Tag: 15. November 2017

Demokratiewächter

In Deutschland, heißt es oft in freilich schnell wieder vergessenen Sonntagsreden, sei kein Platz für Antisemitismus. Gerade hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier – ausgerechnet – bei einem Treffen mit Überlebenden des Holocaust zu »Wachsamkeit gegenüber antisemitischen und rechtsextremen Strömungen« aufgerufen. Doch auch diese mahnenden Worte werden wohl wenig bewirken.

Beispielhaft deutlich wird das gegenwärtig beim Umgang einer Branche, die für sich beansprucht, einen schier unverzichtbaren »Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Gesellschaft« zu leisten, mit Roger Waters, einem prominenten Aushängeschild der weltweit aktiven extremistischen BDS-Bewegung. Begeistert präsentieren Sender der ARD einige Konzerte des antisemitischen Aktivisten.

Planen Künstler, in Israel aufzutreten, dauert es nicht lange, bis Roger Waters sie dafür öffentlich anklagt und so versucht, Druck auf sie auszuüben, ihr Vorhaben zu überdenken und Konzerte abzusagen. Mit Auftritten im jüdischen Staat, behauptet Roger Waters in seinen Briefen, würden sie sich automatisch mit einer Politik solidarisieren, die Leid und Verderben über »Palästinenser« brächte.

Und dabei läßt sich der Boykott-Aktivist auch nicht etwa von dem Einwand beeindrucken, daß Musik und Politik nicht zwangsläufig etwas miteinander zu tun haben müssen. Für Roger Waters gibt es wie für die Bewegung, der er so gern den Sprecher macht, da keinerlei Trennung. Der Boykott Israels muß für sie total sein und zum Beispiel auch auf kulturellem Gebiet durchgesetzt werden.

Wer Roger Waters, der in seinen Konzerten auch auf antisemitische Symbolik setzt, als »Musiker« präsentiert, also nicht zuletzt finanziell unterstützt, der unterstützt nach dessen eigenen Maßstäben auch den Aktivisten Roger Waters und damit die BDS-Bewegung, die sich selbst dann nicht von ihren Anhängern distanzieren will, krakeelen die in aller Deutlichkeit, sie wollten Juden umbringen.

Es ist daher durch nichts zu rechtfertigen, unterstützen öffentlich-rechtliche Sender Auftritte Roger Waters’ in Deutschland, indem sie für sie werben, indem sie sicher nicht eben geringe Geldbeträge dafür zahlen, daß sie überhaupt stattfinden können. Antisemitismus, und dafür steht Roger Waters als Repräsentant der BDS-Bewegung, ist nämlich kein notwendiger Bestandteil von Demokratie.

Petition »Kein Support des Antisemiten Roger Waters durch öffentliche Gelder des WDR«

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