{"id":994,"date":"2009-01-07T07:32:45","date_gmt":"2009-01-07T06:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tw24.info\/?p=994"},"modified":"2009-01-07T07:32:45","modified_gmt":"2009-01-07T06:32:45","slug":"jacob-laksin-die-sich-selbst-umbringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tw24.net\/?p=994","title":{"rendered":"Jacob Laksin: Die sich selbst umbringen"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die <i>Zerst\u00f6rung<\/i> einer <i>UNRWA-Schule<\/i> in <i>Gaza<\/i>, die von <i><strike>arabischen<\/strike>&#8222;pal\u00e4stinensischen&#8220; Terroristen<\/i> wiederholt dazu genutzt wurde, <i>Raketen<\/i> auf <i>Israel<\/i> abzufeuern und die sie damit &#8211; unter den Augen der <i>Vereinten Nationen<\/i> &#8211; zum <i>legitimen milit\u00e4rischen<\/i> Ziel verwandelten, allerorten <i>beklagt<\/i> und dabei <i>notorisch<\/i> vergessen wird, da\u00df es au\u00dferdem ebenfalls die <i>Hamas<\/i> war, die mit ihren <i>Raketen-Angriffen<\/i> auf <i>Kinderg\u00e4rten<\/i> in <i>Israel<\/i> die <i>v\u00f6lkerrechtlichen Ma\u00dfst\u00e4be<\/i> setzte, wird noch eine weitere <i>Lehre<\/i>, die aus dem <i>Bestehen<\/i> und <i>Wirken<\/i> der <i>Hamas<\/i> und anderer <i>Terroristen-Banden<\/i> zu ziehen w\u00e4re, g\u00e4nzlich vergessen. Dagegen wendet <i>Jacob Laksin<\/i> sich in seinem Beitrag <a href=\"http:\/\/frontpagemag.com\/Articles\/Read.aspx?GUID=61CDF0F5-1D10-4E6F-8289-A0E91EF4F5D5\"><i>&#8222;Killing Their Own&#8220;<\/i><\/a>, der im <i>FrontPageMag<\/i> erschien und hier in <i>deutscher \u00dcbersetzung<\/i> pr\u00e4sentiert wird:<\/p>\n<p><b><i>Die sich selbst umbringen<\/i><\/b><br \/>\nvon <i>Jacob Laksin<\/i>, <i><a href=\"http:\/\/frontpagemag.com\/Articles\/Read.aspx?GUID=61CDF0F5-1D10-4E6F-8289-A0E91EF4F5D5\">FrontPageMagazine.com<\/a><\/i>, 06.01.2009<\/p>\n<p>Die israelische Milit\u00e4roffensive in Gaza traf von Beginn an auf die prompte Verurteilung durch die internationale Gemeinschaft, sie wurde begleitet von Warnungen vor &#8222;unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Reaktionen&#8220; bis hin zu Klagen \u00fcber zivile Opfer. Und w\u00e4hrend Israel sich bem\u00fcht, unschuldige Tote w\u00e4hrend der Operation Cast Lead zu vermeiden, was mit hohem Risiko f\u00fcr die k\u00e4mpfenden Frauen und M\u00e4nner verbunden ist, wird der einfachen Tatsache weitaus weniger Beachtung zuteil, da\u00df die Hamas-Banditen die vergangenen Tage damit zubrachten, vors\u00e4tzlich Pal\u00e4stinenser anzugreifen und zu ermorden. So, wie sie es schon seit Jahren machen.<\/p>\n<p>Wie die <i>Jerusalem Post<\/i> berichtete, hat die Hamas seit Beginn der israelischen Offensive mehr als 75 Bewohner Gazas durch Sch\u00fcsse in die Beine oder das Brechen der Handgelenke verletzt; mehr als <a href=\"http:\/\/www.jpost.com\/servlet\/Satellite?cid=1230733155685&#038;pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull\">35 wurden durch Hamas-Mitglieder<\/a> hingerichtet, die ihnen vorwarfen, &#8222;Kollaborateure&#8220; Israels zu sein. Selbstverst\u00e4ndlich ist Gaza nicht voller israelischer Spione, und die meisten Opfer der Hamas waren nicht nur keine Verr\u00e4ter, sondern w\u00e4hlten im Januar 2006 sogar die Hamas. Dieser j\u00fcngste innere Terror der Hamas ist damit vielmehr das j\u00fcngste Beispiel daf\u00fcr, da\u00df die Terroristen sich gegen ihre Mit-Pal\u00e4stinenser richten &#8211; ein selten erw\u00e4hnter Kreislauf von Gewalt, in dem sich die Pal\u00e4stinenser als ihr eigener schlimmster Feind zeigen.<\/p>\n<p>Die bruderm\u00f6rderischen Tendenzen der Hamas reichen zur\u00fcck bis zu ihrer Gr\u00fcndung 1987. In ihrem 1996 erschienenen Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/God-Has-Ninety-Nine-Names-Reporting\/dp\/0684832283\/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1231181210&#038;sr=8-1\"><i>&#8222;God has ninety-nine Names&#8220;<\/i><\/a> berichtet Judith Miller, fr\u00fchere B\u00fcrochefin der <i>New York Times<\/i> in Kairo, da\u00df die Hames in den wenigen Jahren ihres Bestehens sich als &#8222;t\u00f6dlicher f\u00fcr Pal\u00e4stinenser als f\u00fcr Israelis&#8220; gezeigt hat. W\u00e4hrend der ersten Intifada in den Jahren 1987 bis 1993 ermordete die Hamas 26 israelische B\u00fcrger, aber viele der 800 Pal\u00e4stinenser die als angebliche israelische &#8222;Kollaborateure&#8220; ermordet wurden. Allein 1992 wurden nach Angaben des Nahost-Analysten Mitchell Bard mehr als 200 Pal\u00e4stinenser durch andere Pal\u00e4stinenser ermordet &#8211; das ist mehr als <a href=\"http:\/\/www.jewishvirtuallibrary.org\/jsource\/myths\/mf19.html\">doppelt soviel<\/a> im Vergleich mit der Zahl von Pal\u00e4stinensern, die in K\u00e4mpfen mit israelischen Sicherheitskr\u00e4ften umkamen.<\/p>\n<p>Ermordet als Helfer Israels, waren die meisten in keinster Weise Kollaborateure. &#8222;Vielmehr&#8220;, bemerkt Judith Miller, &#8222;handelte es sich um Frauen, die Hosen trugen, und andere &#8218;Prostituierte&#8216;, wie Hamas unverschleierte Frauen bezeichnet; es waren Alkoholiker, Nutzer von Drogen, Lehrer, die der Hamas nicht gefielen, Marxisten, Atheisten, einen Darwinisten, Freudianer, Mitglieder des Rotary bzw. Lions Clubs &#8211; die die Charta der Hamas als j\u00fcdische Spionageorganisationen bezeichnet &#8211; und insbesondere Unterst\u00fctzer der PLO, der Hauptrivale der Hamas im Kampf um die Macht in den israelisch besetzten Gebieten&#8220;.<\/p>\n<p>Selbst jene, die &#8222;schuldig&#8220; waren, waren das nicht unbedingt, weil sie etwa Verrat begingen, sondern weil die Hamas Juden schlicht ha\u00dft. Jeder Kontakt mit Juden barg das Risiko, als &#8222;Kollaborateur&#8220; zu enden. So geschah es im Oktober 1989, als ein siebenfacher pal\u00e4stinensischer Vater in Jericho in der West Bank <a href=\"http:\/\/www.jewishvirtuallibrary.org\/jsource\/myths\/mf19.html\">erstochen wurde<\/a>, weil er das unverzeihliche Verbrechen begangen hatte, &#8222;Pflanzen-Dekoration&#8220; an Juden Juden zu verkaufen, die eine traditionelle Laubh\u00fctte zu Sukkot bauen wollten.<\/p>\n<p>Diese gezielten Morde an Pal\u00e4stinensern markieren keine Abkehr von der Gr\u00fcndungsvision der Hamas, sondern ihre Erf\u00fcllung. Als ein Ableger der \u00e4gyptischen Muslim-Bruderschaft vertrat die Hamas stets deren Ansicht, da\u00df ihr Heiliger Krieg nur dann erfolgreich sein kann, wenn ihre Rivalen &#8211; echte oder eingebildete &#8211; eliminiert werden. Dementsprechend wurde die erste Sicherheitsabteilung der Hamas, die Jehaz Aman, durch den \u00e4lteren Scheich Ahmed Yassin 1983 mit dem ausdr\u00fccklichen Auftrag gegr\u00fcndet, &#8222;Ketzer&#8220; und &#8222;Kollaborateure&#8220; zu eliminieren. In gleicher Weise terrorisierten die Kassam-Brigaden, der &#8222;milit\u00e4rische Arm&#8220; der Hamas, Pal\u00e4stinenser, bevor sie zu einer Gefahr wurden f\u00fcr Israelis. In <i>&#8222;Hamas&#8220;<\/i>, seiner 2007 erschienenen Geschichte der Terroristengruppe, bemerkt Matthew Lewitt, da\u00df es zu den ersten Aufgaben der Kassam-Brigaden geh\u00f6rte, &#8222;verd\u00e4chtige Kollaborateure zu entf\u00fchren und umzubringen&#8220;. Die j\u00fcngste Flut von Hinrichtungen in Gaza legt nahe, da\u00df sie diese Tradition fortsetzt.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich hat die Hamas kein Monopol zum Ermorden von Pal\u00e4stinensern. Die von der rivalisierenden Pal\u00e4stinensischen Autonomiebeh\u00f6rde (<i>Palestinian Authority<\/i>, PA) angeh\u00e4uften Leichenberge k\u00f6nnen problemlos mit denen ihrer islamistischen Konkurrenz verglichen werden, wie sich w\u00e4hrend der 2. Intifada zeigte, die 2000 begann. Es waren nicht, wie weitgehend irrt\u00fcmlich angenommen wird, israelische \u00dcbergriffe, sondern einmal mehr stellte interne pal\u00e4stinensische Gewalt die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr Pal\u00e4stinenser dar. Innerhalb einer einzigen Woche im M\u00e4rz 2002 ermordeten beispielsweise bewaffnete Angeh\u00f6rige der PA sieben Pal\u00e4stinenser, denen sie vorwarfen, israelische Agenten zu sein. Die Leiche eines &#8222;Kollaborateuers&#8220; schleiften die M\u00f6rder durch die Stra\u00dfen Bethlehems und versuchten dann, die \u00dcberreste an einem Hausdach \u00fcber dem Manger Square aufzuh\u00e4ngen. Der K\u00f6rper eines anderen ungl\u00fccklichen Opfers wurde an den F\u00fc\u00dfen \u00fcber einem Kreisverkehr in Ramallah aufgeh\u00e4ngt. Weitere wurden von einer Stra\u00dfe in der West Bank entf\u00fchrt und in einem verwaisten Schlachthaus exekutiert.<\/p>\n<p>Bezeichnenderweise unternahm die PA nicht einmal den Versuch, ihre Verantwortung f\u00fcr die Morde zu leugnen. Abu Mujahid, ein Sprecher der Al Aqsa-M\u00e4rtyrer-Brigaden, der Terror-Abteilung der PA, rechtfertigte die Bluttaten vielmehr, diese als &#8222;Kollaborateure&#8220; Verd\u00e4chtigte seien <a href=\"http:\/\/amarillo.com\/stories\/031702\/usn_palkilling.shtml\">&#8222;gef\u00e4hrlicher als die Israelis&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Weiterhin ist die t\u00f6dliche Rivalit\u00e4t zwischen der Hamas und der PA ein Grund f\u00fcr interne K\u00e4mpfe. Erst 2007 lieferten beide Seiten sich einen blutigen B\u00fcrgerkrieg, in dessen Verlauf sie t\u00e4glich Greueltaten begingen. Im Juni 2007 st\u00fcrzten Hamas-Militante in einem besonders sadistischen Vorfall den 25 Jahre alten Mohammed Sweirki, einen Angeh\u00f6rigen der mit der PA verb\u00fcndeten Security Forces, vom Dach eines 15 Etagen hohen Hauses in den Tod. Die Fatah reagierte mit einer eigenen Terror-Kampagne, indem sie Moscheen, die mit der Hamas in Verbindung gebracht wurden, pl\u00fcnderten und in der West Bank Hamas-Mitglieder entf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Der Preis, den die Pal\u00e4stinenser zahlen mu\u00dften, war hoch. Bis Juni 2007 wurden sch\u00e4tzungsweise <a href=\"http:\/\/www.alertnet.org\/thenews\/newsdesk\/L06911174.htm\">616 Pal\u00e4stinenser<\/a> w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe zwischen den Rivalen get\u00f6tet, was Mahmoud Abbas, den Pr\u00e4sidenten der PA, veranla\u00dfte zu der <a href=\"http:\/\/www.alertnet.org\/thenews\/newsdesk\/L06911174.htm\">Klage<\/a>, die Gefahr, die von den Pal\u00e4stinenser f\u00fcr sich selbst ausginge, \u00fcberschreite die &#8222;Gefahr der Okkupation&#8220; durch Israel. Diese Realit\u00e4t jedoch interessierte die Medien nur wenig, die sich stattdessen dazu entschieden, die Auswirkungen des israelischen \u00f6konomischen Boykotts beispielsweise auf &#8222;Erdbeer-Farmer&#8220; zu thematisieren, was zu ihrer Grundhaltung pa\u00dfte, im j\u00fcdischen Staat den wahren Aggressor im israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt zu sehen.<\/p>\n<p>Es liegt bittere Ironie in dieser Geschichte interner Gewalt. So sehr die Pal\u00e4stinenser Israel auch hassen, sind es ausgerechnet israelische Streitkr\u00e4fte, die sich abrackern, Zivilisten zu sch\u00fctzen und die in der Vergangenheit unschuldig Verletzte retteten &#8211; zum Beispiel als sie 2002 bei einem Vorsto\u00df nach Gaza pal\u00e4stinensische &#8222;Kollaborateure&#8220; aus dem Gef\u00e4ngnis befreiten. Und trotz den unter Pal\u00e4stinensern zum einenden nationalen Ethos erhobenen Anschuldigungen, Israel sei verantwortlich f\u00fcr ihre Leiden, sind es die Pal\u00e4stinenser doch selbst, die ihrer Sache die gr\u00f6\u00dfte Gewalt antun. Man mu\u00df nur nach Gaza blicken, wo die Popularit\u00e4t der Hamas in dem Ma\u00dfe wuchs, wie sie zur Hauptgefahr f\u00fcr pal\u00e4stinensisches Leben wurde, indem sie mit ihren Raketen ein israelisches Vorgehen in bewohnten Gebieten herausforderte und indem sie Bewohner Gazas terrorisierte, die sich der despotischen Herrschaft der Hamas nicht anpassen wollten.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Trag\u00f6die der Pal\u00e4stinenser ist, da\u00df sie ihr Leid selbst schaffen. Und so bleibt, auch wenn Israel erfolgreich sein mag bei der Ausschaltung der Bedrohung durch Raketen der Hamas, eine Frage offen: Wer wird die Pal\u00e4stinenser vor sich selbst sch\u00fctzen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Zerst\u00f6rung einer UNRWA-Schule in Gaza, die von arabischen&#8222;pal\u00e4stinensischen&#8220; Terroristen wiederholt dazu genutzt wurde, Raketen auf Israel abzufeuern und die sie damit &#8211; unter den Augen der Vereinten Nationen &#8211; zum legitimen milit\u00e4rischen Ziel verwandelten, allerorten beklagt und dabei notorisch vergessen wird, da\u00df es au\u00dferdem ebenfalls die Hamas war, die mit ihren Raketen-Angriffen auf [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-994","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=994"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/994\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.tw24.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}