Maul halten, Baltissen!

Es „denkt“: „Stellen wir uns doch einmal vor, die Hamas oder eine andere palästinensische Organisation hätte einen Krieg gegen Israel geführt“Hätte? Sie tun es, und es ist u.a. der „Apartheidmauer“ zu verdanken, daß der taz-Kommentator weiter die Vorstellungskraft bemühen muß, zumal der Platz zwischen seinen Ohren sowieso ziemlich unterbeschäftigt wirkt -, „bei dem 40 oder 30 oder auch nur 20 Frauen und Kinder an einem angeblich sicheren Platz bombardiert und getötet worden wären“.

Nun, vor nicht ganz einem Jahr massakrierte ein Araber„Palästinenser“ mehr als ein halbes Dutzend israelische Schüler beim Besuch ihrer (Religions-)Schule, ein Blutbad, das in Gaza zum Anlaß genommen wurde, Süßigkeiten auf den Straßen zu verteilen und den Mörder für seine Tat zu feiern, für die die Hamas später die Verantwortung übernahm.

„Welch ein Aufschrei“, sinniert der Georg Baltissen weiter, „wäre durch dieses Land, ja durch ganz Europa gegangen. Wie hätten unsere tapferen PolitikerInnen [..] sich ereifert, nicht nur den Krieg zu stoppen, sondern die Barbaren, die hinter einem solchen Anschlag stecken, zur Rechenschaft zu ziehen.“ Sie unterließen es, Sorge bereitete den Bessermenschen allenfalls das Wohlergehen der Angehörigen des Mörders, die ihn zum Helden erklärten.

„Stellen Sie sich vor, es gäbe nicht 450 tote israelische Zivilisten in diesem Krieg – wie auf palästinensischer Seite –, sondern nur 45. Man kann sich leicht vorstellen, welche Hebel in Bewegung gesetzt worden wären, um einem solchen Gemetzel ein Ende zu setzen.“ Die Hisbollah überfiel 2006 Israel, entführte zwei Soldaten und überzog den Norden mit Raketenangriffen. Mittel Juli 2006 überlebten acht Menschen einen solchen Angriff auf das Eisenbahndepot in Haifa nicht.

Und welche „Hebel“ wurden „in Bewegung gesetzt“?

„Der französische Präsident Jacques Chirac rief vor seinem Treffen mit Bush dazu auf, ‚alle Kräfte zu stoppen, die die Sicherheit, die Stabilität und die Souveränität des Libanon in Frage stellen‘. Er forderte ein Ende der Angriffe auf den Libanon. [..] Auch der amtierende G8-Präsident Wladimir Putin hatte zuvor zu einer friedlichen Lösung der Krise in Nahost aufgerufen. [..] Allerdings habe er ‚den Eindruck, dass Israel noch weitere Ziele verfolgt, als die entführten Soldaten zu befreien‘, kommentierte Putin [..].“

Die Ergebnisse sind bekannt. Israel ließ sich auf eine internationale Truppe, die UNIFIL, ein, welche die Hisbollah so erfolgreich entwaffnete, daß diese heute besser gerüstet ist als vor ihrem letzten Überfall auf Israel; und im Austausch gegen die Leichname der Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev kam der Kinderschlächter Samir Kuntar frei, der seither als Volksheld gefeiert wird.

Georg Baltissen scheint diese Barbaren, die ihren Kindern einen wie Samir Kuntar als Vorbild präsentieren, wirklich sehr zu lieben.

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