Steuerfinanzierter Antisemitismus

Die Deutsche Welle ist, heißt es auf ihrer Website, »der Auslandssender Deutschlands«. Sie wird finanziert »aus Steuermitteln des Bundes«, die sie über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erhält, der wiederum seine Mittel aus den Etats des Bundeskanzleramts und der Bundeskanzlerin erhält. Wenn es einen Staatssender gibt in Deutschland, ist es die Deutsche Welle.

Nun hat die Deutsche Welle einen Meinungsbeitrag des Publizisten Armin Langer veröffentlicht, der unter Berufung auf Recherchen der medienkritischen Website Übermedien sich daran versucht, die antisemitischen Proteste zu bagatellisieren, die nach der offiziellen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die Vereinigten Staaten in zahlreichen deutschen Städten stattfanden.

Glaubt man dem Kommentator, gibt es keinen Grund zu gesteigerter Beunruhigung über immer offener geäußerten Antisemitismus in Deutschland, denn dieser Eindruck sei vor allem die Folge einer medialen Hysterie, die auf Falschmeldungen beruhe, auf, schreibt Armin Langer, »Fake-News«. Er und »der Auslandssender Deutschlands« stellen fest: »Es gab keine ›Tod den Juden‹-Rufe«.

Von solchen Rufen auf Demonstrationen in Berlin hatten zahlreiche Medien berichtet. Für Armin Langer »Falschmeldungen« mit Folgen: »Als Ergebnis wurden die Demonstration und darauf folgende Veranstaltungen pauschal als antisemitisch bezeichnet.« Politiker empörten sich, ein offenbar getäuschter Justizminister Heiko Maas forderte, »wer ›Tod den Juden‹ ruft, gehört vor Gericht«.

Erklärungen hat Armin Langer auch für brennende Flaggen und andere Parolen, die krakeelt wurden, parat: »Die Fahnenverbrennung« sei zwar zu verurteilen, »weil sie Israelis als eine homogene Masse behandelt«, doch »dieser Akt an sich« sei »nicht antisemitisch«, da »die israelische Fahne« nicht »für die Juden« stehe, »sondern für die Israelis«, also auch für Israels arabische Bürger.

Und »Kindermörder Israel«-Rufe, nun, bringt »die israelische Luftwaffe im Gazastreifen« nicht Kinder um? Bei »Chaibar, Chaibar, du Jude!«-Parolen schließlich gehe es ebenfalls nicht um Mord an Juden, »sondern ihre Unterwerfung«. Sie »mit ›Tod den Juden‹ zu übersetzen wäre falsch«. Es habe also viel Ärger gegeben um nichts. Und daher müßten nun schnellstens Entschuldigungen her:

»Es wäre deshalb angebracht, wenn sich die beteiligten Journalisten, Politiker und Würdenträger nun mindestens genauso laut entschuldigen würden. Bei den Muslimen in Deutschland – weil sie erneut pauschal dämonisiert wurden. Und bei den Juden – weil sie unnötig in Angst versetzt wurden.«

Der Kommentator und sein Sender arbeiten unsauber. So bestreitet ihre Quelle allenfalls »massenhafte« Forderungen nach dem Tod von Juden. Daß es sie jedoch gegeben habe, bestreitet selbst Übermedien nicht. Und wer erklärt, die Fahne Israels stehe für den Staat mit seiner gesamten Bevölkerung, wird kaum leugnen können, daß ihr Verbrennen ein Symbol ist für die Vernichtung Israels.

In München erklärten Demonstranten vor laufender Kamera, »in dieser Welt gibt es kein Israel, nur Palästina«, wurden – wie in Berlin – Fahnen der Fatah geschwenkt, die mit ihrem Logo ganz Israel als »palästinensisch« deklariert. Teilnehmer der Proteste zeigten Plakate gleichen Inhalts. Sie bestritten das Existenzrecht Israels. Und damit meinten sie den jüdischen Staat und dessen jüdische Bevölkerung.

Mit dem Kommentar Armin Langers versucht die Deutsche Welle, Antisemitismus nicht zu leugnen, eindeutig antisemitische Aufmärsche jedoch zu verharmlosen. Die vom Kanzleramt und aus dem Etat dessen derzeitiger Hausherrin finanzierte »Stimme Deutschlands« redet das auf diesen Haß-Kundgebungen gezeigte Gewaltpotential schön. Dieser steuerfinanzierte Antisemitismus ist obszön.

1 Comment

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  1. Die Art, wie Herr Langer offensichtliche Probleme kleinredet, kann nur als zwanghaft bezeichnet werden. Er macht das auch nicht zum ersten Mal und anscheindend setzt er auf eine Zukunft als gefragter „Gesprächspartner“.

    In diesem Punkt dürfte er richtig liegen, Leute mit seinen Eigenschaften sind gefragt.

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