Vertrauensbildende Maßnahmen

Mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats sind eindeutig. So heißt es in der am 31. Juli 2006 beschlossenen Resolution 1696, das Regime der Islamischen Republik habe wenig unternommen, Vertrauen in dessen angeblich friedliche Atomforschung zu fördern:

“The Security Council [..] [d]emands, in this context, that Iran shall suspend all enrichment-related and reprocessing activities, including research and development [..].”

Ein halbes Jahr später stellte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in seiner Resolution 1737 fest, die Islamische Republik habe keine Schritte unternommen, die auf eine Erfüllung der Forderungen der vorhergehenden Resolution hindeuteten:

“The Security Council [..] [d]ecides, in this context, that Iran shall without further delay suspend [..] all enrichment-related and reprocessing activities, including research and development [..].”

Was daraus wurde, beschreibt Resolution 1747 vom 24. März 2007:

“Iran has failed to comply with resolution 1696 (2006) and resolution 1737 (2006) [..].”

Am 3. März 2008 stellte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit Resolution 1803 erneut fest, daß die Islamische Republik nichts unternommen habe, Sorgen zu entkräften und Vertrauen wieder- oder überhaupt herzustellen:

“Iran has not established full and sustained suspension of all enrichment related and reprocessing activities and heavy water-related projects as set out in resolution 1696 (2006), 1737 (2006), and 1747 (2007), nor resumed its cooperation with the IAEA under the Additional Protocol, nor taken the other steps required by the IAEA Board of Governors, nor complied with the provisions of Security Council resolution 1696 (2006), 1737 (2006) and 1747 (2007) and which are essential to build confidence”

Daran hatte sich weitere sechs Monate später nichts geändert. In Resolution 1835 vom 27. September 2008 heißt es:

“The Security Council [..] [c]alls upon Iran to comply fully and without delay with its obligations under the above-mentioned resolutions of the Security Council, and to meet the requirements of the IAEA Board of Governors”

2009 zog Barack Hussein Obama in das Weiße Haus ein, bekam den Friedensnobelpreis verliehen, und der UN-Sicherheitsrat beschloß eine eher allgemein gehaltene Resolution 1887 zur Nichtverbreitung von Kernwaffen, in der die Islamische Republik nicht genannt wird.

Erst mit Resolution 1929 vom 9. Juni 2010 stellte der UN-Sicherheitsrat fest, was inzwischen festzustellen war:

“Iran has not established full and sustained suspension of all enrichment-related and reprocessing activities and heavy water-related projects as set out in resolutions 1696 (2006), 1737 (2006), 1747 (2007) and 1803 (2008) nor resumed its cooperation with the IAEA under the Additional Protocol, nor cooperated with the IAEA in connection with the remaining issues of concern, which need to be clarified to exclude the possibility of military dimensions of Iran’s nuclear programme, nor taken the other steps required by the IAEA Board of Governors, nor complied with the provisions of Security Council resolutions 1696 (2006), 1737 (2006), 1747 (2007) and 1803 (2008) and which are essential to build confidence, and deploring Iran’s refusal to take these steps [..].”

Mit “ernsthafter Sorge” wurde festgestellt, daß die Islamische Republik in der Nähe von Qoms (Fordo) heimlich eine Anlage zur Urananreicherung fertiggestellt habe, von deren Existenz die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erst im September 2009 erfahren habe.

Erneut wurde die Islamische Republik, die inzwischen über auf 20 Prozent angereichertes Uran verfügte, aufgefordert, “without further delay” alle Aktivitäten zur Anreicherung von Uran einzustellen. Die Entdeckung der Anlage Fordo führte zu einer weiteren Forderung:

“Iran shall not begin construction on any new uranium-enrichment, reprocessing, or heavy water-related facility and shall discontinue any ongoing construction of any uranium-enrichment, reprocessing, or heavy water-related facility [..].”

Das Jahr 2011 brach an und dem UN-Sicherheitsrat fiel Resolution 1984 vom 9. Juni 2011 ein, die erneut auf eine ausdrückliche Erwähnung der Islamischen Republik verzichtete. Im Januar des gleichen Jahres waren “Verhandlungen” mit dem Regime in Teheran gescheitert.

Nun wird wieder “verhandelt”, und nach einer ersten Gesprächsrunde, deren wohl bemerkenswertestes Ergebnis die Behauptung Catherine Ashtons ist, sie sei “erfolgreich” gewesen, obgleich sie Teheran doch keine Zugeständnisse abverlangte, will man sich im Mai in Bagdad erneut treffen.

Ein Problem, das der UN-Sicherheitsrat bis dahin immer nannte, könnte dann keins mehr sein. Stimmt nämlich, was die New York Post unter Bezugnahme auf die iranische Staatszeitung Kayhan berichtet, wollen die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats und Deutschland Teheran die Urananreicherung erlauben:

“The way Tehran sees it, Istanbul showed that the 5+1 group has dropped the UN resolutions’ demand for ending uranium enrichment.

‘Up to now their position was that uranium enrichment was not allowed in any form,’ Kayhan said in an editorial yesterday. ‘Now, it is clear that enrichment between 3.5 and 5 percent is acceptable. Their hope is that Iran would decide not to enrich at higher levels.'”

Die Hoffnung, heißt es, stirbt zuletzt. Daß sie angesichts der Vorgeschichte noch nicht längst verendete, ist bemerkenswert. Der Westen – selbsternannter “Verbündeter” Israels – ist offenbar bereit, auf seine wichtigste Forderung zu verzichten – und darauf zu hoffen, daß Teheran schon nichts anstellen werde.

Das wäre, stimmt der Bericht der New York Post, ein dreister Affront gegenüber Israel, den die Regierung in Jerusalem gar nicht unbeantwortet lassen kann. Auf “Verhandlungen” jedenfalls kann sie angesichts solcher “Freunde” nun nicht mehr vertrauen.

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