Sonnige Unschuld

„Werner Sonne ist unser Mann in Berlin“, feiert das morgenmagazin diesen Helden von heute. „Direkte Kontakte in alle Ministerien und zu allen Parteien sowie ein guter Draht ins Kanzleramt öffnet [sic!] Werner Sonne so manche Tür, bringt so manche exklusive Information.“ Darunter eben jene, daß Deutschland nachgerade die Hände gebunden sind, wenn es um die Frage geht, das Mullah-Regime der Islamischen Republik Iran mit Sanktionen ein wenig zu disziplinieren.

Es gäbe, erklärte „unser Mann in Berlin“, da leider nicht mehr viel zu tun, da es ja praktisch gar keine Beziehungen zwischen Deutschland und Iran gibt. Hinter welcher Tür, die nur er öffnen kann, mag Werner Sonne das gehört haben? Ist ihm entgangen, daß der lupenreine Demokrat Gerhard Schröder vor wenigen Wochen in Teheran gemeinsam mit Mahmoud Ahmadinejad lachte, will er nicht wissen, daß Deutschland den Mullahs die Technologie liefert, die eigene Bevölkerung zu überwachen und zu unterdrücken?

„The government recently bought sophisticated computer servers and monitoring devices from a German-Finnish joint venture that can catalog cell-phone calls and text messages. The regime also controls Web traffic through a single bank of computers, which makes it easier to filter sites such as Facebook and Twitter and to monitor Iranians who use these sites to communicate with the outside world. [..]

The Times reported in April that Iran had acquired what is known as a ‚monitoring center‘ from a joint venture, Nokia-Siemens-Network, late last year. The computer servers and software in the monitoring center allow Iran’s telephone company to monitor a vast array of wireless traffic including text messages and voice calls.“

Deutschland kann nichts tun? Wohl nur in der Phantasie deutscher Staatsrundfunker. Es will nichts tun.