Stiften Vergewaltigungen Frieden?

Wissenschaftler sind manchmal sehr seltsam. An der Hebräischen Universität zu Jerusalem kommt in einer von der Uni prämierten Untersuchung Tal Nitzan, sie erstrebt den Doktortitel, zu einem bemerkenswerten Schluß: „Das Ausbleiben organisierter Vergewaltigungen [palästinensischer Frauen] durch israelisches Militär ist eine alternative Taktik, politische Ziele zu erreichen.“

Verwünscht sei der Elfenbeinturm, der solcherlei Unfug gestattet, unterstellt die Autorin der Untersuchung doch, daß, wenn man sie nur ließe, israelische Soldaten über Frauen herfallen würden, die Barbaren aber vermutlich mittels Geheimbefehl davon abgehalten werden. Und das, so die steile These Tal Nitzans, sei nicht nur Taktik, sondern auch noch höchst rassistisch, „diskriminierend“ gar.

„Im israelisch-palästinensischen Konflikt festigt das Fehlen von Vergewaltigungen durch das [israelische] Militär die ethnischen Grenzen und macht die ethnischen Differenzen deutlich“, klagt die ausgezeichnete Autorin nämlich weiter. Vergewaltigungen, so scheint’s, dienen in ihrer Weltsicht der Völkerverständigung, könnten Frieden schaffen, die einen befriedigen, die anderen befrieden.

Dadurch, daß eben IDF-Angehörige sich schlicht an moralische Grundsätze halten, machen sie es also offenbar den Arabern„Palästinensern“ nur noch schwerer, die Waffen zu strecken. Zali Gurevitch, der das universitäre Kommitee anführte, das die Arbeit prämierte, verteidigte gegenüber Arutz Sheva (Kanal 7) die Entscheidung seiner Kollegen und -innen sowie die Untersuchung, für die 25 Soldaten befragt wurden.

Die Autorin, erklärte er, hätte eine „ernsthafte Arbeit“ geleistet. „Ihre Untersuchung behandelt zwei sehr wichtige Fragen: Ist das Ausbleiben von Vergewaltigungen durch IDF-Soldaten ein bemerkenswertes Phänomen, und, wenn es so ist, weshalb gibt es kaum Vergewaltigungen durch IDF-Angehörige, wenn in ähnlichen Situationen anderswo auf der Welt Vergewaltigungen doch weitaus häufiger vorkommen?“ Und das sind in der Tat hybsche Fragen.

Doch aus der wohl offensichtlichen Tatsache, daß israelische Soldaten ethische Prinzipien haben, abzuleiten, genau jene seien eine ganz spezielle – und verurteilenswerte – Taktik, den Gegner zu schwächen, ist, nun ja, ziemlich blöd. Eine wissenschaftliche Arbeit, die derlei behauptet, auszuzeichnen, ist freilich noch dämlicher.

5 Comments

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  1. „Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo noch was Blöderes her.“ Danke für den aufschlussreichen Bericht über diese bizarre „Untersuchung“!
    Und frohe Weihnachten natürlich!

  2. Hier ist noch ein interessantes Forschungsergebnis: Are we genetically programmed to be generous? Hebrew University scientists say yes

    Die Hebrew University trägt auch in diesem Fall wie in dem der Tal Nitzan dazu bei nachzuweisen, daß nicht etwa Ethik, Vorstellung von der Menschenwürde und vom menschlichen Zusamenleben, die Handlung von Menschen bestimmt, sondern an Hand von großzügig vergebenen 12 Dollar sei in einer Online Spielsituation mit 203 Beteiligten nachgewiesen worden, daß unser Verhalten entscheidend von den Genen abhängt.

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