Volkes Stimme

Was machen aufrechte Retter von Abend- und Vaterland an einem Tag, an dem wenigstens ein paar zivilisierte Menschen an den 9. November 1938 erinnern, jenen Tag, über den Joseph Goebbels notierte: »Bravo! Bravo! In allen großen Städten brennen die Synagogen. [..] Die Juden sollen einmal den Volkszorn zu verspüren bekommen.«? Sie erklären Juden, daß »es reicht«, und zwar »absolut«:

»Die Penetranz, mit welcher der Zentralrat der Juden fortlaufend das gräßliche Schicksal der Juden während des Dritten Reiches in den Vordergrund schiebt, ist ein Schlag ins Gesicht aller anderen Opfer von Massenmord, die es gegeben hat und immer noch gibt.«

Zwar nämlich hat der Autor dieser empörten Zeilen »kein Problem mit Juden«. Aber beim Gedanken an den Zentralrat, da kommt ihm dann doch ein Verdacht: »Je mehr Zeit verstreicht, desto offensichtlicher wird, was den Zentralrat der Juden tatsächlich treibt: Die Perpetuierung deutschen Schuldbewußtseins den Juden gegenüber.« Und das kann nicht sein, »da mache ich nicht mehr mit«.

Die deutsche Jugend, wenigstens die, möchte der Autor retten. Es könne »nicht mehr darum gehen, künftigen Generationen einzureden, sie als Deutsche hätten exclusiv eine besondere Verantwortung aus ihrer Geschichte.« Denn es werde ja noch immer gemordet, nicht mehr jedoch in Deutschland. Und daher müsse endlich Schluß damit sein, »deutsches Schuldbewußtsein zu perpetuieren«.

Derlei Geschwätz, das den präzedenzlosen Charakter des Holocaust leugnet, damit das Verbrechen verharmlost, kann 72 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland von einem Verein Journalistenwatch e.V. publiziert werden, der als gemeinnützig gilt, aber gleichzeitig eine deutliche inhaltliche Nähe zur Alternative für Deutschland (AfD) kaum glaubhaft verleugnen kann.

Und leider wird der »Verein für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit« auch von einer Institution gefördert, der man das nicht unbedingt zutraut, dem Middle East Forum (MEF), das für sich beansprucht, für amerikanische Interessen zu werben. Es fällt schwer, daran zu glauben, werden so doch gerade auch die Verdienste alliierter Soldaten im Kampf gegen die deutsche Barbarei verleugnet.

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  1. Leider gibt es in Europa immer noch den alten Antisemitismus und die rassistischen Vorurteile gegenüber uns Juden. Auch in Deutschland, wo inzwischen der islamische Antisemitismus, ohne die sonst übliche Kreuzigsungskeule, hinzukommt.

    Aufmerksam wurde ich auf eine Webseite „Journalistenwatch“, die mit teutonischen Plattitüden ihren Antisemitismus subtil versteckt.

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