Risiko Waffenruhe

Die Kassam-Brigaden haben nach übereinstimmenden Schätzungen ungefähr 10.000 “Mitglieder” mit verschieden guter “Ausbildung”. Der “bewaffnete Arm” der in Gaza “regierenden” Hamas hat in den vergangenen Tagen einige Mitglieder verloren, darunter seinen “chief of staff” Ahmed Jabari; angesichts des verbleibenden Personals kann die Hamas aber kaum als ernsthaft geschwächt gelten.

Daß sich die israelische Regierung unter diesen Umständen hinreißen ließ, internationalem Druck nachzugeben und an einem Tag, an dem der Terror mitten in Tel Aviv zuschlug, einer Waffenruhe zuzustimmen, die denn auch vor allem in Gaza als “Sieg” gefeiert wird, ist nur schwer nachvollziehbar. Gewiß, beschert die Waffenruhe dem Süden das, was man gemeinhin “Normalität” nennt, ist das nicht schlecht.


© Cox & Forkum

Doch ist dies eine “Normalität”, die diese Bezeichnung eben kaum verdient, worauf kürzlich Haaretz hinwies, eine sonst von deutschen Medien und “Nahost-Experten” zwar gern zitierte Tageszeitung aus Tel Aviv, über die man diesmal aber durchaus bezeichnenderweise schwieg bei tagesschau und Co.:

“Nearly half of Sderot middle schoolers surveyed by local researchers showed signs of post-traumatic stress disorder, according to a study published this month. [..] After analyzing their answers, it was found that 43.5 percent of the children were displaying clinical signs of PTSD.”

Es ist gut möglich, daß es in Gaza ähnlich aussieht. Und das macht erst recht deutlich, daß an den Umständen, die dazu führten und führen, etwas geändert wird. Eine Waffenruhe, die es Hamas und mit ihr verbündeten Terroristen ermöglicht, ihr Regime aufrecht zu erhalten, auszubauen und mit der Hilfe der Islamischen Republik, die das gar nicht leugnet, erneut aufzurüsten, ist keine Lösung für dieses Problem.

Eine Wiederherstellung des status quo ante kann niemand sich wünschen, der noch alle Sinne beisammen hat. Es ist zudem Avi Issacharoff zuzustimmen, wenn er analysiert, “while Hamas may have suffered military blows during the fighting, it has emerged stronger diplomatically”. In der Tat wird mit der Hamas verhandelt, statt ihr die so verdiente wie notwendige Niederlage zu bereiten.

“Israel needs to send IDF ground forces into Gaza to destroy the military capabilities of Hamas and other Islamic terror groups”, empfehlen Efraim Inbar und Max Singer vom Begin-Sadat Center for Strategic Studies, “while Israel may pay a high diplomatic price for its actions, the longer it waits the greater the political obstacles will be to actions that limit future Palestinian and Arab attacks on Israel.”

Es wäre gut, beherzigte die Regierung in Jerusalem diesen Rat.

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