Haßprediger

Sigmar Gabriel, der neueste deutsche Außenministerdarsteller, hat sich einmal mehr ablehnend über jüdisches Leben in den umstrittenen Gebieten geäußert. Während es eine Selbstverständlichkeit ist, daß Araber gleichberechtigt in Israel leben, bringen Juden offenbar nichts als Unglück, wollen sie in Gebieten leben, die nach Ansicht der Diplomaten im Auswärtigen Amt zu »Palästina« gehören.

»Wir sind besorgt«, erklärte der Sozialdemokrat nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters vor Medienvertretern am Rande der G20-Konferenz in der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn, »daß der unbegrenzte Bau von Siedlungen eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich macht und die Risiken von Konflikten im Nahen Osten, einschließlich eines möglichen Krieges, erhöhen könnte«.

Weil der deutsche Minister damit nur bekräftigte, was aus Berlin allzu oft zu hören war, fällt die Ungeheuerlichkeit dieser Aussage kaum mehr auf. Dabei ist sie inakzeptabel. Und ein Minister, der dennoch so gegen Juden hetzt, wäre in einer zivilisierten Gesellschaft längste Zeit im Amt gewesen. Menschen, die nichts wollen als leben, nachzusagen, sie seien Konfliktrisiken, ist unfaßbar schäbig.

Und es ist sachlich schlicht falsch. Das haben zumindest die jüngeren Fälle israelischer Rückzüge deutlich gemacht. Weder brachte der militärische Abzug aus dem Süden Libanons 2000 verläßlich Frieden oder auch nur Anerkennung noch die Räumung Gazas 2005. Gleichfalls wenig erfolgreich lief 2010 ein von Premier Benjamin Netanjahu ausgerufenes Baumoratorium für »Siedlungen« aus.

Die Regierung in Beirut hinderte die Hisbollah 2006 nicht daran, Israel in einen Krieg zu stürzen, etwas mehr als zehn Jahre später bekennt sich ein libanesischer Präsident zum Bündnis mit der islamistischen Terrororganisation. Von Gaza aus wird Israel immer wieder mit Raketen attackiert, Jihadisten graben Tunnel für künftige Kriege gegen Israel. Vier Kriege fanden seit 2005 statt.

Und vielfältige Konzessionen gegenüber dem Regime in Ramallah hätte die Regierung in Jerusalem besser unterlassen. Die PA unter Abu Mazen glorifiziert den antisemitischen Terror und belohnt ihn, zu Friedensverhandlungen war und ist sie nicht bereit. Und daran ändern die Lebenswünsche von ein paar Juden leider gar nichts. »Siedlungen« und »Siedler« sind keinesfalls das Problem.

Wer sich dennoch hinstellt und Juden und Israel verleumdet, indem er sie und es zur Ursache von Konflikten und Krieg erklärt, leistet keinen Beitrag zu einer Friedensfindung, sondern heizt den Konflikt weiter an. Er entschuldigt Terror und Krieg gegen Juden, statt den Opfern barbarischer Gewalt beizustehen. Dafür gibt es ein abgenutztes Wort, das mit »A« beginnt und »-ismus« endet.

1 Comment

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  1. Hast Du von Gabriel etwas anderes erwartet? Ich nicht. Er und auch Steinmeier gehören nicht zu den Zierden Deutschlands – gelinde gesagt, seeehr gelinde. Hat D keine besseren Politiker? Solche mit einem besseren, auch moralischen Kompass? Ich kann das fast nicht glauben. Wenn doch, dann ist das ein Armutszeugnis für D.
    lg
    caruso

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