Kriegsbündnis

Hatte »Palästinenserpräsident« Abu Mazen zu Beginn der jüngsten Bemühungen um eine »Versöhnung« zwischen der Hamas und seiner Fatah mehrfach erklärt, die islamistische Terrororganisation, die seit einem Putsch im Sommer 2007 Gaza beherrscht, müsse ihre Waffen niederlegen und der Kontrolle seiner PA unterstellen, ist von dieser Forderung inzwischen nicht mehr viel geblieben.

Wenige Tage vor der für Anfang Dezember geplanten förmlichen Übergabe der Macht in Gaza an das Regime in Ramallah stellte die Fatah nun noch einmal klar, daß eine Entwaffnung der Hamas nicht Gegenstand der Gespräche zwischen beiden Organisationen ist. Die »Waffen des Widerstands«, diktierte ein Fatah-»Sprecher« dem Sender Al-Jazeera am Montag, seien unantastbar.

Die Hamas, der »palästinensische« Ableger der islamistischen Bruderschaft, nutzte die Gelegenheit, ihrerseits deutlich zu machen, wie sie sich die »wiedervereinte« Zukunft vorstellt: Nicht nur werde sie natürlich ihre Waffen behalten, sie werde vielmehr ihren »Widerstand« in den von der PA kontrollierten Gebieten intensivieren. Eine »Hisbollahisierung« »Palästinas« scheint damit beschlossen.

Im Libanon hat die islamistische Terrororganisation Hisbollah den Staat zu ihrer Marionette gemacht, der nur noch als ihr »ziviles« Aushängeschild fungiert und ihr zugleich den Schutz vor Verfolgung sichert, den nur Staaten gewähren können. Eine ähnliche »Arbeitsteilung« droht nun – wenn auch nicht unbedingt überraschend – mit der »Versöhnung« zwischen Fatah und Hamas.

Die Hamas trennt sich von der ohnehin lästigen »zivilen« Verwaltung, die sie der Fatah überläßt, und widmet sich – »Aussöhnung« sei Dank – von Gaza und den umstrittenen Gebieten aus dem Terror gegen Israel. Und zugleich wird die von Fatah und Hamas organisierte »Einheitsregierung« auf »Souveränität« beharren, drohen etwa israelische Maßnahmen gegen die terroristische Bedrohung.

Die »Versöhnung« von Fatah und Hamas ist eine zu den Bedingungen der Islamisten. Sie ist nicht darauf angelegt, Frieden für »Palästinenser« und Israel zu bringen, sondern bloßes Vehikel für eine Ausweitung des Terrors gegen Israel. Daß die Vereinten Nationen jetzt dennoch ausgerechnet vor einem Scheitern dieser »Aussöhnung« warnen, belegt nur einmal mehr deren Voreingenommenheit.

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