Europäische Gastfreundschaft

Mit etwas, das sie tatsächlich “Sanktionen” zu nennen wagt, wollte die Europäische Union zu Monatsbeginn Angst und Schrecken unter den in der Islamischen Republik Iran Herrschenden verbreiten. Von Reisen nach Europa beispielsweise sollten von nun an 113 Vertreter des Regimes von Teheran nur noch träumen dürfen.

Damit will die Europäische Union das Mullah-Regime davon überzeugen, daß es doch besser sei, auf sein Streben nach Kernwaffen zu verzichten. Zugleich soll auf diese Weise Israel signalisiert werden, daß man in Europas Hauptstädten dessen Sorgen vor der iranischen Bombe ernst nimmt und an der Seite Jerusalems steht.

Kaum waren die “verschärften Sanktionen” ausgesprochen, war es freilich Deutschland, das – “besondere historische Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels” her oder hin – in Gestalt seines Außenministerdarstellers Guido Westerwelle sich “glücklich” schätzte, den mit Sanktionen gestraftengeehrten Ali Akbar Salehi begrüßen zu dürfen.

Heimgekehrt nach Teheran schwärmte der iranische “Außenminister” wahrscheinlich so sehr von der in Bonn erlebten europäischen Gastfreundschaft, daß ein weiteres “Opfer” europäischer Reiseverbote ganz neidisch wurde. Und so kam es, daß Rostam Qasemi, der für das iranische Öl zuständige “Minister”, in Wien begrüßt werden konnte:

“Though sanctioned by the EU, the US and Australia because he ran Khatam al-Anbia, the Revolutionary Guards’ main engineering arm, from 2007 until this past August, Austria permitted Qasemi to enter Vienna to preside over the global oil conference.”

Natürlich war er nicht nur zum Vergnügen in der österreichischen Hauptstadt. Im Januar, haben Europas Gastfreundschaftsbeauftragte Außenminister kürzlich verabredet, wollen sie “sehr viel härtere Sanktionen als bisher” gegen die Islamische Republik beschließen. “Es geht jetzt um [..] die Öleinfuhren”, wie der französische Außenminister Alain Juppé ankündigte.

Mit Rostam Qasemi war also genau der richtige Mann in Wien, um schon einmal vorab darüber zu beraten, wie die geplanten “sehr viel härteren Sanktionen” zu einem noch größeren Erfolg werden können als Europas gar fürchterbare Einreiseverbote.

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