{"id":5749,"date":"2021-07-18T12:46:35","date_gmt":"2021-07-18T10:46:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=5749"},"modified":"2021-07-18T12:46:35","modified_gmt":"2021-07-18T10:46:35","slug":"verzoegerungstaktik-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=5749","title":{"rendered":"Verz\u00f6gerungstaktik"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich sollten sie l\u00e4ngst beendet sein, die seit April in der \u00f6sterreichischen Hauptstadt Wien gef\u00fchrten Gespr\u00e4che \u00fcber eine R\u00fcckkehr Washingtons zum Joint Comprehensive Plan of Action. \u00bbBis Mitte Mai\u00ab, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/iran-usa-atomabkommen-europa-vermittlung-1.5260179\">hie\u00df<\/a> es vor drei Monaten ambitioniert, bleibe \u00bbnach Einsch\u00e4tzung von Verhandlungsteilnehmern noch Zeit daf\u00fcr\u00ab. Sechs Verhandlungsrunden sp\u00e4ter spielt das Mullah-Regime wieder auf Zeit.<\/p>\n<p>Die derzeit ausgesetzten Verhandlungen, bei denen die \u00bbE3\u00ab, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte K\u00f6nigreich, als Vermittler zwischen den Vertretern Teherans und Washingtons fungieren, sollen erst nach dem Amtsantritt des neuen iranischen \u00bbPr\u00e4sidenten\u00ab Ebrahim Raisi fortgesetzt werden, eines Verbrechers, dem selbst die Vereinten Nationen Verbrechen gegen die Menschheit vorwerfen.<\/p>\n<p>Die von Abbas Araghchi, dem \u00bbVize-Au\u00dfenminister\u00ab des Mullah-Regimes, via Twitter <a href=\"https:\/\/twitter.com\/araghchi\/status\/1416449587129196544\">vorgetragene<\/a> Forderung f\u00fchrt erneut die Machtlosigkeit der anderen Vertragspartner des JCPOA vor, insbesondere aber auch die neue Regierung in Washington, die die Farce in Wien durch ihren Wunsch nach einer neuerlichen Unterwerfung unter die Zw\u00e4nge des JCPOA ja \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich gemacht hatte.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten waren unter Pr\u00e4sident Donald J. Trump aus dem Abkommen ausgestiegen, nachdem Teheran klandestin gegen Bestimmungen des JCPOA versto\u00dfen hatte und Washington mit Vorschl\u00e4gen, die Vereinbarung in Reaktion darauf nachzubessern, auch am Widerstand der \u00bbE3\u00ab scheiterte. Seither verst\u00f6\u00dft Teheran offen gegen das Abkommen, ohne daf\u00fcr Sanktionen f\u00fcrchten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend China und Ru\u00dfland das Mullah-Regime gew\u00e4hren lassen, protestierten die \u00bbE3\u00ab zwar gelegentlich, versuchten dar\u00fcber hinaus aber zugleich, die von Donald J. Trump reaktivierten amerikanischen Sanktionen zu sabotieren. So konnten die Mullahs ihr Atomprogramm trotz (und: wegen) des JCPOA weiterentwickeln. Und sie werden es auch bis zu Ebrahim Raisis Vereidigung nicht aussetzen.<\/p>\n<p>Mit ihrer Verz\u00f6gerungstaktik, die sich bereits vor dem Abschlu\u00df des Joint Comprehehnsive Plan of Action bew\u00e4hrt hatte, gewinnen sie weitere Zeit, ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Es ist tragisch, da\u00df sich die \u00bbE3\u00ab und die nunmehr demokratische Regierung in Washington wieder darauf einlassen. Mit ihrer verantwortungslosen Tatenlosigkeit ebnen sie den Mullahs den Weg zu Kernwaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollten sie l\u00e4ngst beendet sein, die seit April in der \u00f6sterreichischen Hauptstadt Wien gef\u00fchrten Gespr\u00e4che \u00fcber eine R\u00fcckkehr Washingtons zum Joint Comprehensive Plan of Action. \u00bbBis Mitte Mai\u00ab, hie\u00df es vor drei Monaten ambitioniert, bleibe \u00bbnach Einsch\u00e4tzung von Verhandlungsteilnehmern noch Zeit daf\u00fcr\u00ab. 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