{"id":6935,"date":"2022-12-13T12:04:33","date_gmt":"2022-12-13T10:04:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=6935"},"modified":"2022-12-13T12:04:33","modified_gmt":"2022-12-13T10:04:33","slug":"multilaterale-gesichtswahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=6935","title":{"rendered":"Multilaterale Gesichtswahrung"},"content":{"rendered":"<p>Die Au\u00dfenminister der Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union haben bei ihrem j\u00fcngsten Treffen am Montag weitere Sanktionen gegen das Regime in Teheran beschlossen. Der Au\u00dfenministerrat reagiert mit den Strafma\u00dfnahmen auf die \u00bbinakzeptable Unterdr\u00fcckung der anhaltenden Proteste\u00ab in der Islamischen Republik Iran. Die Mullahs hatten zuvor einen weiteren Demonstranten hinrichten lassen.<\/p>\n<p>Die neuen Sanktionen richten sich, wie es in einer <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2022\/12\/12\/iran-eu-adopts-council-conclusions-and-additional-restrictive-measures\/\">Mitteilung<\/a> der Europ\u00e4ischen Union hei\u00dft, gegen 20 Personen und eine Organisation, die eine wichtige Rolle bei den immer brutaleren Versuchen Teherans spielen sollen, die Proteste in dem Land zu ersticken. Ob Einreisesperren und das Einfrieren europ\u00e4ischer Konten der Sanktionierten das islamistische Regime ernsthaft treffen, ist derweil zu bezweifeln.<\/p>\n<p>Die Sanktionen sind erneut Sankti\u00f6nchen. Die deutsch-iranischen Handelsbeziehungen florieren unterdessen weiter, wie die <i>FAZ<\/i> <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/deutschland-macht-milliardengeschaeft-mit-iran-18529029.html\">meldet<\/a>, wenn auch auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau. Dennoch ist Deutschland damit noch \u00bbder gr\u00f6\u00dfte Handelspartner des Iran in Europa\u00ab. Vor diesem Hintergrund sollte man denn auch einige markige Formulierungen der deutschen Au\u00dfenministerin nicht \u00fcberbewerten.<\/p>\n<p>Deutet Annalena Baerbock ein gewisses Umdenken Berlins mit Blick auf die (derzeit nicht stattfindenden, aber offiziell auch nicht f\u00fcr gescheitert erkl\u00e4rten) Gespr\u00e4che um den Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) an, jenes t\u00f6richte Abkommen, das den Aufstieg der Islamischen Republik zur Atommacht verhindern sollte, ist es wohl zu fr\u00fch, hier die &#8211; l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige &#8211; Kehrtwende zu konstatieren.<\/p>\n<p>Nach wie vor n\u00e4mlich scheint das islamistische Regime in Teheran \u00fcber einigen R\u00fcckhalt unter den europ\u00e4ischen Au\u00dfenministern zu verf\u00fcgen. Spricht zwar beispielsweise ein Jean Asselborn, der Au\u00dfenminister der Steueroase Luxemburg, inzwischen von <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/eu-aussenminister-iran-sanktionen-ukraine-hilfe-interview-mit-jean-asselborn-dlf-b65fcdc5-100.html\">\u00bbMonstern\u00ab<\/a>, die in Teheran herrschten, vermied es der Au\u00dfenministerrat der EU erneut, etwa deren Pasdaran als die Terrororganisation zu \u00e4chten, die sie sind.<\/p>\n<p>So bleiben die europ\u00e4ischen Au\u00dfenminister einmal mehr hinter dem zur\u00fcck, was notwendig und gewi\u00df m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. W\u00e4hrend das islamistische Regime seine Position immer aggressiver zu halten versucht und sich dar\u00fcber innen- wie au\u00dfenpolitisch nur weiter diskreditiert, k\u00f6nnen die Europ\u00e4er sich doch nicht durchringen, ihm wirksam in den Arm zu fallen. Sie betreiben statt dessen Gesichtswahrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Au\u00dfenminister der Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union haben bei ihrem j\u00fcngsten Treffen am Montag weitere Sanktionen gegen das Regime in Teheran beschlossen. Der Au\u00dfenministerrat reagiert mit den Strafma\u00dfnahmen auf die \u00bbinakzeptable Unterdr\u00fcckung der anhaltenden Proteste\u00ab in der Islamischen Republik Iran. Die Mullahs hatten zuvor einen weiteren Demonstranten hinrichten lassen. 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