„Seine Bücher verkaufen sich übrigens auch in Israel“

Mitte September überreichte der deutsche Bundespräsident Horst Köhler den „Friedenspreis“ der Stadt Osnabrück an Henning Mankell, der zuvor deutlich gemacht hatte, welche Zukunft er Israel wünscht: „Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.“

kbrDieser Vernichtungswunsch „scharfe Kritik an Israel“ ist für Horst Köhler kein Grund, die Preisverleihung an Henning Mankell zu bedauern. Bücher des Antisemiten aus Schweden würden schließlich auch in Israel ver- und gekauft. Hier das Schreiben des Bundespräsidialamts im Wortlaut:

„Bundespräsident Horst Köhler hat mich gebeten, Ihnen für Ihre E-Mail vom 22. September zu danken und diese zu beantworten.

Wenn wir Sie richtig verstehen, wiegt die scharfe Kritik Henning Mankells an Israel so schwer, dass sie einer Ehrung für sein Afrika-Engagement im Weg steht. Henning Mankell bezieht in der Tat polarisierend Stellung in seiner politischen Diskussion, die im europäischen Ausland und in Israel selber anders geführt wird als in Deutschland. Dennoch ist das Afrika-Engagement des schwedischen Schriftstellers weltweit anerkannt. Seine Bücher verkaufen sich übrigens auch in Israel. Der Bundespräsident hat sich in seiner Laudatio eindeutig auf dieses Engagement für Afrika bezogen.

Ebenso eindeutig bekennt sich der Bundespräsident zur besonderen Verantwortung Deutschlands für Israel und sein Existenzrecht. Dazu gehört auch ein dauerhafter Friede für den Nahen Osten. In seiner Rede im Bundestag anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus, am 27. Januar 2009, hat er daher auch der Toten der Auseinandersetzung im Gaza-Streifen gedacht und gemahnt, dass der Teufelskreis der Gewalt im Nahen Osten endlich gebrochen werden muss. Die Bürger Israels müssen in sicheren Grenzen frei von Angst und Gewalt leben können. Und das palästinensische Volk muss in einem eigenen lebensfähigen Staat seine Zukunft finden können. Der Bundespräsident wird sich auch weiterhin nachdrücklich dafür einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
G. S.“

6 Comments

  1. Ja, zumindest wir beide haben offenbar den gleichen Brief bekommen. Das Bundespräsidialamt wollte da wohl Synergieeffekte nutzen. Entsprechend nichtssagend (oder eben: vielsagend) klingt die Antwort dann.

  2. „Entsprechend nichtssagend (oder eben: vielsagend) klingt die Antwort dann.“
    Und geht dann am eigentlichen Thema vorbei.

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