{"id":5473,"date":"2021-03-26T13:36:04","date_gmt":"2021-03-26T11:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=5473"},"modified":"2021-03-26T13:36:04","modified_gmt":"2021-03-26T11:36:04","slug":"verharmloserinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=5473","title":{"rendered":"Verharmloser:innen"},"content":{"rendered":"<p>Eine, so ihre Selbstbezeichnung, \u00bbGruppe internationaler Wissenschaftler:innen mit Schwerpunkten in der Antisemitismusforschung und verwandten Bereichen\u00ab hat in diesen Tagen eine \u00bbJerusalemer Erkl\u00e4rung zum Antisemitismus (JDA)\u00ab <a href=\"https:\/\/jerusalemdeclaration.org\/\">vorgestellt<\/a>, mit der sie \u00bbauf die Arbeitsdefinition Antisemitismus, die die International Holocaust Remembrance Alliance\u00ab bereits 2016 vorgelegt hat, \u00bbreagieren\u00ab will.<\/p>\n<p>Das Papier der IHRA basiert freilich auf der Arbeitsdefinition Antisemitismus, die 2003 und 2004 vom European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) entwickelt und im Januar 2005 auf der Website der EU-Agentur ver\u00f6ffentlicht worden war. Nachdem sie von der Nachfolgeorganisation des EUMC, der Fundametal Rights Agency, 2013 gel\u00f6scht wurde, \u00fcbernahm die IHRA die Arbeitsdefinition.<\/span><\/p>\n<p class=\"Normal\"><span class=\"tm6\">Die \u00bbinternationalen Wissenschaftler:innen\u00ab antworten mit ihrer \u00bbJerusalemer Erkl\u00e4rung\u00ab also tats\u00e4chlich auf ein Dokument, das \u00fcber 15 Jahre alt ist und sich seither vielfach bew\u00e4hrt hat. Dennoch beklagen sie nun, die Arbeitsdefinition sei \u00bbweder klar noch koh\u00e4rent\u00ab, da sie \u00bbden Unterschied zwischen antisemitischer Rede und legitimer Kritik am Staat Israel und am Zionismus\u00ab verwische und so irritiere.<\/p>\n<p>Immerhin kommen die \u00bbinternationalen Wissenschaftler:innen\u00ab damit recht schnell zum Kern ihres Anliegens: Es geht ihnen um eine Art \u00bbKritik am Staat Israel und am Zionismus\u00ab, die sie vom Ruch des Antisemitismus&#8216; befreien wollen. Allerdings sind sie es, die damit Unterschiede verwischen wollen. Legitime Kritik am Staat Israel und am Zionismus ist bereits genau das: legitime Kritik, an der es nicht mangelt.<\/p>\n<p>Die \u00bbinternationalen Wissenschaftler:innen\u00ab wollen vielmehr eine Kritik legitimieren, die g\u00fcnstigenfalls \u00bbKritik\u00ab ist, wie aus ihren \u00bbBeispielen, die nicht per se antisemitisch\u00ab sein sollen, hervorgeht. Da verharmlosen sie nicht nur die BDS-Bewegung, sondern werben auch f\u00fcr den \u00bbVergleich\u00ab &#8211; und meinen: Gleichsetzung &#8211; \u00bbIsraels mit historischen Beispielen einschlie\u00dflich Siedlerkolonialismus oder Apartheid\u00ab.<\/p>\n<p>Unterzeichnet von einschl\u00e4gigen Ber\u00fchmtheiten wie Richard Falk, Brian Klug oder Aleida Assmann, aber auch dem \u00bbWho is who\u00ab der deutschen staatlichen \u00bbAntisemitismusforschung\u00ab, Wolfgang Benz und Stefanie Sch\u00fcler-Springorum, soll laut den Leitlinien 12 und 13 selbst die Ablehnung des Existenzrechts Israels als <i>der<\/i> j\u00fcdische Staat als \u00bbnicht per se antisemitisch\u00ab gelten, sondern als satisfaktionsf\u00e4hige Meinung.<\/p>\n<p>Denn diese \u00bbLeitlinien\u00ab stellten, hei\u00dft es in der \u00bbJerusalemer Erkl\u00e4rung\u00ab, nur \u00bbklar, dass es nicht per se antisemitisch ist, andere politische oder verfassungsrechtliche Regelungen\u00ab vorzuschlagen. \u00bbDie JDA\u00ab, w\u00fcnschen sich ddie Verfasser:innen, sollte \u00bbals Ersatz f\u00fcr die IHRA-Definition angesehen werden\u00ab<a id=\"aGoBack\"><\/a>, spiegele sie doch \u00bbklar die fachliche Autorit\u00e4t wissenschaftlicher Expert:innen [..] wider\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine, so ihre Selbstbezeichnung, \u00bbGruppe internationaler Wissenschaftler:innen mit Schwerpunkten in der Antisemitismusforschung und verwandten Bereichen\u00ab hat in diesen Tagen eine \u00bbJerusalemer Erkl\u00e4rung zum Antisemitismus (JDA)\u00ab vorgestellt, mit der sie \u00bbauf die Arbeitsdefinition Antisemitismus, die die International Holocaust Remembrance Alliance\u00ab bereits 2016 vorgelegt hat, \u00bbreagieren\u00ab will. 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