{"id":10149,"date":"2026-09-10T16:12:36","date_gmt":"2026-09-10T14:12:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=10149"},"modified":"2026-09-10T16:12:36","modified_gmt":"2026-09-10T14:12:36","slug":"bodenlose-hybris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=10149","title":{"rendered":"Bodenlose Hybris"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr ihre Entscheidung, j\u00fcdisches Leben in den umstrittenen Gebieten zu kriminalisieren, hat der sozialdemokratischen Regierung in London einigen Applaus eingebracht. Mehrere europ\u00e4ische Staaten haben inzwischen angek\u00fcndigt, dem britischen Beispiel folgen zu wollen, darunter etwa Spanien, Portugal, Polen und, selbstverst\u00e4ndlich, Irland. Die Boykotteure eint ihre Behauptung, so Aussichten auf eine \u00bbZwei-Staaten-L\u00f6sung\u00ab wahren zu wollen.<\/p>\n<p>Es bleibt freilich ihr Geheimnis, wie ein Boykott, der sich erkl\u00e4rterma\u00dfen gegen Juden richten soll und daher wohl antisemitisch zu nennen ist, zu einer friedliche L\u00f6sung des \u00bbpal\u00e4stinensisch\u00ab-israelischen Konflikts beitragen k\u00f6nnte. Gerade wer eine \u00bbZwei-Staaten-L\u00f6sung\u00ab propagiert, mu\u00df davon ausgehen, da\u00df deren Bedingungen und Ausgestaltung weder \u00bbPal\u00e4stinensern\u00ab noch Israel von au\u00dfen aufgezwungen werden k\u00f6nnen, sondern zwischen ihnen verhandelt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Doch welchen Anreiz haben \u00bbPal\u00e4stinenser\u00ab, sich beispielsweise auf Verhandlungen \u00fcber einen zuk\u00fcnftigen Genzverlauf einzulassen, wenn mit der Erfindung der \u00bbGrenzen von 1967\u00ab, die ja blo\u00df Waffenstillstandslinien sind, die Entscheidung dar\u00fcber international doch schon l\u00e4ngst getroffen wurde? Was sollte die \u00bbPal\u00e4stinenser\u00ab motivieren, \u00fcber die Frage der \u00bbFl\u00fcchtlinge\u00ab ergebnisoffen zu diskutieren, sichern die Vereinten Nationen ihnen ein \u00bbRecht auf R\u00fcckkehr\u00ab zu?<\/p>\n<p>Weshalb sollte, andererseits, Jerusalem sich ausgerechnet nach einer ganzen Reihe antiisraelischer Ma\u00dfnahmen in der Folge seines Verteidigungskriegs gegen die Bestien der Hamas und deren Komplizen Gespr\u00e4chen mit einer \u00bbPal\u00e4stinenserf\u00fchrung\u00ab zustimmen, die ihre Unterst\u00fctzung \u00bbpal\u00e4stinensischen\u00ab Terrors durch dessen allt\u00e4gliche Glorifizierung und finanzielle Zuwendungen f\u00fcr Terroristen demonstriert, w\u00e4hrend international Juden stigmatisiert und kriminalisiert werden?<\/p>\n<p>Bot die <i>Roadmap<\/i> den \u00bbPal\u00e4stinensern\u00ab mit der Aussicht auf internationale Anerkennung ein Motiv, in Verhandlungen einzusteigen, ist diese Motivation mit der diplomatischen Aufwertung \u00bbPal\u00e4stinas\u00ab durch einige au\u00dfenpolitisch bedeutendere Staaten entfallen: Sie ist nicht das Ergebnis von Gespr\u00e4chen, sondern folgte dem barbarischen Pogrom der Hamas am 7. Oktober 2023. London \u00bbdrohte\u00ab ausdr\u00fccklich mit ihr, machte \u00bbPal\u00e4stina\u00ab damit eben auch zur <i>Bedrohung<\/i>.<\/p>\n<p>Da\u00df sich die zumal einzige halbwegs funktionierende Demokratie des Nahen Ostens diesem Druck nicht beugt, kann nicht \u00fcberraschen. Eine Nation, die Grund hat, um ihre Existenz zu f\u00fcrchten, deren Recht auf Existenz immer wieder bestritten wird, kann es sich schon aus Gr\u00fcnden der Selbstachtung gar nicht leisten, vor ihm zu kapitulieren, vor Regierungen, die sich \u00fcber j\u00fcdische Extremisten echauffieren, w\u00e4hrend sie \u00bbM\u00e4rtyrerrenten\u00ab dulden und erm\u00f6glichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr ihre Entscheidung, j\u00fcdisches Leben in den umstrittenen Gebieten zu kriminalisieren, hat der sozialdemokratischen Regierung in London einigen Applaus eingebracht. 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