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Miss Palästina

Es gibt, scheint’s, vor ihr kein Entkommen. Khouloud Daibes, deren Namen vor ein paar Wochen vermutlich noch niemand kannte, ist allüberall. Die “Botschafterin” der PLO in Berlin kann damit wohl schon als eine Gewinnerin dieses Krieges gelten, dessen letzter Tag trotz humanitärer Feuerpause noch nicht angebrochen ist.

Verdient freilich hat die “Diplomatin” ihren Ruhm nicht. Und wäre die Journaille, die einer ihrer Häuptlinge “kritisch” nennt, es wirklich, blieben ihrem Publikum Khouloud Daibes’ Lügen entweder erspart oder erschienen nicht ohne Richtigstellung. Doch da die Journaille “kritisch” nur gegenüber Israel ist, darf die “Palästinenserin” sogar sowas behaupten:

“Lassen Sie mich an dieser Stelle ganz klar betonen, dass wir Palästinenser gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus oder Diskriminierung sind.”

Wenn zehntausend Raketen, in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren durch “palästinensische” Terroristen von Gaza aus auf Israel abgefeuert, kein Ausdruck von Antisemitismus sind, was sind sie dann? Selbst eine Helga Baumgarten leugnet nicht, daß es in der Charta der Hamas “Passagen [gibt], die mit Topoi des europäischen Antisemitismus arbeiten”.

“This is a fascist society”, griff jüngst Jibril Rajoub, hochrangiger “Funktionär” des Regimes in Ramallah, Israel an. “I believe, in light of what they are doing, that they are the new Nazis”. “Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten”, so die vielerorts angewandte einschlägige Arbeitsdefinition der EU, sind antisemitisch.

alhayat2014070917“Wir Palästinenser sind gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus oder Diskriminierung”: Humor aus Ramallah

Khouloud Daibes ist dreifache Mutter. Zumindest eine ihrer Töchter hat etwas genossen, das die in Deutschland und Beit Jala dafür Verantwortlichen “Friedenserziehung” nennen. In der Dokumentation Checkpoints und Currywurst, erstmals 2012 im deutschen Staatsfernsehen ausgestrahlt, wird es als “Märtyrerlyrik mit offenem Aufruf zur Gewalt” bezeichnet.

Ramallah und die Hamas: Freunde oder Gegner?

Als Khouloud Daibes von Anne Will gleich zu Beginn ihrer jüngsten Sendung danach gefragt wird, ob es denn unangemessen sei von der Hamas, eine ganze Bevölkerung zu menschlichen Schutzschilden für ihre Terrorkommandos, ihre Waffenschmieden und -lager zu machen, da “eierte die Diplomatin herum, drückte sich um eine direkte Antwort”.

Und so oft und hartnäckig Anne Will ihre Frage auch wiederholt, von Khouloud Daibes bekommt sie keine Antwort. Die Moderatorin habe damit “glasklar herausgearbeitet, dass ihr Gegenüber sich um eine klare Aussage ein dem Punkt” drücke, schreibt zutreffend Stefan Winterbauer. “Das ist hohe Gesprächsführungskunst.”

Will die PLO, für die Khouloud Daibes spricht, also Frieden? Will sie Zivilisten davor bewahren, von Hamas-Terroristen verheizt zu werden? Verräterisch ist nicht nur das Ausweichen der “Botschafterin”, aussagekräftig ist auch eine Meldung der “amtlichen” Nachrichtenagentur WAFA, die am Dienstag eine “palästinensische Bereitschaft zu einer 24stündigen humanitären Waffenruhe” verkündete.

Bei der Ankündigung blieb es, denn die Hamas wollte von der ihr unterstellten Zustimmung nichts wissen. Doch daran hatte das Regime in Ramallah offensichtlich nicht gedacht, als Yasser Abed Rabbo, “Generalsekretär” der PLO, die Nachricht mit der Forderung verband, “we call all Arabic and international actors to [..] hold Israel fully responsible for the consequences of not accepting this truce”.

Müßte nun, da diese Waffenruhe nicht an Israel, sondern an der Hamas scheiterte, diese nicht ebenso scharf attackiert werden wie der jüdische Staat? Das Schweigen Ramallahs jedenfalls spricht Bände. Und beinahe scheint es wahrscheinlich, daß mit der vollmundigen Ankündigung am Dienstag nur bezweckt wurde, Israel in eine Falle zu locken, von dem offenbar erwartet wurde, den Vorschlag abzulehnen.

Doch es war die Hamas, die den Schwindel auffliegen ließ. Und jetzt tönt Yasser Abed Rabbo gerade nicht: “We call all Arabic and international actors to [..] hold Hamas fully responsible for the consequences of not accepting this truce”. Ist das für eine “Regierung”, die doch angeblich nur Frieden will, nicht doch ein wenig peinlich?

Stromausfall in Gaza: Das Heucheln der “Israelkritiker”

“Palästinensische” Quellen und die tagesschau melden aus dem Kampfgebiet, “das einzige Gaza-Kraftwerk [sic!] brennt”, was der professionell desinformierte Kommentarpöbel zum Anlaß nimmt, routiniert und großzügig moderiert das zu tun, was er schon immer tat:

“Was Israel macht ist nur noch grausam und hat mit Selbstverteidigung nicht mehr das geringste zu tun.”

“Es ist ein gezielter Angriff gegen die Zivilbevölkerung. Dafür gibt es keine moralische Rechtfertigung.”

“Gegen Russland werden ständig Sanktionen verhängt, aber Israel hat einen Persilschein?”

Die Hamas hat sich dazu bekannt, das Kernkraftwerk bei Dimona beschossen zu haben, und damit das von ihr in Gaza betriebene Kraftwerk zum legitimien Ziel erklärt. Doch bereits in Zeiten relativer Ruhe haben die Islamisten und Ramallah gezeigt, daß sie dieses Kraftwerk für entbehrlich halten.

“‘We have completely stopped the operation of (Gaza’s sole) power plant this morning at 6 a.m. because we don’t have a single liter of fuel,’ Fathi el-Sheikh Khalil, the authority’s deputy chairman, told AFP. [..]

Khalil blamed the power outage on Egypt’s destruction of tunnels used for bringing fuel to Gaza and accused the Palestinian Authority of charging Hamas too much for its fuel.

‘Less than 50 percent of the needs of the Gaza Strip are currently covered by electricity from Israel (and) we can no longer get Egyptian fuel due to the destruction of tunnels from Egypt,’ he said.

‘We tried to get fuel from Israel via the Palestinian Authority, but it has imposed prohibitive taxes.’ [..]

‘The plant will remain shut until fuel supplies resume from Egypt through the tunnels or the Rafah border crossing, or from Israel if the Palestinian Authority agrees not to impose the heavy taxes,’ said Khalil.”

Und so war sie im November des vergangenen Jahres urplötzlich wieder da, die “Energiekrise” in Gaza. Wegen eines Streits zwischen Fatah- und Hamas-“Regierung” um Steuern mußte “die Bevölkerung [..] den Preis dieser Politik” zahlen.

Und niemand protestierte. Niemand fragte, ob denn PLO und Hamas einen “Persilschein” hätten, der sie vor Strafen bewahre, niemand donnerte, “dafür gibt es keine moralische Rechtfertigung”, oder nannte den Steuerstreit der zwischenzeitlich Wiederversöhnten “grausam”.

Traurig aber wahr: Ihre doppelten Standards verraten die Antisemiten.

Notwendiger Krieg

Niemand hat Hamas und Co. gezwungen, Gaza zu untertunneln, niemand zwingt Hamas und Co., Israel mit Raketen zu beschießen. Seit 2005 hat kein Jude Gaza freiwillig betreten, es gibt keine “Siedlung” mehr in Gaza, keine Synagoge. Es gibt eine international anerkannte und von Israel respektierte Grenzziehung, trotz offener Rechnungen liefert Israel Strom, versorgt kranke “Palästinenser”.

Krakeelt der Prediger im Hamas-Fernsehen am Freitag, “our doctrine [..] is that we will totally exterminate [..] the Jews”, dann meint er es bitterernst. Raketen, die in Tel Aviv Alarm auslösen, verschwommene Gestalten, die auf Aufnahmen zu sehen sind, wie sie aus Tunnelöffnungen kriechen und von IDF-Soldaten in Empfang genommen werden, belegen es: Dieser Krieg ist notwendig, ist gerecht.

Ja, Gaza mag “eine ensetzliche Bombennacht” erlebt haben, wie eine deutsche Illustrierte auf ihre Website schreibt, “die die Bewohner in Angst und Panik versetzte”. Doch beschwert sie sich gleich darauf, “für Ministerpräsident Netanjahu ist Israels Offensive nur ein erster Schritt”, vergißt sie da nicht etwas? Vergeblich sucht man nach einem Hinweis darauf, ob es Panik gab in Israel.

In Deutschland, scheint’s, leiden nur “Palästinenser”. Da klagt ein als “Experte” vorgestellter Michael Lüders, er habe von einem UN-Vertreter gehört, ein sechsjähriges Kind in Gaza erlebe derzeit seinen dritten Krieg. Daß ein sechsjähriges Kind in Sderot in seinem bisherigen Leben kaum eine Woche ohne Raketenalarm erlebt haben dürfte, wird er, wenn überhaupt, allenfalls auf Nachfrage einräumen.

Noch immer wird von “selbstgebauten” oder “-gebastelten” Raketen der Hamas gesprochen, als seien die irgendwie harmlos. Sie treffen – beim “Basteln”, beim Transport, als Fehlkonstruktion – nicht selten “Palästinenser”. Daß sie in Schulen gelagert werden, wäre nur dann ein Beleg für ihre Harmlosigkeit, beschwerten die zwielichtigen Vereinten Nationen sich nicht lautstark darüber.

Wer die Frage wagt, wohin denn “Palästinenser” sich nach Warnungen der israelischen Armee vor ihren Einsätzen in Sicherheit bringen sollten, möge sich die Gegenfrage stellen: Wohin sollen Juden flüchten, kündigen Hamas- und andere Prediger ihnen die Vernichtung an? Nach Europa? Nach Deutschland, wo Staatsanwälte nichts Beleidigendes am Ruf “Kindermörder Netanjahu” finden?

Israel ist mehr denn je eine Notwendigkeit. Nur die jüdische Demokratie ist gewillt und in der Lage, das jüdische Recht auf Selbstbestimmung zu gewährleisten und, wenn es sein muß, zu verteidigen. Gäbe es Israel nicht, ist zu befürchten, lebte schon längst kein Jude mehr in Paris, London oder Berlin. Nur weil es Israel gibt, sehen sich die Europäer genötigt, manchmal über ihren Antisemitismus zu erschrecken.

Die Hamas hat Israel den Krieg erklärt. Sie will alle Juden weltweit ermorden. Wer ihr nachsagt, sie sei doch “auch eine politische Partei”, sie zum Vertragspartner für eine Waffenruhe hochstapeln will, verrät die Zivilisation, macht sich zum Fürsprecher mordgeiler Barbarei, wo es gilt, auch und gerade die “Palästinenser” von der Hamas zu befreien. Judenmord ist keine politische Option mehr, Depp.

Verspekuliert: John Kerry kann keinen Frieden stiften

So das überhaupt noch nötig war, hat in den vergangenen Tagen US-Außenminister John Kerry demonstriert, in welch desolatem Zustand die amerikanische Außenpolitik ist. Vielleicht nicht ahnungs-, gewiß aber planlos hat John Kerry mit seinem unüberlegten Versuch, eine Waffenruhe zwischen Israel und “palästinensischen” Terroristen zu vermitteln, mehr Schaden angerichtet als Nutzen zu stiften.

Schweigen in diesen Stunden die Waffen, so geschieht das nicht wegen, sondern trotz des amerikanischen Engagements. Hat Israel sich schon länger einverstanden erklärt mit einem ägyptischen Vorschlag für einen Waffenstillstand, bemühte John Kerry sich mit seiner weder mit Israel noch Ramallah abgesprochenen jüngsten Reise in die Region, mit Qatar und der Türkei Sponsoren der Hamas zu gefallen.

Auch die haben zwar Ideen für eine Waffenruhe, allerdings fungieren sie als Lautsprecher der Hamas. Ein solcher wäre gern auch “Palästinenserpräsident” Abu Mazen, sein Regime steht daher hinter den Forderungen der islamistischen Gang. Gleichwohl fühlte sich das Regime in Ramallah düpiert, da John Kerry eben gar nicht daran dachte, sich mit ihm abzusprechen.

“Palestinian officials in Ramallah on Sunday launched scathing attacks on US Secretary of State John Kerry and accused him of working to appease Qatar and Turkey at the expense of Egypt and the Palestinian Authority.”

Und in der Tat ist der Ärger Ramallahs nachvollziehbar. Denn sollte für die Außenpolitik der “Palästinenser” nicht die PLO verantwortlich sein? Haben nicht auch die USA ihre Anerkennung der “Einheitsregierung” mit eben diesem Versprechen verbunden? Die Hamas mag Kampfpartei sein, sie unter Umgehung Ramallahs zum potentiellen Gesprächspartner zu erklären, stärkt sie – und nicht die “Einheitsregierung”.

In seinem bereits am Freitag geleakten und am Sonntag von mehreren israelischen Medien veröffentlichten Vorschlag für eine Waffenruhe geht John Kerry mit keiner Zeile auf eine wesentliche israelische Forderung ein: eine Entwaffnung der Hamas. Diese Forderung ist nicht nur vernünftig, einen Gewaltverzicht der Hamas fordert nicht zuletzt das Middle East Quartet bereits seit Jahren.

Kritisiert Tzipi Livni, Justizministerin und “Chefunterhändlerin” Israels, den amerikanischen Vorschlag als “completely unacceptable”, ist ihr nur zuzustimmen. “[It] would have strengthened extremists in the region”. Daß John Kerry sich am Wochenende in Paris die Unterstützung der europäischen Außenminister sichern konnte, ist vor diesem Hintergrund nur ein letzter Beleg für deren Voreingenommenheit.

Jerusalem und Ramallah waren übrigens nicht eingeladen.

Nicht-Zitat

Deutsche “Friedensfreunde” – oder ist es nur einer, der sich mal als Axel Böhme, mal als Bernd Schmidt vorstellen läßt? – zitieren in diesen Tagen und in ihren Staatsmedien auffallend gern David Ben Gurion, sie glauben und behaupten es jedenfalls unwidersprochen:

“Wenn ich ein arabischer Führer wäre, würde ich niemals mit Israel Frieden schließen. Das ist natürlich. Wir haben ihr Land genommen. Sicher, Gott hat es uns versprochen, aber was sagt ihnen das? Unser gott ist nicht ihrer. Wir kommen aus Israel, das ist wahr. Aber vor 2000 Jahren. Und was sagt ihnen das? Es hat den Antisemitismus gegeben, die Nazis, Hitler, Auschwitz, aber war das ihre Schuld? Sie sehen nur das eine: Wir sind gekommen und haben ihr Land geraubt. Warum sollten sie das akzeptieren?”

Tatsache ist, daß Nahum Goldmann David Ben Gurion diese Worte in den Mund gelegt hat, und zwar erstmals 1978, fünf Jahre nach dessen Tod, so daß der sich nicht mehr dagegen wehren konnte.

Geäußert haben soll David Ben Gurion diese Worte 1955, doch obschon Nahum Goldmann und David Ben Gurion keine Freunde waren, behielt Nahum Goldmann sein Wissen um sie mehr als 20 Jahre für sich.

Es gibt keine unabhängige Bestätigung, keine Aufzeichnung dieses Zitats, das – Zufall? – aber ganz hervorragend zur Argumentation Nahum Goldmanns in dessen Band The Jewish Paradox paßt.

Und ins verkorkste Weltbild so friedenstauber wie ahnungsloser Deutscher, die sich hinter einem, nein, sogar zwei miteinander zerstrittenen Juden verstecken, weil sie sich ihrer ganzen jämmerlichen Feigheit bewußt sind, für das eigene Wort nötigenfalls einzustehen.

Kritischer Journaillismus (Folge 753)

SPIEGEL online, das Portal für Leser, die “führend in den bildungs- und einkommensstarken Zielgruppen” sind, faßt für eben jene zusammen, was sich in den vergangenen Stunden tat im und um den “Konfliktherd” Naher Osten, der derzeit wieder nahezu ausschließlich aus Israel zu bestehen scheint.

“Israel verlängert Feuerpause einseitig bis Sonntagabend”, meldete Christoph Sydow am späten Sonnabend aus einer Strandbar in Tel Aviv, “Israel setzt Militäroffensive fort” am nächsten Morgen das Kompetenzquartett bim/AP/dpa/Reuters.

Was ist zwischen beiden Überschriften geschehen? Gibt es, vielleicht, eine Überschrift: “Hamas setzt Raketen-Angriffe auf Israel fort”? Natürlich nicht. Die Hamas startet ja noch nicht einmal in der Meldung vom Sonntagmorgen eine einzige Rakete mit dem Ziel Israel. Raketen “werden” zwar “abgefeuert”, aber niemand feuert sie ab.

“Schon am Samstagabend waren Raketen vom Gazastreifen aus abgefeuert worden.”

Zwei Raketen “wurden [..] abgefangen”, fünf dagegen schafften es während ihres Fluges offenbar, eine je eigene Persönlichkeit zu entwickeln: Sie “landeten” nämlich “in unbewohntem Gebiet”, wo sie ihren Irrtum bemerkten und berieten, was nun zu tun sei. Doch im Dunkeln bleibt, wer sie auf ihre Reise geschickt hat.

Waren es “Extremisten”, “Terroristen”, “Palästinenser”, “Märtyrer”, “Widerstandskämpfer”, Außerirdische? Warum scheuen Agenturen wie AP, dpa oder Reuters sich, da Verantwortliche zu benennen, dort hingegen nicht: “Israel setzt Militäroffensive fort”? Warum wird die Militäroffensive nicht fortgesetzt?

Die Stimme “Palästinas”

        “Die diplomatische Vertreterin Palästinas in Deutschland, Daibes, hat anti-jüdische Parolen bei Protesten gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen verurteilt. Die Kundgebungen sollten ein friedliches Zeichen gegen den Krieg setzen, sagte Daibes dem Evangelischen Pressedienst.”

Daß wir das noch erleben müssen! Eine “Palästinenserin”, eine – wenn auch: unechte – “Botschafterin” noch dazu, die bisher landauf und landab erzählte, “der Konflikt ist ein Ergebnis der andauernden Besatzung”, oder klagte, “Besatzung ist das Kernproblem”, entdeckt Antisemitismus.

Kommentierte Khouloud Daibes kürzlich den Mord an drei jüdischen Jugendlichen durch “palästinensische” Terroristen mit den Worten, “die Siedler sind die Gefahr”, hat sie jetzt unter “Palästinensern” im deutschen Exil Einzelfälle ausgemacht, die mit betrüblichen antisemitischen Parolen Schaden anrichten würden.

“Die Parolen kämen von vereinzelten Personen oder Gruppierungen, von denen sich sowohl die diplomatische Vertretung als auch die palästinensischen Gemeinden distanzierten.”

Doch müßte, meinte Khouloud Daibes es ernst, sie sich nicht auch distanzieren vom Regime in Ramallah, das in seiner Zeitung Al-Hayat Al-Jadida nahezu täglich antisemitische Hetze verbreitet, deren Karikaturisten seit Tagen immer wieder und immer widerlicher nur ein einziges Thema kennen?

alhayat20140719(“Wir sind gegen Antisemitismus”: Al-Hayat Al-Jadida, 19. Juli 2014)

Müßte, wollte sie glaubwürdig sein, die Frau “Botschafterin” sich nicht von sich selbst distanzieren, weil sie am 16. Mai 2014 in Berlin an einem Treffen von Sympathisanten der PFLP teilnahm, einer Bande, die erst jüngst eines ihrer Schlüsseldokumente wiederentdeckte, das von einer “zionistischen Weltverschwörung” antisemitelt?

Und was hält Khouloud Daibes angesichts ihrer letzten Erkenntnisse eigentlich noch von jener “Einheitsregierung”, die ohne Zustimmung der Hamas nicht gebildet hätte werden können? Distanziert sie sich auch von ihr und der Hamas, die doch zweifellos unheilbar antisemitisch ist?

“Wir sind gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung”, erzählt die Frau “Botschafterin”, während die “Nationalcharta” der PLO doch erklärt, “Judaism, being a religion, is not an independent nationality. Nor do Jews constitute a single nation with an identity of their own”.

Der Evangelische Pressedienst, ist zu fürchten, hat sich übertölpeln lassen wollen.

Noch ‘ne Frage

“Politiker, Verbände und Kirchenvertreter”, wird gemeldet, “warnten” angesichts angekündigter antisemitischer Aufmärsche “vor antisemitischen Parolen, wie sie zuletzt auf Kundgebungen gegen die israelische Militäroffensive zu hören waren.” Warum warnen sie nicht vor eben diesen “Demonstrationen”?

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