Ehre, wem Ehre …

Am 9. April 2003 brachten unter dem Jubel und der Mitwirkung von ihnen befreiter Iraker amerikanische Soldaten in Bagdad als Zeichen für ihren Sieg über das Baath-Regime eine Statue Saddam Husseins zu Fall. Mit Saddam Husseins Herrschaft endete eine der grausameren Tyranneien der jüngeren Zeit und wurde ein erster Schritt in eine – freilich noch ungewisse – bessere Zukunft getan.

Seit einem Putsch 1968 hatte die Baath-Partei im Irak geherrscht, Saddam Hussein sorgte schon damals als ihr Minister für Staatssicherheit dafür, daß jeglicher oppositionelle Gedanke brutal niedergeschlagen wurde. Dabei baute Saddam Hussein seine Macht mit zunehmender Grausamkeit immer weiter aus, so daß er später zum Präsidenten aufsteigen und als Premierminister regieren konnte.

Zu seinen Opfern zählen die im Irak lebenden Kurden, gegen die er sich im Rahmen seiner Arabisierungspolitik nicht scheute, Giftgas – geliefert auch aus Deutschland – einzusetzen: Allein in der Zeit von Februar bis September 1988 wurden etwa 100.000 Kurden systematisch ermordet. Schon zuvor hatte Bagdad im Krieg gegen die Islamische Republik Iran auf den Einsatz von Gas gesetzt.

Kaum weniger verbrecherisch war Saddam Husseins Vorgehen im Anschluß an den Golfkrieg nach seinem Einmarsch in Kuwait. Hatten im Süden des Irak lebende Schiiten den Aufstand gewagt, legte er das Marschland trocken, Sumpfgebiete, in und von denen die Schiiten lebten, und verwandelte es in eine Wüste. Nach seinem Sturz konnte das Gebiet wieder bewohnbar gemacht werden.

Neben seinem Krieg gegen die Islamische Republik und Kuwait war Saddam Hussein außenpolitisch einer der aktivsten Förderer antisemitischen Terrors. »Palästinensische« Angriffe auf Juden belohnte er mit großzügigen Schecks und gewährte Terroristen Unterschlupf in seinem Land. Während des Kriegs zur Befreiung Kuwaits 1991 drohte er, Israel mit Chemiewaffen zu attackieren.

Tatsächlich blieb es bei der Drohung, Bagdad schickte »nur« Raketen ohne chemische Kampfstoffe gen Tel Aviv. Die Bevölkerung des jüdischen Staates versetzten sie gleichwohl in Angst und Schrecken. Die »Palästinenser« unter ihrem »Führer« Yassir Arafat versetzten diese Angriffe hingegen in Feierstimmung, wie sie auch beim Überfall auf Kuwait an der Seite des Diktators standen.

Und wie es scheint, hält diese Liebe zu einem Blutsäufer, der für millionenfaches Leid verantwortlich war, bis heute an. Wurde Saddam Hussein am 26. Dezember 2006 im Irak hingerichtet, ehrten »Palästinenser« erst kürzlich, indem sie ihm in Qalqilya eine Statue widmeten. Rafi Rawajba, der von der Fatah gestellte Bezirksgouverneur, begleitete die Feiern zur Enthüllung des Denkmals.

Eine Inschrift ehrt den Diktator als »Meister der Märtyrer unserer Zeit«, als »Symbol des Heldentums, der Ehre, der Originalität und des Widerstands«, eine Bezeichnung, die das Regime in Ramallah auch für Yassir Arafat verwendet. Mit dem Denkmal für einen grausamen Massenmörder, übrigens nur eines von zahlreichen weiteren, zeigen die »Palästinenser«, wo sie noch heute stehen.

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