Thomas Pany hat für Telepolis herausgefunden, daß die Bevölkerung Gazas zu „den ärmsten der Welt“ gehört und in Hamastan eine „außerordentlich hohe Kindersterblichkeit“ zu beklagen ist. Als eine Quelle seiner Erkenntnisse erwähnt der Autor die Haaretz–„Journalistin“ Amira Hass, deren „Berichte“ ihm dabei geholfen haben, zu erkennen, „welche eklatanten Wahrnehmungslücken die offizielle Darstellung der israelischen Regierung bestimmt“ [sic!].
Nehmen wir einmal das CIA World Factbook, eine Quelle, der wohl keine übermäßige Israelfreundlichkeit vorgeworfen werden kann, und lassen uns anzeigen, was es zur Kindersterblichkeit in Gaza im Weltvergleich weiß.

Die Kindersterblichkeitsrate in Gaza wird für 2010 mit einem Wert von 17.71 in der Tat höher eingeschätzt als jene Bulgariens. Doch andererseits ist das Risiko, daß ein Kind sein erstes Lebensjahr nicht vollendet, schon in Mexiko höher als in Gaza. Im sozialistischen Paradies Venezuela sterben 21.07 von 1.000 Kindern vor ihrer ersten Geburtstagsfeier.
Im Weltdurchschnitt sterben 44.13 von 1.000 Kindern im ersten Lebensjahr, in Gaza mit 17.71 also durchaus unterdurchschnittlich wenige. Bei den „Spitzenreitern“ Angola, Afghanistan und Niger werden gar dreistellige Zahlen aufgeführt, 178.13 beispielsweise für Angola. Sterben in Gaza 17.71 von 1.000 Kindern im ersten Lebensjahr, sind es in Angola zehnmal mehr.
Das ist eine außerordentlich hohe Kindersterblichkeit, an der sich freilich kein Free Gaza–„Aktivist“ stört. Und Thomas Pany schließlich ist nur ein Lügner, dessen Wahrnehmungslücken durch die Befassung mit Amira Hass wohl eher wesentlich vergrößert denn quantitativ verringert wurden. Haaretz macht eben nicht unbedingt klüger.
Bemerkenswert ist auch, dass die Kindersterblichkeit in Ägypten höher ist. Interssant, weil Pany den Vergleich zum „Nachbarland“ betont.
[…] Thomas Pany, Telepolis – gestützt auf Amira Hass attestiert er […]