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Schwere Beleidigung

Kürzlich stellte die Hamas in Katar eine Ergänzung ihres Gründungsdokuments vor, an der sie vier Jahre lang getüftelt haben will. Und obschon die zweifellos klügsten Köpfe der islamistischen Gang sich gewiß alle Mühe gaben, das 42 Artikel umfassende Dokument so unzweideutig wie möglich zu formulieren, wurde prompt mancherorts behauptet, die Hamas wolle Israel nicht mehr vernichten.

»Hamas läßt Forderung nach Zerstörung Israels fallen«, meldete eine begeisterte Financial Times, und auch im deutschen Staatsrundfunk konnte ein Moderator es kaum fassen: Die Regierung in Jerusalem, gab er an, sei »entsetzt«, denn die Hamas, »die den Gazastreifen kontrolliert, sie scheint jetzt bereit, Israel in den Grenzen, wie sie vor dem Krieg von 1967 galten, anerkennen zu wollen«.

Vier lange Jahre härteste Arbeit – und dann das: »Die Hamas scheint bereit, Israel anzuerkennen«! Wie konnte man sie nur so mißverstehen? Hatte man nicht jede Silbe sorgfältig diskutiert, sogar eine englische Übersetzung mitgeliefert und betont, »daß die Errichtung eines [arabischen] Staates entlang der Linien von 1967 keineswegs die Anerkennung des zionistischen Gebildes bedeutet«?

Nun, die Hamas hat eingesehen, die Intelligenz von Teilen ihres Publikums überschätzt zu haben, und noch einmal klargestellt, daß sie nicht bereit ist, auf nur einen Teil »Palästinas« zu verzichten. Anders als die PLO, so erklärte »Politbüro«-Mitglied Mahmoud Zahar, stehe seine Organisation weiter für die Vernichtung Israels. Ihr andere Absichten zu unterstellen, das beleidige die Hamas.

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