Selbstmitleid

Saeb Erekat, »Generalsekretär« der PLO, eines Zusammenschlusses mehrerer »palästinensischer« terroristischer Organisationen, hat in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung vom Vereinigten Königreich und Israel verlangt, sich für die Balfour-Deklaration zu entschuldigen beziehungsweise Reue ob der »Katastrophe« der Wiedergründung des jüdischen Staates am 14. Mai 1948 zu äußern.

Mit der Balfour-Erklärung hatte Ihre Majestät vor 100 Jahren ihre Unterstützung für die Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte im von ihr verwalteten Mandatsgebiet »Palästina« geäußert und so einen Grundstein gelegt für die Unabhängigkeitserklärung Israels vor 69 Jahren, nachdem 1947 die Vereinten Nationen die Errichtungen zweier Staaten in »Palästina« beschlossen hatten.

Nahm die jüdische Seite das Teilungsangebot an und verzichtete damit auch auf Gebietsansprüche, lehnten arabische Staaten und Teile der arabischen Bevölkerung im Mandatsgebiet die Idee eines jüdischen Staates ebenso ab wie offenkundig die eines weiteren arabischen Gemeinwesens und entschieden sich für eine Fortsetzung ihres Krieges gegen das Judentum, der bis heute andauert.

Besonders angeheizt hatte diesen Krieg schon zuvor der unter »Palästinensern« deshalb bis heute verehrte Großmufti von Jerusalem Haj Mohammed Amin el Husseini, der sich in den 1940ern im deutschen Exil am Holocaust beteiligte. Nach seiner Flucht aus französischer Gefangenschaft 1945 blieb ihm die Verfolgung als Kriegsverbrecher erspart; Yassir Arafat gilt als einer seiner »Schüler«.

Erleben die »Palästinenser«, und das meint mindestens jene, die bis heute überzeugt sind, von der Geschichte übervorteilt worden zu sein und nicht als Folge eigener Fehlentscheidungen zu leben, wie sie leben, die Erfolge des zionistischen Projekts Israel als »Katastrophe«, ist das tatsächlich kein Grund für Entschuldigungen oder Reue. Die Araber wollten nicht, worum sie heute klagen.

Dafür freilich die britische Monarchie verantwortlich zu machen und eben Israel, offenbart, wie wenig bereit die Mitte der 1970er als »Volk« erfundenen »Palästinenser« sind, Selbstverantwortung zu übernehmen. Ihr Schicksal liegt in ihren Händen, doch sie sehen ihre Aufgabe darin, Juden die Existenz zur Hölle auf Erden zu machen. Doch die lassen sich das nicht gefallen, schlagen zurück.

Am vergangenen Wochenende fanden im von Ramallah beherrschten Gebiet »Kommunalwahlen« statt. In Hebron hatte die Fatah als stärkste »Fraktion« im Verbund der PLO Tayseer Abu Shneineh nominiert, einen verurteilten Terroristen. Will Saeb Erekat ein friedlicher Nachbar sein, wären ihm Kandidatur und – mehr noch – Erfolg des Mörders peinlich. Denn das ist wirklich katastrophal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

tw_24:blog © 2006-2017