Die Vereinten Nationen haben sich – natürlich exklusiv – für „Palästinenser“ eine ganz besondere Definition des Begriffs Refugee ausgedacht:
„The number of registered Palestine refugees has subsequently grown from 914,000 in 1950 to more than 4.6 million in 2008, and continues to rise due to natural population growth.“
„Palästinener“ können also den Flüchtlingsstatus, der nicht zuletzt verbunden ist mit einem Anrecht auf weitgehende Versorgung durch die Vereinten Nationen, also durchaus nicht ganz unattraktiv ist, auf „natürlichem“ Weg tatsächlich vererben – deshalb wird es selbst dann noch „palästinensische Flüchtlinge“ geben, wenn jene, für die diese seltsame Definition erfunden wurde, gar nicht mehr leben.
Und es wird so zudem immer mehr „Palästinenser“ geben, die als „Flüchtlinge“ oder „Vertriebene“ ein Rückkehrrecht sich einbilden in eine Heimat, die dann weder sie noch ihre Eltern und Großeltern jemals gesehen haben werden. Bisher kam noch niemand auf die gewiß sinnvolle Idee, auf „Palästinenser“ die sonst bei den Vereinten Nationen übliche Definition eines „Flüchtlings anzuwenden.
Noch weniger wurde an die „Palästinenser“ jemals appelliert, sie sollten doch darauf achten, das „Flüchtlingsproblem“, das in der Tat keins sein müßte, gäbe es für sie kein Sonderrecht, nicht dadurch zu verschärfen, daß sie Kinder zur Welt bringen, die dann unter der gegebenen Definition eben wieder „Flüchtlinge“ sind. Eine solche Forderung erntete – nicht ganz unberechtigt – wohl ausnahmslos schlechte Kritiken.
Geht es andererseits um Juden, dann gelten andere Regeln. Juden, vor allem natürlich jene, deren Existenz schon der deutsche Außenminister als Friedenshindernis ausmachte, sollen sich nicht mehr auf jene natürliche Weise vermehren, die für immer mehr „palästinensische“ Flüchtlinge sorgt, wenn es nach den G8-Staaten geht, die derzeit sich in Italien treffen, um die Welt vor allerlei Katastrophen zu retten.
Juden zählen für die G8–Staaten, darunter – selbstverständlich – Deutschland und die USA, offenbar auch zu diesen Katastrophen, wie aus einer ihrer Erklärungen hervorgeht:
„The G8 countries ask the two parties to fulfill their obligations included in the Road Map including the clear rejection of violence, terrorism and instigation to terrorism and a complete freeze on settlement activities including their ’natural growth‘.“
Wer in „Siedlern“ ein „Friedenshindernis“ entdeckt, für den müssen natürlich auch deren noch ungeborene Kinder schon Verbrecher am „Friedensprozeß“ sein. Zu dieser Erkenntnis ist den G8 zu gratulieren. Bleibt nur noch abzuwarten, welche zweifellos gerechte Strafe sie sich für diese Ungeborenen ausdenken werden. Vollstrecken könnten diese dann ja die „palästinensischen Flüchtlinge“, sollten die G8 sich die Hände nicht selbst schmutzig machen wollen.