{"id":4942,"date":"2020-08-08T11:34:37","date_gmt":"2020-08-08T09:34:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=4942"},"modified":"2020-08-13T13:19:39","modified_gmt":"2020-08-13T11:19:39","slug":"keine-vorschnelle-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=4942","title":{"rendered":"Keine vorschnelle Hilfe"},"content":{"rendered":"<p>Nach der verheerenden Explosion von 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut am vergangenen Dienstag soll am Sonntag eine auf franz\u00f6sische Initiative organisierte internationale Geberkonferenz \u00fcber einen Wiederaufbau der zerst\u00f6rten Teile der libanesischen Hauptstadt beraten. W\u00e4hrend wenig gegen schnelle Nothilfe spricht, sollten l\u00e4ngerfristige Ma\u00dfnahmen nicht \u00fcbereilt werden.<\/p>\n<p>Denn noch ist allzu wenig dar\u00fcber bekannt, was zu der \u00bbKatastrophe\u00ab gef\u00fchrt hat. Davon aber, was bei einer Untersuchung \u00fcber die Ursachen der massiven Explosion, die mehr als 150 Menschen das Leben kostete, 5.000 Menschen verletzte und 300.000 zu Obdachlosen machte, herausgefunden wird, sollte abh\u00e4ngen, welche Wiederaufbauma\u00dfnahmen sinnvoll und daher unterst\u00fctzenswert sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In jedem Fall d\u00fcrften die libanesischen \u00bbpolitischen\u00ab Eliten, ihre Korruption und Inkompetenz eine gro\u00dfe Mitverantwortung f\u00fcr den Zwischenfall tragen. Weist Pr\u00e4sident Michel Aoun bereits jetzt jeden Gedanken an eine internationale Untersuchung als \u00fcberfl\u00fcssige Zeitverschwendung weit von sich, ist das ein Beleg daf\u00fcr, da\u00df er nicht gewillt ist, das \u00bbpolitische\u00ab System seines Landes zu reformieren.<\/p>\n<p>Internationale Unterst\u00fctzung d\u00fcrfte ohne solche Reformen allerdings weiter da landen, wo sie auch bisher immer verschwand, und damit gerade nicht einem Aufbau des Libanon dienen. Unabh\u00e4ngig untersucht werden m\u00fc\u00dfte jedoch auch eine m\u00f6gliche Verstrickung der islamistischen Hisbollah in die Explosion in der vergangen Woche. Detonierte da wom\u00f6glich ein Vorratslager der \u00bbPartei Gottes\u00ab?<\/p>\n<p>Hisbollah-Anf\u00fchrer Hassan Nasrallah hat immerhin schon Angriffe auf Ziele in Israel unter Einsatz von Ammoniumnitrat angek\u00fcndigt, seine Islamisten sollen in Gro\u00dfbritannien sowie in Deutschland, das die Organisation erst in diesem Jahr in ihrer Gesamtheit als terroristisch \u00e4chtete, Depots mit der Chemikalie angelegt haben. K\u00f6nnte es also sein, da\u00df die Islamisten eines ihrer Lager in Beirut verloren?<\/p>\n<p>Da die Hisbollah freilich zu eng mit den libanesischen Eliten verbandelt ist, das dysfunktionale \u00bbpolitische\u00ab System des Landes unterwandert hat und kontrolliert, w\u00e4re einer libanesischen Untersuchung zu ihrer Rolle kaum zu trauen. L\u00e4ngerfristige Hilfen m\u00fcssen daher von der Bereitschaft Beiruts zu Zusammenarbeit auf internationaler Ebene abh\u00e4ngig gemacht werden. Noch ist sie nicht vorhanden.<\/p>\n<p>Auch und gerade deshalb w\u00e4re es vorschnell, Beirut allzu gro\u00dfz\u00fcgige Hilfen zuzusagen, zumal dessen F\u00fchrung sich seit mehr als einem Jahrzehnt beharrlich weigert, die in der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats geforderte Entwaffnung der Hisbollah durchzusetzen &#8211; vielleicht lagerten nur deshalb noch 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat in Beirut. Ein Zur\u00fcck zum Status quo ante darf es nicht geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der verheerenden Explosion von 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut am vergangenen Dienstag soll am Sonntag eine auf franz\u00f6sische Initiative organisierte internationale Geberkonferenz \u00fcber einen Wiederaufbau der zerst\u00f6rten Teile der libanesischen Hauptstadt beraten. 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