Boykott der Boykotteure

In der Logik der Anhänger der weltweit gegen Israel aktiven extremistischen BDS-Bewegung sind Auftritte von Künstlern in dem jüdischen Staat gleichbedeutend mit einer Zustimmung zur Politik Jerusalems. Und auch wer Produkte israelischer Herkunft kauft oder nutzt, unterstützt in der Wahrnehmung der antisemitischen Extremisten unmittelbar die Regierung in der israelischen Hauptstadt.

Den fanatischen Judenfeinden möchte die israelische Regierung nun entgegenkommen und hat zu diesem Zweck eine Liste von Organisationen zusammengestellt und veröffentlicht, deren Mitgliedern sie die Einreise verweigern will. Eigentlich, sollte man meinen, ist das ein überflüssiger Schritt: Welcher Israel-Boykotteur macht sich denn freiwillig auf in das Land, das er boykottiert?

Doch ganz offenbar ist der Reisebedarf jener, die andere öffentlich anprangern und bedrohen, sollten die Israel besuchen wollen, groß. Mit breiter Ablehnung reagieren sie auf die Nachricht aus Jerusalem. »Die schwarze Liste«, empört sich via Twitter etwa das Institute for Middle East Understanding (IMEU), das für die BDS-Bewegung wirbt, »ist ein Angriff auf die Zivilgesellschaft«.

Die Friends of Al Aqsa (FOA) klagen, Israel wolle mit seiner blacklist Protest mundtot machen, von CodePink – Women for Peace, heißt es in einem flammenden Bekenntnis zur BDS-Bewegung, man sei »schockiert«. Israel zeige mit seiner Entscheidung, daß es »sich auf ein System der Apartheid« stütze, »um die Opposition gegen seine rassistische und koloniale Herrschaft zu unterdrücken«.

Solche Vorwürfe, Verleumdungen Israels, die die südafrikanische Apartheid verharmlosen, hat man von diesen Organisationen nur zu oft gehört. Und immer begründeten sie damit ihre Aufrufe zum Boykott des jüdischen Staates und seiner Bürger. Nun sorgt Israel dafür, daß sie ihr Gewissen nicht mit Besuchen dieses fürchterbaren »Apartheid-Regimes« belasten müssen. Was ist daran ungerecht?

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