Wiedergutwerdung

Ein grüner Landwirtschaft nicht abgeneigter FaceBook-Nutzer brachte am vergangenen Freitag zahlreiche “Experten” dazu, schnell und ausführlich ihr Wissen über islam(ist)ischen Terrorismus öffentlich kundzutun. Wer kopfschüttelnd dieser Zunft, die aus ungefähr keinen Informationen Gewißheiten bastelte, lauschte, dem konnte nicht entgehen, daß sie mit ihren Erklärungsversuchen zugleich Rechtfertigungen für die angenommenen Täter zu liefern suchte – Norwegen sei ja engagiert in Afghanistan, Libyen und sowieso westlich.

Nun, da Allahs Heilige Krieger, die es sich freilich dennoch nicht nehmen ließen, den erwähnten “Experten” durch frühe Bekenntnisse Nahrung und allen anderen Einblicke in ihr Weltbild zu liefern, jedenfalls mit Blick auf die Bombe(n) in Oslo und das Massaker auf der Insel Utøya sicher entlastet scheinen, treten weitere, andere “Experten” auf, die schon immer wußten, daß Kritik am politischen Islam und Islamisten das Problem sei und den armen Anhängern des Propheten mit ihr großes Unrecht zugefügt werde.

Bestens integrierte Mitbürger mit “Geburts- (BRD) und Vaterland (TR)”, die jeden Menschen gewiß gleichermaßen achten, befinden, “Wilders, Sarrazin und Broder mitsamt der Euterclique [sic!] können Stolz darauf sein, diese Brut mit ihrer ‘Streitkultur’ aufgezogen und gehätschelt zu haben”, während ein wohl gänzlich Autochthoner für das Staatsfernsehen und das NPD-Blog “bürgerlichen Kreisen in Deutschland, die gerne mit vermeintlichen Tabubrüchen liebäugeln” aufträgt, “auch endlich zu denken”, also verlangt, genau dies zu unterlassen:

“Unter dem Banner der Meinungsfreiheit (‘Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!’) wird eine angebliche linke Hegemonie gezeichnet und der Untergang des Abendlandes beklagt. Eine brisante Mischung aus Minderwertigkeitskomplexen und Chauvinismus, die mit religiösen Elementen verbunden offenbar das Motiv für den Massenmord in Norwegen geliefert hat.”

Am besten allerdings gefiel uns bislang die taz, Leitmedium des Kulti-Multi-Besserdeutschen. Da formuliert Ines Pohl auf Seite 1 eine bittere Anklage gegen eine “fast selbstverständliche Islamophobie, verbreitet zu den besten Sendezeiten auf der einen Seite”, der “auf der anderen Seite ein Mann, der in rechtspopulistischen Vereinigungen geprägt wird und schließlich offensichtlich als Einzeltäter in blinder Mordlust wütet”, gegenüberstehe, gegen ein Internet, das offenbar nicht genug überwacht werde.

“Richtig ist aber auch, dass es Anzeichen gab. Der Mörder hat in Internetbeiträgen seinen sich steigernden Hass auf eine multikulturelle Gesellschaft mit der Welt geteilt und seine antieuropäische Ideologie klar und deutlich verbreitet. Kein Mensch wird als Nazi geboren. Diese schlichte Einsicht muss Auftrag sein. Gesellschaften müssen Wege finden, solche Internetbeiträge und andere Zeichen wahr- und ernst zu nehmen.”

Das eigene Blatt hat sie vermutlich nicht gelesen, das auf Seite 10 aus Afrika berichtet:

“Die UN haben nach eigenen Angaben keine Möglichkeit, mehr als zwei Millionen vom Hungertod bedrohten Somaliern zu helfen. Möglicherweise müssten Lebensmittel von Flugzeugen aus über einigen von Islamisten kontrollierten Gebieten abgeworfen werden, erklärten Mitarbeiter des Welternährungsprogramms. Der Zugang zu 2,2 Millionen Menschen werde verwehrt.”

Heilige Krieger da, die ihre gegen eine durchaus multikulturelle Gesellschaft verteidigen, die gewillt und in der Lage scheint, 2 Millionen Menschen das grundlegende Menschenrecht auf Leben zu gewährleisten, hier eine multikulturelle Chefredakteuse, die sich über eine “fast selbstverständliche Islamophobie” ereifert, neben der es natürlich keine Kritik geben darf, der eine Berechtigung zugebilligt werden kann. “Gesellschaften müssen Wege finden, solche Internetbeiträge und andere Zeichen wahr- und ernst zu nehmen.”

2 Millionen Gründe, dem Islam Menschenverachtung vorzuwerfen, sind Ines Pohl wohl nur Ausdruck von “Islamophobie” und für Patrick Gensing ein “Tabubruch”, den er nicht wagt, den, ginge es nach ihm, niemand wagen soll. Leichter als zur Ursache des Problems vorzudringen ist allemal, “Wilders, Sarrazin und Broder mitsamt der Euterclique” anzuprangern. Das muß sie sein, die einzig wahre wie erstrebenswerte “multikulturelle Gesellschaft”.

m4s0n501

1 Comment

Add a Comment

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

tw_24:blog © 2006-2014