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Einmal im Monat lädt Ulrich Wickert sich Gäste in seine Sendung Wickerts Bücher ein, um mit ihnen “über sein Lieblingshobby” zu plaudern. Das ist, wie sollte es im deutschen Staatsfunk anders sein, Israel. Und wer könnte kompetenter sein bei diesem Thema als Michael Lüders ein ausgewiesener Antisemit wie Günter Grass.
Der spulte das erwartbare Programm vom “Freund” ab, der seine beste Freundschaft durch etwas äußern müsse, was er “Kritik” nennt:
“Ich finde, das Beste, was man als Freund Israels – des Staates Israel und der Menschen dort, und ich sehe mich als ein Freund Israels – diesem Land angedeihen lassen kann, ist, es zu kritisieren.”
Und so erfuhr man denn, “Israel ist eine Atommacht außerhalb jeder Kontrolle”, die “sämtliche Resolutionen vonseiten der UNO” mißachte, es sei “eine Besatzungsmacht und betreibt seit Jahren Landraub, vertreibt Menschen, sieht sie als Menschen zweiter Klasse an. Da sind rassistische Momente in Israel; das Land hat sich in der Beziehung zum Unguten verändert!”
Nach Belegen fragte der Gastgeber Ulrich Wickert nicht, das hätte nur verwirrt. Die “Vertreibung” etwa sieht tatsächlich so aus: Lebten 1949 rund 1,06 Millionen Menschen in Israel, darunter 901.000 Juden, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung damit bei rund 85 Prozent lag, waren es 60 Jahre später 7,485 Millionen Menschen, unter ihnen 5,656 Millionen Juden und 1,517 Millionen Araber.
Letzterer Anteil an der Gesamtbevölkerung Israels lag 1949 bei 14,92%, sechs Jahrzehnte voller “Vertreibung” später waren es nur noch 20,27 Prozent. “Das betrübt mich”, findet Günter Grass.
Und Staatsfunker Ulrich Wickert widerspricht nicht. Seltsame Hobbies hat der Mann.
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