Irre auf Reisen: Friedliche Schläger in Gaza

Die Freude war groß in Gaza. Verhungernde wankten, ihre letzten Reserven mobilisierend, den Friedentauben unter ihrem Führer George Galloway entgegen, die von Kindern beleidigt wurden und sich ihren Weg nach Gaza schließlich gegen den Widerstand ägyptischer Sicherheitskräfte freiprügeln mußten:

„Multi-national activists belonging to British MP George Galloway’s ‚Viva Palestina‘ humanitarian aid convoy clashed on Sunday with Egyptian security forces in the north Sinai town of al-Arish, close to the border with Gaza.“

Und wem übergeben „humanitäre“ Schlägertrupps das, was sie als „Hilfslieferung“ deklarieren und tagelang den hilfsbedürftigen Überlebenden eines „Genozids“ vorenthielten, wohl? Der UNRWA? NGOs, die etwa für die Rechte von Frauen streiten? Nein, Irre, die sie sind, haben andere Freunde.

„Die Hilfsgüter wurden dem ehemaligen palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Hanija (Hamas) übergeben“, freut sich die HJ-ZeitungLinkspostille Junge Welt. George Galloway ist dabei noch gestriger als Karin Leukefeld, für ihn ist Ismail Hanija noch im Amt:

„‚We are giving them to the elected government of Palestine,‘ Galloway said at a press conference in Gaza City.“

Und darauf ist der britische Sozialdemokrat natürlich besonders stolz. Wen kümmert es da, daß die Vertreter der „gewählten Regierung“ zuletzt selbst den mit ihr verbündeten Vereinten Nationen zu forsch auftraten – als Diebe nämlich und Geldschmuggler, denen nichts ferner liegt als das Wohl irgendeiner Bevölkerung?

George Galloway ist eben das natürlich völlig gleichgültig – wie noch jedem eitlen Selbstdarsteller, der billig ein paar Schlagzeilen sucht:

„This has been an amazing journey. The only slight blemish has been the neglect of it in the press back home, with some notable exceptions.“

Und so ist es denn eben auch nicht verwunderlich, daß „humanitäre Helfer“ vom Schlage eines George Galloway sich so wohl fühlen mit und bei den Banditen der Hamas. Von letzteren müssen sie keinen Ärger befürchten, sind diese doch froh über jeden Dummen, der ihnen die Aufwartung macht und sie damit aufwertet.

Zudem ist eine Reise nach Gaza – diverse „Blockadebrecher“, die niemand braucht, haben es mit ihren Seelenverkäufern schon bewiesen – alles andere als gefährlich. Und billiger ist Selbstdarstellung in der Tat damit kaum mehr zu haben.