Zweistaatenlösung

In Gaza, einem Landstrich, der Kardinal Renato Martino an ein „Konzentrationslager“ erinnert, leben (noch) ungefähr 2.000 Katholiken, deren Lebensbedingungen des Vatikans „Minister für Gerechtigkeit und Frieden“ freilich nicht meinte. Und so verwundert es auch nicht, daß Papst Benedikt XVI bei seiner anstehenden Nahost-Visite um Gaza einen Bogen machen wird.

Er will jene, die in Gaza verantwortlich sind für Gewalt, die sich gegen Christen richtet, gegen ihre Schulen, gegen Geschäfte, jene, die auch mal Sprengsätze in einer Kirche „vergessen“, zweifellos nicht verärgern, indem er die Diskriminierung von Christen vor Ort verurteilt oder gar Religionsfreiheit einfordert. Viel einfacher als dies ist es, die „Christen im Nahen Osten [zu] ermutigen“, denn das tut niemandem weh, bringt aber auch nichts.

Und gut klingt es ebenfalls, wenn der Vatikan „die Bemühungen der katholischen Kirche um Dialog und Versöhnung unterstützen“ will; auch dies ist indes eine folgenlose Ansage. Daß Benedikt XVI allerdings nur „Israel und Jordanien“ visitieren möchte auf seiner Reise, wie es die Kölner Deutschlandfunker vermelden, stimmt nicht. Es gibt da nämlich noch die „Gemäßigten“ um ihren Bandenchef Abu Mazen in der Westbank. Die freuen sich schon auf den deutschen Papst.

Andererseits, wäre es denkbar, daß die Deutschlandfunker eine ganz eigene Zweistaatenlösung vorschlagen wollten, für die dann auch ihr Papst werben könnte? Wurden eigentlich die Araber„Palästinenser“ schon befragt?