{"id":4434,"date":"2020-01-05T12:44:32","date_gmt":"2020-01-05T10:44:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=4434"},"modified":"2020-01-06T13:23:00","modified_gmt":"2020-01-06T11:23:00","slug":"schundliteratur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=4434","title":{"rendered":"Schundliteratur"},"content":{"rendered":"<p>Mit seinem j\u00fcngsten Werk, dem im Oktober erschienenen Band \u00bbDie andere Querfront\u00ab hat sich der von seinem Unrast-Verlag als \u00bbLehrer und Publizist\u00ab vorgestellte Gerhard Hanloser viel vorgenommen. Er will mit seinen \u00bbSkizzen\u00ab einen \u00bbantideutschen Betrug\u00ab aufdecken und damit, verspricht der Buchr\u00fccken, einen \u00bbbeispiellose[n] Zerfall kritischen Denkens\u00ab nachzeichnen und aufkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Schon 2004 tat der Autor sich als obsessiver Aufkl\u00e4rer hervor, als er, wiederum bei Unrast, als Herausgeber \u00bbSie warn die Antideutschesten der deutschen Linken\u00ab verantwortete, ein l\u00e4ngst vergessenes B\u00fcchlein, das \u00bbGeschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik\u00ab zu beleuchten vorgab. Der Band sei \u00bbvergriffen\u00ab, wird in dem j\u00fcngeren Buch mehrmals betont, vermutlich ist man stolz drauf.<\/p>\n<p>Bei der Lekt\u00fcre von \u00bbDie andere Querfront\u00ab erahnt man freilich, weshalb niemand eine Neuauflage des \u00bbvergriffenen\u00ab Pamphlets wagt: Niemand, der noch alle Sinne halbwegs beisammen hat, kann einen Gerhard Hanloser ernst nehmen. Das tut er n\u00e4mlich selbst nicht, wenn er und sein Verlag dem Publikum kaum eine Seite ohne Rechtschreib-, Grammatik oder sachliche Fehler pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen:<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbMit <i>Menowatch<\/i>, einer Ende 2011 in Wien ins Leben gerufenen proisraelischen und antipal\u00e4stinensischen Medienbeobachtungsstelle, oder den Ruhrbaronen, einem einflussreichen rechtsliberalen Blogg, finden sich die passenden, die diversen Internetgemeinden bedienenden Hetzplattformen, denen keine Anklage zu konstruiert erscheint, kein Antisemitismusvorwurf zu abwegig, um in diesen ideologischen Filterblasen und Echokammern israelische Politik f\u00fcr sakrosankt zu erkl\u00e4ren.\u00ab (S. 262 f.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine \u00bbMedienbeobachtungsstelle <i>Menowatch<\/i>\u00ab gibt es nicht, der Begriff \u00bbBlogg\u00ab kommt im Duden nicht vor. Wor\u00fcber also redet Gerhard Hanloser hier eigentlich? Vielleicht sollte man \u00bbDie andere Querfront\u00ab aber einfach schon fr\u00fcher weglegen. Die Zeichen n\u00e4mlich, da\u00df es sich nicht lohnt, Lebenszeit auf die Lekt\u00fcre zu verschwenden, sind schon sehr viel fr\u00fcher eigentlich nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbWenn Teile der Linken mit Nationalismus und Antisemitismus hantierten, dann aus dem Zweck, Nationalistinnen und Antisemitinnen nach links ziehen zu wollen.\u00ab (S. 9)<\/p><\/blockquote>\n<p>Es ist wohl dieser Satz, der Gerhard Hanlosers Absicht am pr\u00e4gnantesten offenbart. Er will linken Nationalismus und Antisemitismus vielleicht nicht leugnen, aber verharmlosen und als blo\u00dfes Mittel zum Zweck rationalisieren. Antideutsche Kritik dagegen adressiert Nationalismus und Antisemitismus als das, was sie auch in der Linken sind. Und als Ertappter w\u00fctet Gerhard Hanloser w\u00fcst zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinem j\u00fcngsten Werk, dem im Oktober erschienenen Band \u00bbDie andere Querfront\u00ab hat sich der von seinem Unrast-Verlag als \u00bbLehrer und Publizist\u00ab vorgestellte Gerhard Hanloser viel vorgenommen. Er will mit seinen \u00bbSkizzen\u00ab einen \u00bbantideutschen Betrug\u00ab aufdecken und damit, verspricht der Buchr\u00fccken, einen \u00bbbeispiellose[n] Zerfall kritischen Denkens\u00ab nachzeichnen und aufkl\u00e4ren. 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