Ulrikes Welt

Ulrike Putz, sie ist für den SPIEGEL in Beirut stationiert, da ihr in Israel eine Gefängnisstrafe droht, hat viel mitzuteilen in diesen Tagen. Und es gibt ja auch viel zu berichten, weil viel geschieht. Seit einigen Tagen etwa macht die Hisbollah im Libanon Schlagzeilen.

Sie soll, so verlangt es beispielsweise die Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats, unter Aufsicht der UNIFIL durch die libanesischen Streitkräfte entwaffnet werden, während die UN-Beobachter selbst dafür sorgen, daß der Waffennachschub für die islamische Terroristenbande aus dem Ausland eingedämmt wird. Beides funktioniert nicht.

“Die von Israel und den USA als Terrororganisation eingestufte Hisbollah besitze inzwischen weit mehr Raketen ‘als die meisten Regierungen auf der Welt’, meinte [US-Verteidigungsminister] Gates. Israels Präsident Shimon Peres hatte Syrien beschuldigt, die in der libanesischen Allparteienregierung vertretene Bewegung mit Scud-Raketen zu versorgen.”

Und selbst wenn man nicht an die Raketen glaubt, so herrscht zwischen Israel und Libanon alles andere als Entspannung. So erklärt der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri, “die Scud-Gerüchte sind nur ein Vorwand, um mein Land anzugreifen”, während die Europäische Union sich vertrauensvoll an “alle Parteien” wendet:

“Die Europäische Union hat inzwischen alle Parteien aufgerufen, ‘jegliche Provokationen zu vermeiden’. Die EU sei durch die jüngsten öffentlich ausgetauschten Erklärungen beunruhigt, hieß es in einer Stellungnahme von EU-Außenministerin Catherine Ashton. Diese Äußerungen würden den Bemühungen der Europäischen Union und ihrer Partner um Förderung des Friedensprozesses im Nahen Osten zuwiderlaufen.”

Entweder will also Israel endlich erledigen, was seit 2006 durch den Libanon und die “internationale Gemeinschaft” unterlassen wurde, oder aber die Hisbollah mit neuen Raketen da weitermachen, wo sie vor vier Jahren gebremst wurde. Doch statt nun der Ursache für die in der Tat gespannte Lage nachzuspüren, schwärmt Ulrike Putz von einer heilen Welt:

“Shakira dröhnt aus den Lautsprechern, am Pool lassen schmerbäuchige Saudis und Kuweitis die gut gepolsterten, nackten Hüften kreisen. Gym-gestählte Libanesen flirten mit den extra angereisten Ausländern. Ab und zu verschwindet ein Paar in Richtung Strand. ‘Ich muss sagen, die Araber heißen uns mit großer Herzlichkeit willkommen’, sagt ein aus den USA eingeflogener Partygast grinsend.

Die ausgelassene schwule Party ist ein kleines Wunder: Ob in Kairo oder Bagdad, Dubai oder Teheran – nirgendwo sonst in der islamischen Welt wäre eine so öffentliche Veranstaltung für Homosexuelle möglich. Nur im traditionell toleranten Libanon gibt es eine Nische, in der Schwule und Lesben wenigstens in Ansätzen offen lieben und leben können.”

In Judäa und Samaria, wo die PA des korrupten “Palästinenserpräsidenten” Abu Mazen herrscht, werden derweil Terroristen als Vorbilder geehrt, denen es nachzueifern gelte, und dazu ergänzend unter Bruch früherer Vereinbarungen mit Israel eine schlicht antisemitische Wirtschaftspolitik exekutiert, die sich nicht zuletzt gegen “Palästinenser” richtet:

“What was initiated in Ramallah, though, is particularly outrageous. It’s also designed to keep local Arabs from working in the settlements on the pain of five-years imprisonment and hefty fines. The first to suffer would be Fayyad’s own population.

Fayyad should be reminded by our government that his new pet project directly violates the economic annex of the original Oslo Accord. Known as the ‘Paris Agreement,’ the April 29, 1994, Annex IV of the Gaza-Jericho Agreement (or ‘Protocol on Economic Relations’) specifically forbids what Fayyad has launched.”

Auch hier herrscht also alles andere als Entspannung, vielmehr ist es der (bisherigen) Zurückhaltung der israelischen Regierung zu verdanken, daß eine Konfrontation ausblieb. Für die Zukunft kann eine solche indes nicht ausgeschlossen werden, ganz zurecht fragt die Jerusalem Post, ob das “Povokationsverbot” der PA nur für Israel gelten soll.

Was macht Ulrike Putz? Sieht sie nach Terroristen benannte Plätze und Schulen in Ramallah? Denkt sie darüber nach, welche Botschaft die öffentliche Verehrung solcher Vorbilder transportiert? Sie feiert den Antisemiten und Terroristenverehrer Saalam Fayad, der – gewiß nicht seiner Friedfertigkeit wegen – als ein Nachfolger Abu Mazens gehandelt wird.

“Solche Aktionen, die von Mahatma Gandhi erdacht sein könnten, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Da der bewaffnete Widerstand gegen die Besatzung ebenso gescheitert ist wie die Friedensverhandlungen, erscheinen friedliche, aber nachdrückliche Proteste vielen Palästinensern als einziger Weg, ihrer Stimme Gehör zu verleihen. Die bislang ‘Weiße Intifada’ genannte Bewegung wird nun zunehmend ‘Fajad-Intifada’ genannt – den Namenspatron dürfte das freuen, seine Konkurrenz beunruhigen.”

Alles ist gut und friedlich in Ulrikes Welt. Nur – ist Ulrikes Welt tatsächlich die wirkliche?

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