{"id":6171,"date":"2022-01-23T14:38:53","date_gmt":"2022-01-23T12:38:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=6171"},"modified":"2022-01-23T14:38:53","modified_gmt":"2022-01-23T12:38:53","slug":"vergebliche-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=6171","title":{"rendered":"Vergebliche Hoffnung"},"content":{"rendered":"<p>In der \u00f6sterreichischen Hauptstadt Wien ist eine weitere Woche ohne eine Einigung auf vorzeigbare Ergebnisse bei den Gespr\u00e4chen \u00fcber den Joint Comprehensive Plan of Action vergangen (JCPOA). Zwar wird in Meldungen ein europ\u00e4ischer Diplomat mit den Worten zitiert, die Verhandlungen seien \u00bbauf dem richtigen Weg zu einer endg\u00fcltigen Einigung\u00ab m\u00f6glicherweise sogar bis zum 15. Februar.<\/p>\n<p>Dem stehen jedoch <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/2022\/01\/22\/russia-proposed-interim-nuclear-deal-to-iran-with-us-knowledge-sources-say.html\">Berichte<\/a> \u00fcber einen russischen Vorschlag f\u00fcr ein Interims-Abkommen entgegen, das mit einer Laufzeit von mindestens sechs Monaten mehr Zeit f\u00fcr weitere Gespr\u00e4chsrunden schaffen soll. Die russische Seite soll ihren Vorschlag mit Washington abgestimmt haben, das nicht direkt an den Verhandlungen teilnimmt. Steht eine Einigung kurz bevor, w\u00e4re ein vorl\u00e4ufiges Abkommen unsinnig.<\/p>\n<p>Nach dem vom Regime in Tehran jedoch eilig <a href=\"https:\/\/www.tehrantimes.com\/news\/469347\/Iran-rules-out-prospect-for-interim-agreement\">zur\u00fcckgewiesenen<\/a> Vorschlag w\u00fcrde die Islamische Republik Iran f\u00fcr die Laufzeit des Abkommens auf die Anreicherung von Uran auf Reinheitsgrade \u00fcber 20 Prozent verzichten und k\u00f6nnte im Gegenzug zu diesem \u00bbZugest\u00e4ndnis\u00ab &#8211; der JCPOA erlaubt die Anreicherung von maximal 300 Kilogramm Uran auf 3,67 Prozent &#8211; auf eingefrorene Gelder zugreifen.<\/p>\n<p>Die Restriktionen des russischen Vorschlags d\u00fcrfte der amerikanische Pr\u00e4sident Joe Biden kaum f\u00fcr eine finale \u00dcbereinkunft akzeptieren k\u00f6nnen. Mit dem Versuch, f\u00fcr seine Zustimmung zu ihnen die Politik seines Amtsvorg\u00e4nger verantwortlich zu machen, w\u00fcrde er selbst im eigenen politischen Lager jede Glaubw\u00fcrdigkeit verspielen. Insofern taugte der russische Vorschlag allenfalls f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit.<\/p>\n<p>Allerdings hat Au\u00dfenminister Antony Blinken den Verhandlungen in Wien nur \u00bbnoch Wochen\u00ab gegeben, so da\u00df Washingtons Glaubw\u00fcrdigkeit also auch hier auf dem Spiel steht. Teheran andererseits geht es erkl\u00e4rterma\u00dfen darum, Washington durch ein Abkommen zum Verzicht auf Sanktionen zwingen zu k\u00f6nnen. Doch so interessiert Joe Biden am JCPOA auch ist, jeden Preis will er daf\u00fcr nicht zahlen.<\/p>\n<p>Und so bleibt es r\u00e4tselhaft, worauf der europ\u00e4ische Optimismus gr\u00fcndet. Der Joint Comprehensive Plan of Action steht weiterhin allein auf wertlosem Papier, und ein Kompromi\u00df, der weitere Verhandlungsrunden vielleicht erm\u00f6glichen k\u00f6nnte, wird von Teheran abgelehnt. Zugleich wird die Zeit, noch zu einer Einigung zu finden immer knapper. Da wird ein Scheitern doch immer wahrscheinlicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der \u00f6sterreichischen Hauptstadt Wien ist eine weitere Woche ohne eine Einigung auf vorzeigbare Ergebnisse bei den Gespr\u00e4chen \u00fcber den Joint Comprehensive Plan of Action vergangen (JCPOA). Zwar wird in Meldungen ein europ\u00e4ischer Diplomat mit den Worten zitiert, die Verhandlungen seien \u00bbauf dem richtigen Weg zu einer endg\u00fcltigen Einigung\u00ab m\u00f6glicherweise sogar bis zum 15. Februar. 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