In der Falle

Israel hat, wie die Palestinian Energy and Natural Resources Authority (PENRA) auf ihrer Website mitteilt, am Montag damit begonnen, dem Wunsch des Regimes in Ramallah nachzukommen, die Versorgung Gazas mit elektrischer Energie einzuschränken. Konnten schon bisher die von Ramallah bestellten Energiemengen den Bedarf nicht decken, wird Energie in Gaza nun noch seltener.

Mit ihrer Entscheidung, Ramallah zu folgen, läßt die Regierung in Jerusalem sich in einen Konflikt verwickeln, in dem Israel wohl nur verlieren kann. Wird es ohnehin schon für eine »Blockade« des von den Islamisten der Hamas beherrschten Gebiets angeprangert, werden einfacher gestrickte Geister ihm jetzt vorwerfen können, die Not in Gaza wissent- und willentlich zu verschärfen.

Und tatsächlich läßt Jerusalem sich in einem Zwist, der – leider – keineswegs die Entmachtung der Hamas zum Ziel hat, auf Zurufe eines Regimes ein, das gerade eben lautstark die Neutralisierung von Terroristen als »Kriegsverbrechen« anprangerte. Statt sich Befehle von solchen Barbaren zu verbitten, scheint Jerusalem bereit, sie umzusetzen und damit zum Komplizen machen zu lassen.

Dabei ist doch absehbar, daß die Reduzierung der Strommengen – es wird nur noch zwei bis drei Stunden lang am Tag Strom aus der Leitung verfügbar sein – Menschen treffen wird, die gemeinhin als »unschuldig« gelten, nicht jedenfalls privilegierte Hamas-Mitglieder oder -Funktionäre, die sich – notfalls mit Waffengewalt – Generatoren und Treibstoff für sie besorgen können und werden.

Schon ist es die »Regierung« in Ramallah selbst, die über die von ihr ausgehende Maßnahme verbreitet, sie sei eine Folge der »Besatzung«. Und die Hamas wütet – ebenfalls nicht überraschend – gegen Jerusalem und die PA. Wäre es nicht so traurig, könnte man sich schadenfroh zurücklehnen und Jerusalem viel Glück dabei wünschen, sich aus dieser selbstgestellten Falle zu befreien.

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