{"id":5212,"date":"2020-12-05T14:08:39","date_gmt":"2020-12-05T12:08:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=5212"},"modified":"2020-12-05T14:08:39","modified_gmt":"2020-12-05T12:08:39","slug":"auf-kriegskurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=5212","title":{"rendered":"Auf Kriegskurs"},"content":{"rendered":"<p>Die Islamische Republik Iran hat die Internationale Atomenergiebeh\u00f6rde dar\u00fcber informiert, in der Atomanlage Natanz weitere Zentrifugen des Typs IR-2m in Betrieb nehmen zu wollen. In der unterirdischen Anlage werden bereits seit kurzem 174 dieser modernen Zentrifugen zur Anreicherung von Uran genutzt. Teheran forciert damit seine Verst\u00f6\u00dfe gegen das Wiener Atomabkommen noch einmal.<\/p>\n<p>Etwas mehr als einen Monat vor der erwarteten Vereidigung Joe Bidens als neuer Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten demonstriert das islamistische Regime in Teheran erneut, da\u00df es auch trotz der Ank\u00fcndigung des demokratischen Politikers, dem Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) wieder beizutreten, nicht bereit ist, sich an die in dem Abkommen vereinbarten Bestimmungen zu halten.<\/p>\n<p>Bereits jetzt verst\u00f6\u00dft das Mullah-Regime ganz offen gegen wesentliche Regeln des noch immer als Erfolg internationaler Diplomatie gefeierten Abkommens. So reichert es Uran \u00fcber den gestatteten Reinheitsgrad hinaus an und verf\u00fcgt mit 2,4 Tonnen angereicherten Urans schon jetzt \u00fcber ein Vielfaches der erlaubten Menge von rund 200 Kilogramm. Die neuen Zentrifugen versch\u00e4rfen die Lage weiter.<\/p>\n<p>Hatte der amtierende Pr\u00e4sident Donald J. Trump vergeblich Nachbesserungen des JCPOA verlangt, um dem klandestinen wie offenen Streben Teherans nach Kernwaffen Einhalt zu gebieten, scheiterte Washington nach seinem folgerichtigen Austritt aus dem wirkungslosen Abkommen auf internationaler Ebene auch mit Initiativen, das Mullah-Regime durch Sanktionen zur Umkehr zu bewegen.<\/p>\n<p>Wesentlichen Anteil an dieser Situation haben dabei die europ\u00e4ischen Vertragspartner Teherans, die dessen aggressiven Kurs weitgehend tatenlos zusehen. \u00bbDie verbleibenden Vertragsparteien halten [das Abkommen] offenbar\u00ab dennoch \u00bbf\u00fcr eine gute Sache\u00ab, kommentierte Rafael Grossi, der Chef der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde, dieses Verhalten der Europ\u00e4er in einem <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/5880351\/iaea-chef-grossi-atomkraft-ist-wichtig-gegen-klimawandel\">Interview<\/a> im Oktober.<\/p>\n<p>Es ist dieser gegen jede Einsicht resistente feste Glaube Europas an einen l\u00e4ngst gescheiterten Vertrag, der Teheran nachgerade dazu einl\u00e4dt, seine Verst\u00f6\u00dfe gegen den JCPOA wieder und wieder auszuweiten. Der deutsche Au\u00dfenminister Heiko Maas bescheinigte den Mullahs erst vor wenigen Tagen, das Abkommen aus dem Jahr 2015 \u00bbsystematisch\u00ab zu verletzen. Konsequenzen indes drohte er nicht an.<\/p>\n<p>So kann das Mullah-Regime &#8211; durch die europ\u00e4ische Weigerung, amerikanische Sanktionen mitzutragen, vor allzu harten Konsequenzen gesch\u00fctzt &#8211; nahezu ungehindert sein Atomprogramm vorantreiben. Gleichzeitig werden die Staaten, die es unmittelbar bedroht, gedr\u00e4ngt, auf Gegenwehr zu setzen, die weniger diplomatisch ist. Man kann nur hoffen, da\u00df Joe Biden die Europ\u00e4er entt\u00e4uschen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Islamische Republik Iran hat die Internationale Atomenergiebeh\u00f6rde dar\u00fcber informiert, in der Atomanlage Natanz weitere Zentrifugen des Typs IR-2m in Betrieb nehmen zu wollen. 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