{"id":10160,"date":"2026-09-15T10:59:30","date_gmt":"2026-09-15T08:59:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=10160"},"modified":"2026-09-15T10:59:30","modified_gmt":"2026-09-15T08:59:30","slug":"kontaktschuld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=10160","title":{"rendered":"Kontaktschuld"},"content":{"rendered":"<p>In Norwegen k\u00f6nnten gesch\u00e4ftliche Kontakte mit j\u00fcdischen Unternehmen demn\u00e4chst mit bis zu drei Jahren Haft sanktioniert werden. Wie der norwegische Au\u00dfenminister Espen Barth Eide gegen\u00fcber dem Staatsundfunk <i>NRK<\/i> <a href=\"https:\/\/www.arabnews.com\/world\/norway-proposes-3-years-imprisonment-for-trading-with-israeli-settlers-3001697\">erkl\u00e4rte<\/a>, will Oslo mit entsprechenden Gesetzen dem Beispiel mehrerer Mitglieder der Europ\u00e4ischen Union folgen, die in den vergangenen Tagen <a href=\"https:\/\/www.aa.com.tr\/en\/europe\/11-european-countries-plus-canada-vow-restrictions-on-trade-with-illegal-israeli-settlements\/4050917\">angek\u00fcndigt<\/a> hatten, Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu j\u00fcdischen Unternehmen in den umstrittenen Gebieten zu sanktionieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich freilich die entsprechenden Ank\u00fcndigungen etwa Frankreichs oder Polens aufgrund der Zust\u00e4ndigkeit Br\u00fcssels f\u00fcr den Au\u00dfenhandel der Mitglieder der Staaten der Europ\u00e4ischen Union als populistisches Geschw\u00e4tz <a href=\"https:\/\/www.jpost.com\/opinion\/article-908191\">entpuppen<\/a> k\u00f6nnten, mit dem sich die Regierungen in Paris oder Warschau beim jeweils heimischen antisemitischen Mob anbiedern wollen, verf\u00fcgt Oslo noch \u00fcber die Kompetenzen, den Handel mit dem Ausland auf der nationalen Ebene zu regeln.<\/p>\n<p>Im organisierten Europa wie auch au\u00dferhalb allerdings ist die Botschaft, die bereits mit der blo\u00dfen Ank\u00fcndigung solchen Ma\u00dfnahmen gesendet wird, nicht zu untersch\u00e4tzen. Denn unabh\u00e4ngig davon, ob sich solche Sanktionen \u00fcberhaupt durchsetzen werden lassen und welche Wirkung sie tats\u00e4chlich entfalten, ist die anma\u00dfende Motivation dahinter doch die gleiche: Europ\u00e4er wollen dar\u00fcber bestimmen, wo Juden zu leben haben, wo die Grenzen <i>des<\/i> j\u00fcdischen Staates verlaufen.<\/p>\n<p>Die umstrittenen Gebiete und Teile der israelischen Hauptstadt Jerusalem, die 1948\/49 gewaltsam von jordanischen Truppen erobert und bis 1967 illegal besetzt waren, sollen nach Auffassung der europ\u00e4ischen (M\u00f6chtegern-)Boykotteure wieder so <i>judenrein<\/i> werden wie w\u00e4hrend dieser Zeit, in der die jordanische Soldateska und ihre arabischen Komplizen ungestraft j\u00fcdisches Leben in ihnen auszul\u00f6schen versuchten. Mit ihren Gesetzen wollen sie diese Verbrechen nun legalisieren.<\/p>\n<p>Indem sie mit ihren Boykottgesetzen zugleich Waffenstillstands- zu Grenzlinien erkl\u00e4ren, mischen sie sich in Fragen ein, deren L\u00f6sung in internationalen Abkommen &#8211; darunter nicht zuletzt die nach der norwegischen Hauptstadt benannten Vertr\u00e4ge &#8211; gewi\u00df kaum grundlos allein Schlu\u00dfverhandlungen zwischen Jerusalem und den \u00bbPal\u00e4stinensern\u00ab vorbehalten ist. Wer mit Unrecht Aussichten auf einen Frieden bef\u00f6rdern will, verspielt eventuelle Chancen darauf jedoch erst recht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Norwegen k\u00f6nnten gesch\u00e4ftliche Kontakte mit j\u00fcdischen Unternehmen demn\u00e4chst mit bis zu drei Jahren Haft sanktioniert werden. 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