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Totalversagen

Es ist wieder Zeit für Floskeln. In München ging am Freitag eine Demonstration unter dem Motto »Jerusalem für alle« offenbar gründlich schief: »Ihr benehmt euch wie Tiere«, kapitulierte eine entsetzte Veranstalterin schließlich vor einem Mob, der – von weitgehend passiver Polizei begleitet – mit antisemitischen Parolen die Vernichtung Israels forderte und zum Mord an Juden aufstachelte.

Auch in Berlin, der deutschen Hauptstadt, marschierten am Wochenende mehrfach Antisemiten unter türkischen Flaggenund denen von Fatah, Hamas und PLO auf, um sich – wiederum schaute die Polizei lange zu – zu benehmen »wie Tiere«. Juden wurde der Tod gewünscht, ihre Symbole verbrannt und israelische Fahnen. Und der deutschen Politik fielen, wenn überhaupt, nur Floskeln ein.

»Wir akzeptieren nicht, wenn Juden oder der Staat Israel auf diese beschämende Weise beleidigt werden«, erklärte der amtierende Innenminister Thomas de Maizière, nachdem das Inakzeptable nicht mehr rückgängig zu machen war; Justizminister Heiko Maas deklarierte, »jede Form von Antisemitismus ist ein Angriff auf uns alle. Antisemitismus darf nie wieder einen Platz haben«.

Auch Außenministerdarsteller Sigmar Gabriel, der in Teheran mehr Freunde haben dürfte als in Jerusalem, wirkt wenig glaubwürdig, zählt ausgerechnet er Gemeinplätze auf: Es gebe »keinerlei Recht und auch keine Rechtfertigung, israelische Fahnen zu verbrennen, zu Hass gegen Juden aufzuwiegeln oder das Existenzrecht Israels infrage zu stellen«, zitiert ihn eine Boulevardzeitung.

Da muß man beinahe die Ehrlichkeit des Unionspolitikers Jens Spahn loben, der mit den Worten, »wir brauchen ein starkes gesellschaftliches Zeichen gegen Antisemitismus«, jeden Gedanken an ein entschlossenes Handeln der Politik von sich weist und die Verantwortung auf die »Zivilgesellschaft« abwälzt. Damit indes lenkt auch er nur vom eigenen Versagen ab und hofft auf die Falschen.

Von der Website, die ein Mädchen, das sich dem Antisemitismus seiner Mitschüler widersetzt, als »Denunziantin« diffamiert, bis hin zur tagesschau, die raunt, US-Präsident Donald J. Trump »dürfte sich« mit seiner Entscheidung zu Jerusalem »israelfreundlichen Spendern verbunden fühlen, deren Millionen 2016 halfen, seinen Wahlkampf zu finanzieren« – Antisemitismus ist hier allgegenwärtig.

Daß er nur noch wahrgenommen wird, manifestiert er sich besonders laut oder besonders gewalttätig, offenbart, wie sinnlos es ist, an diese »Zivilgesellschaft« zu appellieren, und zugleich offenbart der Verweis auf sie, wie herzlich gleichgültig den politischen Eliten Deutschlands der Antisemitismus ist. Spricht nicht zuletzt auch das ganz laute Schweigen von Kanzlerin Angela Merkel Bände?

Nachtrag: Der Bundesvorstand der CDU twittert, Angela Merkel habe »Verletzungen der rechtsstaatlichen Grundsätze der vergangenen Tage u.a. in Berlin« verurteilt.

Verantwortung

Daß der amerikanische Präsident Donald J. Trump in dieser Woche seine Unterstützung des Jerusalem Embassy Act verkünden konnte, ist eine Folge eines seit Jahrzehnten an- und bis heute fortdauernden Versagens der »Führung« der »Palästinenser«. Seit ihre Entdeckung in den 1960ern hatten die »Palästinenser« – und zuvor die Araber – viele Möglichkeiten, den Konflikt mit Israel zu lösen.

In gewisser Weise haben sie es versucht. Ihre Kriege und ihr Terror waren jedoch – zum Glück – nicht erfolgreich. Ihre stete Weigerung andererseits, sich in Gesprächen mit Israel zu einigen, führte ebenfalls nicht weiter. Kaum waren sie unterschrieben, hintertrieb Yassir Arafat die Osloer Verträge mit der Zweiten Intifada, sein Nachfolger Abu Mazen machte spätere Verhandlungen zur Farce.

Die ihnen als ein Ergebnis der Verträge von Oslo eingeräumte Autonomie nutzte die »Palästinenserführung« zwar zum Aufbau gewisser vorstaatlicher Strukturen, aber zugleich auch dazu, sich an durchaus üppiger internationaler Unterstützung maßlos zu bereichern und die Entwicklung ernsthaft politischer Alternativen zu unterdrücken. Schließlich bekriegten Hamas und Fatah sich in Gaza.

Und auch beim gleichwohl irren Versuch, diese Spaltung zu überwinden, scheiterten die »Palästinenser«. War eine neue »Einheitsregierung« für den 1. Dezember geplant, ist sie bis heute, zur neuen deadline, noch nicht in Sichtweite. Wie sähe angesichts dieser Vorgeschichte wohl ein von »Palästinensern« organisiertes Gemeinwesen vom Ausmaß Ost-Jerusalems aus, wie gar ein Staat?

Wenn »Palästinenser« sich in diesen Tagen mit Gewalt und Terror als Opfer inszenieren, denen Donald J. Trump Perspektiven geraubt habe, zeigen diese Reaktionen erneut, welch Segen die israelische Souveränität über Jerusalem ist. Terroristische Organisationen, und das sind Fatah, Hamas und Co., auch wenn manche »gemäßigter« sein mögen als andere, können keinen Staat organisieren.

Sie haben in der Vergangenheit versagt, und sie versagen in der Gegenwart. Tatsächlich sind sie es, diese selbstmandatierte »Elite«, gegen die sich Ärger und Wut der »Palästinenser« richten sollten, aber erst recht Proteste auf internationaler Ebene. Statt sich über Präsident Donald J. Trump aufzuregen, wäre es passender, nach dem »palästinensischen« Anteil an dessen Entscheidung zu fragen.

Heuchler

Mit einer Grundsatzrede über »Europa in einer unbequemen Welt« wollte der amtierende deutsche Außenministerdarsteller Sigmar Gabriel in der vergangenen Woche für eine Neuausrichtung deutscher und europäischer Außenpolitik werben, die sich unabhängiger machen müsse von den Vereinigten Staaten. Denn Amerika habe Europa mit seiner egoistischen Haltung schwer enttäuscht.

So beklagte der Sozialdemokrat einen Tag vor der Jerusalem-Rede des amerikanischen Präsidenten Donald J. Trump, nicht in die Entscheidungsprozesse in Washington eingebunden gewesen zu sein. Die Vereinigten Staaten hätten einfach entschieden, ohne »dazu eine Abstimmung mit Europa« gesucht zu haben. Dabei müsse doch gerade Europa ausbaden, was die Amerikaner so anrichteten.

Freilich vergaß Sigmar Gabriel zu erwähnen, daß eine amerikanische Abstimmung mit Europa oder gar dem Auswärtigen Amt in Berlin wenig gebracht hätte. Eine Woche vor Donald J. Trumps Erklärung hatten die Europär in der Vollversammlung der Vereinten Nationen geschlossen für eine Resolution gestimmt, die die Legitimität israelischer Souveränität selbst über Teile Jerusalems bestreitet.

Neun vorwiegend süd- und mittelamerikanische Staaten enthielten sich, ganze sechs Staaten, darunter die USA und Israel, stimmten gegen die Resolution, während die Europäer von B wie Belgien über D wie Deutschland bis hin zu S wie Schweden ihr ihre Zustimmung gaben. Wer aber jeden israelischen Anspruch auf Jerusalem leugnet, hat sich damit hinreichend erklärt – und disqualifiziert.

Worüber also hätte Donald J. Trump mit Europa oder Berlin sprechen sollen? Mit ihrem Abstimmungsverhalten sind die Europäer wissent- und willentlich Israel, dessen Verbündete sie sein wollen, in den Rücken gefallen und haben sich gemein gemacht mit dessen erklärten Feinden. Und als »ehrliche Makler« können die Europäer nach dieser Entscheidung ebenfalls nicht mehr gelten.

Sah der amerikanische Präsident keinerlei Notwendigkeit, die Europäer anzuhören, ist das nur allzu verständlich. Er hatte gute Gründe dafür. Und Sigmar Gabriels Klage ist verlogen, weil er versucht, über diese Gründe hinwegzutäuschen. Wenn das europäisch-amerikanische Verhältnis gestört ist, so liegt das auch an den Europäern. Daß er darüber schweigt, das macht Sigmar Gabriel so lächerlich.

Zivilisatorische Notwendigkeit

Während der amerikanische Präsident Donald J. Trump mit seiner Jerusalem-Entscheidung die internationalen Schlagzeilen bestimmt, hat im Kongreß in Washington der Taylor Force Act in dieser Woche eine weitere Hürde genommen. Am Dienstag stimmte das Repräsentantenhaus dem Gesetz zu, mit dem finanzielle Hilfen der USA für die »Palästinenser« besser kontrolliert werden sollen.

Konkret thematisiert der Taylor Force Act die offene Unterstützung des Regimes von Ramallah für Terroristen, die sogenannten »Märtyrerrenten«. Allein in diesem Jahr plant die »Behörde« um Abu Mazen, mindestens 345 Millionen Dollar auf diese Weise auszugeben, eine Summe, die ungefähr der Hälfte aller für 2017 erwarteten internationalen Zahlungen für die »Palästinenser« entspricht.

In den Genuß dieser »Märtyrerrenten« kommen entweder »palästinensische« Terroristen, die eine Haftstrafe in Israel verbüßen oder diese bereits verbüßt haben, sowie Angehörige von Terroristen, die ihre Anschläge nicht überlebten. Die Höhe der individuellen Gratifikationen wiederum richtet sich nach dem »Erfolg« der Täter – je mehr Menschen sie ermorden, desto höher die Belohnung.

Ist diese Praxis der Prämienzahlungen für Morde und Mordversuche seit Jahren bekannt, Ramallah macht daraus auch kein Geheimnis, weigerten und weigern sich staatliche und andere Unterstützer der »Palästinenser« oft, gegen sie vorzugehen. Erst redete man sich mit Unwissen heraus, dann wurde behauptet, es fließe ja nur das Geld anderer Spender in die Finanzierung der »Märtyrerrenten«.

Und als das auch nichts mehr half, verfiel man etwa im Auswärtigen Amt zu Berlin auf die bezeichnende Idee, das System der »Märtyrerrenten« als eine Art »Sozialversicherung« schönzureden:

»Die Bundesregierung bestärkt die PA in Überlegungen zur Einführung einer allgemeinen Sozialversicherung, die Zahlungen an Hinterbliebene, die ohnehin größtenteils den Charakter einer Sozialhilfe haben, perspektivisch ersetzen könnte. Die Einführung einer allgemeinen Sozialversicherung wäre [..] ein Fortschritt im palästinensischen Staatsaufbau [..].«

In den Vereinigten Staaten gibt es Parlamentarier, die sich mit solchen »Erklärungen« nicht mehr abspeisen lassen, die Terrorismus Terrorismus nennen und dessen Unterstützung eben nicht billigen.

Benannt nach einem Opfer »palästinensischen« Terrors – Taylor Force wurde am 8. März 2016 als Tourist im Hafen von Jaffa in Tel Aviv von einem »Palästinenser« ermordet – ist das Gesetz eine längst überfällige Antwort auf solche Taten und deren Prämierung durch Ramallah. Einmal mehr sind es damit die Vereinigten Staaten, die mit ihren Entscheidungen den Rest der Welt blamieren.

Würdelose Unterwerfung

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ist nicht berüchtigt dafür, sich spontan zu tagespolitischen Fragen zu äußern. Ihr wird sogar vorgeworfen, sie sei viel zu zurückhaltend, so daß man nicht wisse, was sie will. Kaum jedoch hatte Donald J. Trump am Mittwoch sich zur Zwei-Staaten-Lösung ebenso wie zur israelischen Hauptstadt Jerusalem bekannt, wußte sie, was davon zu halten sei:

»Die Bundesregierung unterstützt diese Haltung nicht, weil der Status von Jerusalem im Rahmen einer 2-Staaten-Lösung auszuhandeln ist.«

Sie, die sich mit Sigmar Gabriel einen Außenministerdarsteller hält, der es bei seinem letzten Besuch in Israel nicht einmal schaffte, sich dort mit dem Regierungschef Benjamin Netanjahu zu treffen, hätte freilich besser geschwiegen. Denn mit ihrem Statement bekennt Angela Merkel sich de facto nicht zu Israel oder einer »2-Staaten-Lösung«, sondern zu einer Herrschaft des Terrors.

Während Donald J. Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten, mit seinen Worten klar zum Ausdruck brachte, daß die Entscheidung darüber, ob und in welchen Grenzen Jerusalem Hauptstadt Israels sein darf oder nicht, nicht länger von den Launen »palästinensischer« oder islamistischer Terroristen abhängen sollte, plädiert Angela Merkel letztlich für ein Vetorecht für diese Terroristen.

Gewiß, Angela Merkel ist mit ihrer Haltung nicht allein. Zahlreiche Staaten positionierten sich ähnlich wie sie. Das macht ihre Äußerung aber nicht weniger falsch. Denn offenkundig hat die deutsche Kanzlerin überhört oder überhören wollen, daß der US-Präsident sich eigentlich unüberhörbar für eine Verhandlungslösung im Konflikt zwischen Israel und »Palästinensern« ausgesprochen hat.

Antisemitische Vernichtungsphantasie in der amtlichen »palästinensischen« Zeitung Al-Hayat Al-Jadida

Und sie wollte offenbar auch nicht wahrnehmen, daß Donald J. Trump Statusfragen ganz ausdrücklich nicht für unverhandelbar erklärte. Es ist diese Arroganz, diese Weigerung, genauer hinzuhören, die entsetzt. Mit ihrer prompten Verurteilung der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten signalisiert auch Angela Merkel Terroristen ihre bereitwillige Unterwerfung unter deren Willen.

Statt sich – wie etwa die Tschechische Republik oder, schon seit längerem, Rußland – zumindest dazu zu bekennen, daß sie Jerusalem in den »Grenzen von 1967« als Hauptstadt Israels betrachtet, verweigert Angela Merkel dem jüdischen Staat selbst hier die Anerkennung seiner Souveränität. Beschädigte ihr Sigmar Gabriel die deutsch-israelischen Beziehungen, hat sie sie endgültig ruiniert.

Absage an Barbarei

In Telefonaten mit den betroffenen Regierungen und Regimes sowie wichtigen Mächten in der Region, darunter, wie ein empörter Sigmar Gabriel am Dienstag beklagte, nicht Deutschland, hat der amerikanische Präsident Donald J. Trump angekündigt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen und die US-Botschaft in dem jüdischen Staat von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu wollen.

Ohne freilich zu erläutern, ob davon ganz Jerusalem betroffen sein wird und wann der Botschaftsumzug konkret abgeschlossen sein soll, hält sich der Neuigkeitswert der Ankündigung aus Washington in Grenzen. Bereits am 2. Juni, vor sechs Monaten also, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses, die Ansiedlung der US-Botschaft in Jerusalem sei allein eine Frage des Zeitpunkts.

Obschon sich also tatsächlich auf absehbare Zeit wenig ändern dürfte, ist die Aufregung vor allem der »Palästinenserführung« groß, so groß, daß sogar Abdallah Frangi wieder in deutschen Medien auftreten darf, der von Ramallah eingesetzte »Gouverneur von Gaza«. Im Deutschlandfunk »warnte« er vor »unberechenbaren Reaktionen«, welche die Region »auf den Kopf« stellen würden.

Ganz ähnlich hatten auch in den vergangenen Tagen andere (selbsterklärte) Repräsentanten der »Palästinenser« vor Gewalt »gewarnt«, als seien sie bloß passive Beobachter der Geschehnisse. Es wäre allerdings richtiger, von Drohungen zu sprechen, denn von »Warnungen«. Die nämlich, die da angeblich »warnen«, sind nämlich in der Tat gleichzeitig Täter, Verbrecher, die auf Gewalt setzen.

Exemplarisch deutlich macht das der Karikaturist der amtlichen Tageszeitung des Regimes in Ramallah, Mohammad Sabaaneh, mit seinem aktuellen gezeichneten Leitartikel. Der amerikanische Präsident Donald J. Trump wird in dieser antisemitischen Zeichnung dargestellt als ein Chamäleon, das sich immer weiter jüdischen Vorgaben anpasse. Und Juden werden hier mit Gewalt assoziiert.

Diese Karikatur im offiziellen Sprachrohr Ramallahs ist Hetze, sie dämonisiert und verleumdet Juden, Israel und die Vereinigten Staaten gleichermaßen. Sie ist zugleich ein Aufruf zu Gewalt, denn eine andere Sprache, suggeriert die Zeichnung, verstünden weder Juden noch das »judaisierte« Amerika. Jene Gewalt, vor der die »Palästinenserführung« »warnt«, ist die, die sie selbst bestellt.

Und damit ist auch alles gesagt über all die Bedenkenträger, die nun meinen, dem amerikanischen Präsidenten vorwerfen zu mssen, er betreibe eine gefährliche Politik, gieße Öl ins Feuer. Sie stellen sich damit an die Seite jener, die mit Gewalt drohen, die gleichwohl ihr Alltagsgeschäft ist und daher doch keinen besonderen Anlaß braucht, jener die jetzt »Tage des Aufruhrs« ausgerufen haben.

Dabei ist für Israel jeder Tag ein »Tag des Aufruhrs«. Seit beinahe sieben Jahrzehnten muß es jeden Tag seinen Feinden widerstehen, wird es doch, werden seine Bürger täglich bedroht und angegriffen. Die Vereinigten Staaten sind dabei, die Komplizenschaft mit den Angreifern zu beenden, spät und zu langsam, aber immerhin. Der Rest der Welt ist noch immer entschlossen, an ihr festzuhalten.

Kollektivversagen

In der vergangenen Woche hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York eine ganze Reihe von Resolutionen beschlossen, die auf vielerlei Art Israel angreifen. Leistete die Weltorganisation einst einen kaum zu unterschätzenden Beitrag zur Wiedergründung des jüdischen Staats, ist sie längst ein Werkzeug derer, die ihn seit nunmehr beinahe siebzig Jahren vernichtet sehen wollen.

Während den offenen Feinden Israels jedenfalls ihre Ehrlichkeit kaum vorzuwerfen ist, zeigen in den Gremien der Vereinten Nationen freilich auch die angeblichen Freunde der einzigen Demokratie im Nahen Osten, was von ihnen tatsächlich zu halten ist, wenn etwa die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nahezu geschlossen für antiisraelische Resolutionen stimmen oder sich enthalten.

So geschah es am vergangenen Donnerstag, als die UN-Vollversammlung auf ihre Weise den »Tag der internationalen Solidarität mit dem palästinensischen Volk« beging. Einer Resolution, die jeden israelischen Anspruch auf Jerusalem leugnet, konnten weder die Vertreter Deutschlands noch die der anderen EU-Staaten widerstehen. Nicht einmal eine Enthaltung schien ihnen hier angemessen.

Dazu immerhin durchringen konnten sie sich bei einer anderen Resolution, die die israelische Besatzung der Golanhöhen verurteilt und deren Rückgabe an Syrien fordert, an jenes Regime, das nicht davor zurückschreckt, mit Giftgas gegen die »eigene« Bevölkerung vorzugehen, das ganze Städte auszuhungern versucht. Von den Europäern lehnte einzig Großbritannien diesen Beschluß klar ab.

Übten sie zwar Kritik an Details der Resolutionen – etwa daran, daß in ihnen von einem »Palästina« als Staat die Rede ist –, änderte auch das nichts am Abstimmungsverhalten der Europäer, das nicht zuletzt deshalb so entlarvend ist: Ihnen konnte, ihnen mußte bewußt sein, zu wessen Komplizen sie ihre rückgratlosen Voten machen. Die »Wertegemeinschaft« Europäische Union ist eine Schande.

Logischer Schritt

Beinahe ein Jahr ist es her, daß die Vereinigten Staaten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution passieren ließen, die sich in ihrem Kern gegen Israel richtet. Hatten US-Diplomaten zuvor regelmäßig mit ihrem Veto antiisraelische Beschlüsse im wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen verhindert, ermöglichte ihre Enthaltung am 23. Dezember 2016 die Resolution 2334.

Auf Barack Hussein Obamas »Abschiedsgruß« an Israel, den damals vor allem die »Palästinenser« als einen »großen Rückschlag für Israel« feierten, könnte nun Amtsnachfolger Donald J. Trump sich berufen, falls er sich tatsächlich entscheidet, zumindest Teile Jerusalems als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Resolution 2334 nämlich legitimiert auch israelische Ansprüche auf Jerusalem.

Wie vor zwölf Monaten die ehemalige Knesset-Abgeordnete Einat Wilf feststellte, bietet die Resolution, die sich gegen »Siedlungen« richtet, also – wenn auch unausgesprochen – gegen jüdisches Leben in den umstrittenen Gebieten, durchaus Chancen für Israel. Indem sie die Bedeutung der »Grenzen von 1967« betont, stärkt Resolution 2334 die Souveränität Israels innerhalb dieser Linien.

Und das betrifft eben gerade auch Jerusalem in den »Grenzen von 1967«, mithin den Waffenstillstandslinien von 1948/49. Innerhalb dieser »Grenzen« anerkennt der UN-Sicherheitsrat die Souveränität Israels als rechtmäßig an. Und daher sollte jetzt Donald J. Trump jedenfalls diesen Teil Jerusalems als Hauptstadt Israels anerkennen können, ohne damit allzu laute Proteste auszulösen.

Die Resolution 2334 des UN-Sicherheitsrats stieß bei ihrer Annahme auf weite internationale Zustimmung, die »Palästinenser« begrüßten sie ausdrücklich – eine russische Klarstellung, nach der »wir West-Jerusalem als Hauptstadt Israels betrachten«, hatte schon zuvor keinen Proteststurm ausgelöst –, eine teilweise Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt wäre nur logisch – und legal.

Ritual

Die – unbestätigten – Nachrichten über die mögliche förmliche Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die US-Regierung in der nächsten Woche haben hektische Aktivitäten des Regimes in Ramallah ausgelöst. In Telefonaten mit Riyadh, Doha, Amman und Paris sorgte sich »Präsident« Abu Mazen um islamische und christliche Stätten, käme es zu der erwarteten Entscheidung.

Unverblümt mit Gewalt drohte derweil ein »Berater« des »Palästinenserpräsidenten«. Mahmoud Habash erklärte, die Anerkennung der israelischen Souveränität über Jerusalem käme einer »totalen Zerstörung« des »Friedensprozesses« gleich, die Welt werde den Preis dafür zahlen. Mit einer Intifada drohte die Hamas, Wunschpartner der Fatah bei der Suche nach einer »Einheitsregierung«.

Sofern Donald J. Trump noch Hilfe bei der endgültigen Entscheidungsfindung benötigen, sollten diese »palästinensischen« Reaktionen sie ihm leisten. Wie schon bei der kurzen Affäre um den Status der PLO-Mission in Washington suchen die »Palästinenser« statt einer Einigung die Konfrontation. Statt überlegt und langfristig in ihrem Sinn Politik zu betreiben, reagieren sie überstürzt.

Dabei war schon vor sechs Monaten klar, daß in diesen Tagen der amerikanische Präsident erneut eine Entscheidung über den Jerusalem Embassy Act treffen wird. 1995 wurde dieses Gesetz in aller Öffentlichkeit im amerikanischen Kongreß beschlossen. Die »Palästinenser« hatten also einige Zeit, sich an einer Problemlösung zu beteiligen, hatten daran allerdings offenkundig keinerlei Interesse.

Wenn nun Donald J. Trump sich für die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels entscheidet, holt er nach, was seine Amtsvorgänger immer wieder versäumt hatten. Statt sich von Ramallah immer wieder mit Gewaltandrohungen erpressen zu lassen, hätten schon sie sich ihnen widersetzen müssen. Es ist Zeit, die »Palästinenser« wissen zu lassen, daß ihr Terror nicht länger belohnt wird.

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