlarvt.

Sie mögen zwar Gegner Bashar al-Assads und seines Regimes sein, doch macht sie das eben noch lange nicht zu Aktivisten, mit denen man sich solidarisch zeigen könnte: Wer die BDS-Bewegung unterstützt und für deren antisemitische Ideologie wirbt, disqualifiziert sich als jeden Supports unwürdig. Wer Gerechtigkeit im Boykott von Juden sucht, ist schlicht unzivilisierter Barbar.

Es scheint daher durchaus notwendig zu fragen, weshalb es erst zu der Einladung der Mazzaj Rap Band zur Teilnahme an einem Festival kommen konnte, das »Künstler*innen aus unterschiedlichen Regionen, Religionen und Kulturkreisen ein Forum für Auftritte und offenen Austausch über alle Grenzen hinweg« bieten will. Wer Juden ausgrenzen möchte, wird diesem Anspruch nicht gerecht.

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