{"id":2599,"date":"2010-11-17T18:39:41","date_gmt":"2010-11-17T17:39:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tw24.info\/?p=2599"},"modified":"2010-11-17T18:39:41","modified_gmt":"2010-11-17T17:39:41","slug":"spiegel-online-enthuellt-george-w-bush-zitiert-korrekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=2599","title":{"rendered":"SPIEGEL online enth\u00fcllt: George W. Bush zitiert korrekt"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tFr\u00fcher, glauben sogar wir, war vieles besser. <i>Journalisten<\/i> beispielsweise recherchierten ihre Geschichten in jener sch\u00f6nen Zeit noch selbst und lasen auch mal ein Buch, um danach mit diesem sich auseinanderzusetzen. Nicht so bei <i>SPIEGEL online<\/i>. <i>Decision Points<\/i>, das in der vergangenen Woche erschienene Buch <i>George W. Bushs<\/i>, hat das <i>Online<\/i>-Portal des <i>&#8222;deutschen Nachrichtenmagazins&#8220;<\/i> lesen <i>lassen<\/i> &#8211; und abschreibend &#8211; nicht indes <i>verlinkend<\/i> &#8211; <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,729132,00.html\">herausgefunden<\/a>, <i>&#8222;Bush soll bei anderen Autoren geklaut haben&#8220;<\/i>:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Bush habe sich bei Passagen aus B\u00fcchern und Presseartikeln bedient, berichtet die &#8218;Huffington Post&#8216;. Die vernichtende Schlussfolgerung des Politblogs: Bush sei zu faul, seine eigenen Memoiren zu schreiben.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Nun finden sich in der <i>Huffington Post<\/i> manchmal lesenswerte Beitr\u00e4ge, die <i><a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/2010\/11\/12\/george-bush-book-decision-points_n_782731.html#s180908\">&#8222;Enth\u00fcllung&#8220;<\/a><\/i>, die <i>SPIEGEL online<\/i> als wenigstens kleine Sensation reportiert, ist es nicht. <i>Ryan Grim<\/i>, Autor des <i>Huffington Post<\/i>-Beitrags, klagt, <i>George W. Bush<\/i> zitiere in <i>Decision Points<\/i> Worte des <i>afghanischen<\/i> Pr\u00e4sidenten <i>Hamid Karzai<\/i>, obgleich er, <i>George W. Bush<\/i>, diese doch wegen eigener Abwesenheit gar nicht selbst vernommen haben k\u00f6nne &#8211; was <i>George W. Bush<\/i> freilich auch an keiner Stelle behauptet.<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;When Karzai arrived in Kabul for his inauguration on December 22 &#8211; 102 days after 9\/11 &#8211; several Northern Alliance leaders and their bodyguards greeted him at an airport. As Karzai walked across the tarmac alone, a stunned Tajik warlord asked where all his men were. Karzai, responded, &#8218;Why, General, you are my men. All of you who are Afghans are my men.'&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Begebenheit scheint <i>George W. Bush<\/i> wichtig, deshalb erw\u00e4hnt er sie. Ginge es nach <i>Ryan Grim<\/i> und <i>SPIEGEL online<\/i>, h\u00e4tte er dies offenbar nicht tun d\u00fcrfen. <i>&#8222;Eine pr\u00e4zise Schilderung des Dialogs &#8211; dabei war Bush gar nicht vor Ort. Das schreibt er laut &#8218;Huffington Post&#8216; selber an anderer Stelle in seinem Buch.&#8220;<\/i> Wer das Buch gelesen hat, mu\u00df nicht <i>&#8222;laut &#8218;Huffington Post'&#8220;<\/i> tippen, sondern kann genau sagen, wo: Im n\u00e4chsten (Ab-)Satz.<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Five weeks later, I looked Hamid Karzai in the eye <b>for the first time<\/b>.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Doch wo ist nun eigentlich das <i>Plagiat<\/i>? <i>George W. Bush<\/i> hat die Worte <i>Hamid Karzais<\/i> gelesen, jetzt zitiert er sie. <i>So what<\/i>?<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;With help from researchers, I have confirmed my account with government documents, contemporaneous notes, personal interviews, news reports, and other sources, some of which remain classified.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Das notiert <i>George W. Bush<\/i> im <i>Vorwort<\/i> zu <i>Decision Points<\/i>. Bei <i>SPIEGEL online<\/i> kann man das nicht wissen, <i>Ryan Grim<\/i> verschweigt es. F\u00fcr den ehemaligen <i>US<\/i>-Pr\u00e4sidenten, der in seinem Buch nicht <i>chronologisch<\/i> berichtet, sondern <i>Entscheidungen<\/i> in den Mittelpunkt stellt, die er privat wie als <i>Pr\u00e4sident<\/i> f\u00e4llte, dient <i>Hamid Karzais<\/i> pr\u00e4sidiales Werben um Gefolgschaft als Hintergrund einer Entscheidungsfindung &#8211; nicht mehr und nicht weniger. Ein korrektes Zitat als <i>Skandal<\/i>? Bei <i>SPIEGEL online<\/i> anscheinend.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.tw24.info\/wp-content\/uploads\/gwbush.jpg\" alt=\"Decision Points, George W. Bush\" title=\"Decision Points, George W. Bush\" width=\"470\" height=\"286\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2600\" \/><\/p>\n<p><i>Angela Merkel<\/i>, der <i>Deutschen<\/i> Kanzlerin, soll auf dem <i>Parteitag<\/i> ihres Vereins eine <a href=\"http:\/\/www.karlsruhe2010.cdu.de\/images\/stories\/docs\/101115-Rede-Merkel.pdf\">Rede<\/a> gehalten haben:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Konrad Adenauer, unser erster Vorsitzender, hat das wenige Wochen nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der rheinischen CDU im M\u00e4rz 1946 ganz wunderbar beschrieben &#8211; ich zitiere:<br \/>\n&#8218;Der Fundamentalsatz des Programms der CDU, der Satz, von dem alle Forderungen unseres Programms ausgehen, das ist ein Kerngedanke der christlichen Ethik. Die menschliche Person hat eine einzigartige W\u00fcrde, und der Wert jedes einzelnen Menschen ist unersetzlich. (\u2026) Nach dieser Auffassung ist weder der Staat noch die Wirtschaft, noch die Kultur Selbstzweck. Sie haben eine dienende Funktion gegen\u00fcber der Person.'&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Kaum anzunehmen, da\u00df <i>Angela Merkel<\/i> 1946 dabei war. H\u00f6chste Zeit, finden wir, da\u00df <i>SPIEGEL online<\/i> fragt: <i>&#8222;Hat Angela Merkel bei anderen Autoren geklaut?&#8220;<\/i> Die <i>Huffington Post<\/i> kann dann abschreiben: <i>&#8222;Angela Merkel soll bei anderen Autoren geklaut haben&#8220;<\/i>. Das w\u00e4re <i>l\u00e4cherlich<\/i>? Stimmt.\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher, glauben sogar wir, war vieles besser. Journalisten beispielsweise recherchierten ihre Geschichten in jener sch\u00f6nen Zeit noch selbst und lasen auch mal ein Buch, um danach mit diesem sich auseinanderzusetzen. Nicht so bei SPIEGEL online. Decision Points, das in der vergangenen Woche erschienene Buch George W. 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