Kinderschützer

Am Montag veröffentlichte Al-Hayat Al-Jadida, die amtliche Zeitung des Regimes von Ramallah, eine Karikatur, mit der ihr Schöpfer Mohammad Sabaaneh »Palästinenser« heroisieren und Israel und dessen Streitkräfte dämonisieren möchte: Die einfache Zeichnung zeigt ein Mädchen auf einer Schaukel, das von einem in Ketten gelegten »Palästinenser« vor einem Soldaten beschützt wird.

Natürlich bleibt es der Phantasie des Betrachters überlassen, was wohl geschehen würde, stellte der Angekettete sich dem heranschlurfenden Soldaten nicht in den Weg. Darüber jedenfalls, wer in dieser Zeichnung unschuldig, weitgehend machtlos und daher gut ist und beschützenswert, muß nicht lange gegrübelt werden; und ebenso einfach ist zu erkennen, von wem eine Gefahr ausgeht.

Mohammad Sabaaneh variiert da letztlich nur ein bereits früher verwendetes Motiv: Auch hier ist es ein israelischer Soldat, der ein unschuldiges Kind bedroht. Der Karikaturist jedoch ist ein Heuchler. Das wird deutlich beim Blick auf ein weiteres seiner Werke, das am 18. Oktober 2015 veröffentlicht wurde: Muntere Kinder verstecken sich hinter einem Baum und zielen mit Steinen auf Menschen.

Parolen auf der Mauer im Hintergrund lassen erahnen, worum es geht: »Palästina« steht da, »wir kommen wieder«. Mohammad Sabaaneh glorifiziert mit dieser Zeichnung nicht nur Terrorismus, er fordert Kinder auf, zum Stein zu greifen, zur Waffe. Und so präsentiert er sich als Verführer, der vor Gesundheit und Leben von Kindern nicht die geringste Achtung hat. Eiskalt will er sie verheizen.

Und er entlarvt damit die Darstellung erwachsener »Palästinenser« als Beschützer unschuldiger Kinder als billige Propaganda. Wollte Mohammad Sabaaneh, wollte das Regime, in dessen Auftrag er zeichnet, Frieden, er verleumdete weder die Soldaten Israels noch richtete er sich an Kinder mit der Aufforderung zum Kampf. Davor müssen Kinder geschützt werden, vor »Palästinensern«.

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